August 28

Einklarieren in Tonga

Mit Nicole und Vlad segeln wir nun nach Neiafu, um ordnungsgemäss einzuklarieren. Die gelbe Quarantäneflagge ist gehisst. Das hatten wir ja in Suwarrow vergessen. Solche Unzuverlässigkeiten mögen Beamten überhaupt nicht! Montag sei der übelste Tag zum einklarieren. Warum weiss ich nicht genau. Brauchen die Beamten nach dem Wochenende eine gewisse Anlaufzeit um nicht allzu mürrisch zu sein? Es hat offensichtlich einen Stau wegen dem Wochenende gegeben. Ich bin erst mal geschockt, wie viele Yachten in der optimal geschützten Bucht von Neiafu liegen. Beim genaueren Hinsehen, entdecken wir auch zahlreiche Bekannte. Aber eben, erst mal steht die staatliche Pflicht an: Der Steg ist total vollgepackt. Vlad und Nicole melden per Funk, dass sie Ankern und dann mit dem Dinghi zum einklarieren kommen. Das geht so natürlich nicht. Sie müssen später doch noch mit der Yacht an den Steg kommen. Der Skipper von einem Katamaran gibt uns zu verstehen, dass er mit der Prozedur durch ist und in zehn Minuten ablegen wird. Perfekt.

Nun liegt die Robusta an der Hafenmole festgezurrt und ein Mann in Uniform mit einer Art Teppich um die Hüfte gewickelt, schreitet nicht gerade zackig daher. Bevor er in die Robusta steigt, zieht er seine Schuhe aus und deponiert sie auf der Mole. Nun sind seine Füsse genau auf meiner Nasenhöhe. Krass, der Mann trägt in diesen Temperaturen Socken! Ja und das Muster der Socken ist ja noch besser für einen Zollbeamten: grüne und blaue Hanfblätter auf schwarzem Grund! Er ist schliesslich der Beamte für die Agrikultur (Officer Quarantine).

Alles klar.

 

Er will wissen ob wir Gemüse, Fisch, Fleisch und Milchprodukte dabei hätten. Fast alles ist bereits aufgegessen. Aber nicht alles. Die Topfpflanze, meine Küchenkräuter, interessieren ihn nicht gross. Vor allem das Sprayzertifikat (Certificate of pratique) will er sehen. Er notiert die Informationen. Guckt sich die Papiere die wir in Suwarrow erhalten haben an. Er scheint zufrieden zu sein. Nun will er unseren Müll haben. Wirft einen Blick in die getrennten Säcke und stopft nun alles in einen Sack. Dabei weiss ich, dass in Tonga Glasflaschen, Dosen, Plastik separat gesammelt werden. Der Restmüll kann nur gegen Bezahlung von 2 US Dollar im Restaurant Aquarium entsorgt werden. Im Müll findet er eine total zerzauderte Fischerleine. Er fragt ob er diese für sich haben könne. Ja klar doch! Nach Bezahlung von 11 US Dollar ist die erste Hürde bestanden. Nun dürfen wir das Schiff verlassen aber nur um uns zum Zoll und Immigration (Costums) zu begeben. Das Büro befindet sich in der grossen Lagerhalle hinter den aufgestapelten Container, direkt hinter dem Hafen. Sechs Formulare müssen ausgefüllt werden. Dann geht es noch zum Gesundheitscheck. Die Beamtin fragt nach dem Befinden der Mannschaft und will dafür 50 US Dollar. Bezahlt werden kann nur in der lokalen Währung. Der Geldautomat ist ein paar Minuten vom Hafen entfernt. In der Zwischenzeit hat eine hübsche grüne Yacht an der Robusta festgemacht. Ich sehe gerade noch, wie sich ein total fetter Beamte, ebenfalls mit dem Teppich um die Hüfte gekleidet, über die Reling von der Robusta zu der grünen Yacht balanciert. Sein Schritt wird dabei arg gedehnt und er landet tatsächlich nicht im Wasser! So müssen wir nun warten, bis die grüne Yacht mit dem einklarieren fertig ist bis wir ablegen können.

Dafür können wir noch auf den Gemüsemarkt und decken uns mit frischer Grünkost ein. Das Gemüse ist in kleinen Häufchen im Wert von jeweils 3 Pangas aufgestapelt. Zum Beispiel eine Pyramide Tomaten beinhaltet immer von ganz reif bis noch grüne Früchte. Du kannst aber auch selber nach Bedarf aussuchen. Toll und alles ist nicht teuer. Machen auch noch einen Rundgang durch Neiafu um die ersten Eindrücke zu sammeln. Die Kinder tragen Schuluniformen. Jungs tragen schwarze Röcke mit dem uns bereits bekannten Teppich um die Hüften gewickelt. Die Autos fahren auf der falschen Seite! Also links statt rechts. Ist das komisch.

Wau und hier gibt es auch mehrere nette Bars! Oh wie haben wir sowas in Französisch Polynesien vermisst!

So nun aber zurück zur Robusta um noch bei Tageslicht in dem Gewimmel der zirka 30 Yachten zu ankern. In der Bucht sind auch Bojen zu haben. Diese kosten rund 7 US Dollar pro Tag. Wir trauen unserem Anker mehr als den Bojen. Nun sind wir erst einmal hungrig und wollen kochen und früh in die Kojen kriechen.


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Posted 28.08.2017 by robusta in category Tonga

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