August 11

Sanierung beendet

Frische-Bullaugen

Gestern hatten wir unseren letzten Arbeitstag! Und das Schiff ist wieder schön und wie neu. Es war eine intensive Erfahrung, so hart hatten wir wahrscheinlich noch nie gearbeitet…

Die Resultate im Überblick:

– Farbe des gesammten Decks runtergeholt, mit 2x Epoxy Primer und der Farbe Spitalweiss neu gestrichen. Dafür mussten alle Decksaufbauten wie Doradelüfter etc. davor abgeschraubt, danach wieder montiert und gedichtet werden. Ich kann Sikaflex nicht mehr sehen…

– Relingsrohr Backbord ersetzen lassen, die Relingsstangenhalter dranschweissen lassen, neuer Schwanenhals, neue Notpinne herstellen lassen…

– 14 Fenster (Bullaugen) rausgenommen, zwei Löcher am Deck neu schweissen lassen, Rostsanierung rund um die Fensterrahmen, Innenverkleidung dreier Fenster weggenommen, dann die Fenster polieren, mit Dichtungsmasse füllen und nach dem Streichen wieder einbauen. – Bugspriet und Ankerkastendeckel geschliffen und neu lakiert.

– Ankerkasten vom Rost befreit und mit Bilgenfarbe gestrichen, Ankerwinch demontiert, Kette raus, danach wieder montieren, gesamte Elektrik neu verdrahtet, mit jetzt 2x 130 Ah Batterien als zweite Batteriebank nutzbar, Bilgenpumpe installiert.

– Acrylfenster des Deckshauses poliert. -Elektrik überarbeitet,  so haben wir nun zwei unabhängige Batteriebänke. Neuer Windgenerator installiert, Rutland 914i.

Diese Arbeiten erfolgen in der Caley Marina, wo wir frei liegen konnten und arbeiten am Schiff erlaubt ist. Rund herum hatte es Leute, die an ihren Boote werkelten und schraubten, es hatte eine Werkstatt und einen Ship Shop mit allem Zubehör. Zum Glück brauchten wir davon nicht so viel, denn neue Sachen mussten wir kaum kaufen, da alles wieder verwendet werden konnte. Ausser natürlich Kleinigkeiten wie Schrauben, Farbe und sonstige Kleinteile. Der grosse Kostenblock waren die Schweissarbeiten, diese wurden aber sehr professionell ausgeführt. Internet hatten wir auch immer schön, die Antenne aus Tschechien hat sich enorm bewährt, ich kriege Verbindung bis zu 500 Meter problemlos hin.

Nun sind wir im Caledonial Canal vor der letzten Schleuse zum Loch Ness und geniessen unseren ersten arbeitsfreien Tag seit langem. Wir haben nun sieben Tage Zeit, diesen wunderschönen Kanal zu druchkreuzen, ehe wir in Fort William wieder auf Salzwasser stossen. Wir freuen uns auf ein paar erholsame Tage ehe es danach weitergeht an die Südküste Irlands. Dort möchten wir Crosshaven ansteuern, um dort auf ein Wetterfenster zu warten um die Biskaya zu bezwingen, Ziel Madeira. Wenn wir das geschafft haben, können die schönen Zeiten beginnen, denn dann ist der Zeitdruck weg, den wir doch noch haben, da vor mitte September die Biskaya durchschifft werden sollte, da danach die wilden Herbststürme toben werden und es so richtig ungemütlich werden kann in Europa. Ebenfalls kommen wir so in Gebiete, wo es nicht mehr so teuer ist wie in den europäischen Gegenden…

Category: Schottland
August 10

Inverness Marina

Die Robusta steht auf dem zweiten Blick wirklich an einem schönen Ort. Rund herum Industrie, 15 Minuten zu Fuss entfernt vom  Inverness Zentrum und gleich am River Ness und der Einfahrt zum Kaledonien Kanal. Und siehe da im Fluss, was erblicke ich da? Nicht etwa Nessi das Seeungeheuer –  nein es ist Flipper! Hier in der Gegend wimmelt es nur so von Delfinen die mit der Flut jeweils vom Moray Firth raufschwimmen um Fische zu jagen. Es sollen die grössten Delfine der Welt sein. Bis vier Meter Länge!

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Jede Arbeitspause verbringe  ich am Fluss um Delfine zu bewundern. Auch diesmal erblicke ich gleich wieder ein Pärchen elegant durchs  Wasser gleitend. Sie schwimmen direkt auf mich zu.  Die Tiere verhalten sich irgendwie anders als üblich. Sie drehen mehrer Runden dirket unter mir an der Hafenmole entlang als ob sie mir etwas zeigen wollten. Ich nehme sonderbare Geräusche wahr. Das eine Tier würgt an einem grossen Stück Plastik! Wie schrecklich! Was kann ich tun? Reinspringen und hinterher kraulen? Ich rufe dem Delfinzentrum Inverness an. Sie versichern mir nach dem Tier zu schauen und melden sich wieder bei mir.

So viel zum Umgang mit dem Müll.

Wirklich traurig.

Category: Schottland
July 17

Fortsetzung der Robusta Renovation

Robusta-am-Haken

Hier in Inverness, Scottland oder im Whiskeyland, ist ein guter Ort um am Schiff zu arbeiten. Robusta steht nun an Land. Einige Reparaturen stehen an: Ein paar waren geplant und natürlich auch noch Unvorhergesehenes kam dazu. Die ersäuften Batterien vom Ankerkasten war  zum Beispiel nicht geplant. Am Propellerschaft muss eine Dichtung erneuert werden – was nur an Land vorgenommen werden kann, da sonst das Boot auf der Stelle absaufen würde. Als der Schaft endlich rauskam, stellte sich heraus, dass die Welle selbst korridiert war und ebenfalls  ersetzt werden muss. Lieber jetzt als später an einem Ort wo eine solche Reparatur nur noch schwer zu schaffen ist. Die Handwerker sind kompetent und trotzdem noch einigermassen bezahlbar. Jedenfalls auf dem EU Festland hätten wir ganz andere Preise. Nun da Robusta schon mal an Land steht und wir keine Lust haben nur auf Ersatzteile zu warten, wollen wir das Deck sanieren. Dazu haben wir uns in Petergrind, äh Peterhead,  von einem  Shippainter beraten lassen. Hydroblasting war die Idee. Er riet uns jedoch ab. Er machte sich Sorgen um unsere Fenster. Wenn seine Arbeiter aus Versehen diese mit dem Hochdruckwasserstrahl treffen, würde dies bedeuten, dass Robusta innert Sekunden eine heftige Innendusche abbekäme. So dreckig ist sie nun auch wieder nicht das so was nötig wäre. Na anyway –

Herr Shippainter hat uns drei Eimer Industrie-Schiffs-Farbe verkauft und uns eingehend beraten wie wir vorzugehen haben, welche Werkzeuge etc. Super cool. Wenn wir schon mal dran sind, ist die Idee, dass wir die alten Einkomponenten Farben bis auf den Stahl  entfernen werden. Alles soll mit Zweikomponentenfarbe gestrichen werden. Hält einfach viel besser. Wir haben ja Zeit.

Husch zum Charity Shop (Brockenhaus) in Inverness um Arbeitsklamotten zu kaufen. Hatten die natürlich nicht. Dafür fand ich zwei optimale “Jugosmokings” (tschuldigung für den politisch unsauberen Ausdruck, die mich kennen wissen dass ich absolut nicht fremdenfeindlich bin!) und grosse T-Shirts – schon fast kultige mit den Beatles drauf – werden schon bald mit Farbe verschmiert sein. Sorry!
Bei schönstem Wetter mit angenehmen Themperaturen zum Arbeiten, ohne dass gleich mit einem Sonnenstich gerechnet werden muss, starten wir mit dem Schwingschleifer und der Flex mit Drahtbürstenaufsatz. Resultat nach zwei Stunden Einsatz, eine riesige Staubwolke und nicht einmal einen Quadratmeter Farbe weg! So ein Mist!!! Das ist ja der volle Frust. John von der Werft bringt mich zu einer Werkzeugvermietung. Needlegun. Das soll das richtige Teil für solch eine Arbeit sein. Den Koffer öffne ich erst beim Schiff. In der Anleitung stehen schreckliche Dinge wie 105 Dezibel laut, kann ihr Gehör für immer ruinieren…. Gehörschutz tragen, nur mit warmen Händen und mit Schutzhandschuhen und Brille anwenden. Blutungen in den Händen können auch vorkommen. Wau krass. Ich wechsle gleich mal von meinen leichten Sportschuhen zu meinen Bikerstiefel. Nicht dass ich noch blutige Füsse bekomme.

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Nach zwei Tagen ist nicht etwa die Arbeit geschafft – sondern der Needlegun. Plötzlich sind die zehn Zentimerter langen Stahlnadeln durch die Gegend geschossen. Enfach so.  Tot.

 Na dann halt schon wieder eine Zwangspause. Wochenende – nichts zu machen mit Werkzeug umtauschen.

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Category: Schottland
July 2

Wacheinteilung

Es ist Mitternacht und nicht ganz dunkel. Nur so, dass an der Küste die Konturen der Hügel erkennbar sind. In zwei Stunden setzt bereits wieder die Dämmerung ein. So der nette Part des Nordens. Gekleidet bin ich nicht etwa im leichten T-Shirt und kurzen Hosen  mit Schlappen an den Füssen. Nein,  Winterstiefel, Strumpfhosen, darüber trage ich Jeans und die chicken roten  Oelhosen die den Arsch vier mal grösser erscheinen lassen.  Abschliessend kommt noch die fette warme Jacke mit super warmer Schafwollstickmütze auf der Birne dazu.

Bin froh kann ich optimal im geschlossenen Steuerhaus hocken um meine Nachtwache zu schieben. Gammeldansk – die Windsteueranlage   – so von Olaf und Robert nach einem lecker schmeckenden dänischen Kräuterschnaps benannt, vergleichbar mit dem Schweizer Appenzeller, verrichtet seine strenge Arbeit super genial und zuverlässig.

Schichteinteilung: Das ist ja auch noch ein Thema für sich:

Ich bin der totale Nachtmensch. Thomi ist schon früh morgens recht frisch und fröhlich und sogar meist freundlich. Ich hingegen werde zum unerträglichen Monster, wenn ich geweckt werde. Störungen während dem Tiefschlaf, diese Schlafphase dauert bei mir übrigens sieben Stunden, ist für mich und meine Mitmenschen der absolute Gau.   Mama drehte früher schon fast durch, wenn sie mich jeweils versuchte aus dem Nest zu bekommen. Später während meiner Ausbildung, noch vor der technischen Revolution des Weckers,  musste ich sieben verschiedene solcher altmodischer, laut tickender Ungeheuer in meinem Zimmer aufstellen. Möglichst weit vom Bett entfernt damit ich mich erheben musste um den nervenden Krach abzustellen.

Die üblichen Wacheinteilungsmodelle von tagsüber vier Stunden und ab 20 Uhr im drei Stunden Rhythmus sind nicht unser Optimum. Sicherlich muss ich daran arbeiten von einer Sekunde auf die ander einschlafen zu können und gut gelaunt wieder aufwachen. Weiterhin ist mir schleierhaft wie ich subito hell wach werden soll. Trinke ich einen Kaffee, ist die nächsten 12 Stunden nicht mehr an Schlaf zu denken.

Hoffe auf freudigeres Aufwachen. Ist sowas lernbar oder schlicht angeboren und somit unveränderbar?

Um jeden Rat zu diesem Thma sind wir dankbar 😉

Anja

Category: Unterwegs
June 30

Unsere ersten Begleiter

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Olaf und Robert, wir vermissen euch!

War eine schöne Zeit mit euch beiden. Ihr wart wirklich mutig uns auf der ersten Etappe unserer grossen Fahrt auf Robusta zu begleiten! Wir sind ja selbst auch noch keinen Meter mit unserer Yacht gesegelt.  Uns gab es ein gutes Gefühl  und Sicherheit falls was schief laufen sollte, nicht ganz alleine zu sein.

Gemeinsam mit euch die Robusta kennen zu lernen,  wie sie sich erst bei leichten Winden segeln lässt, erste Anlegemanöver mit dem fetten Langkieler der nun wirklich nicht ganz einfach zu manövrieren ist da er seblstverständlich nicht mit einem Bugstrahlruder ausgestattet ist, und schliesslich noch die ruppige Passage  über die Nordsee von Norwegen nach Schottland, machten die ersten Erfahrungen wesentlich leichter.  Die ersäuften Batterien im Ankerkasten sind nun auch wieder ersetzt!  Immerhin blieben all unsere Betten und der Salon schön trocken. Ist auch was wert.

Kulinarisch waren wir von euch beiden ja auch top – sogar viersternmässig versorgt!

Sorry noch wegen dem Missverständnis wegen der Wachen! Thomi und ich gingen davon aus, dass wir geweckt werden für den Wachantritt. Olaf wartete brav und geduldig, bis wir von selbst antrabten was natürlich nicht automatisch geschah…. Für uns war es logisch, dass wir keinen Wecker stellen, da sonst alle aufwachen. Die Person die Wache schiebt, muss die Ablösung rechtzeitig sanft wecken. Am besten glich mit einem netten heissen Kaffee.

Nochmals herzlichen Dank für eure Starthilfe und  wir freuen uns, bald wieder mit euch weitere Etappen gemeinsam selgeln zu dürfen.

Nun sind wir vorserst einmal auf uns alleine gestellt!

Anja

Category: Unterwegs
June 25

Überfahrt nach Schottland

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Ja dieser Eintrag kommt ein bisschen spät, hatten wir doch keine Zeit bis jetzt, zu schreiben. Nun, wir hatten den Nordwind genutzt, um hart am Wind gen Schottland zu fahren, gestartet wurde am 16. Juni in Farsund, geplant waren 72 Stunden, oder ca. 300 Meilen für die Überfahrt. Die ersten Stunden verbrachten wir mit sehr wenig Wind aber mit hohen Wellen, da wir mit Landabdeckung den richtigen Wind noch nicht hatten. In der Nacht zum Dienstag und den Tag darauf hatten wir dann ca. 6 Bf Wind aus Nord und mussten die Robusta gegen denWind quälen. Das Fock erwies sich leider nicht als richtig segelbar, vermutlich hatten wir es falsch geriggt oder es ist halt einfach nicht mehr das neueste, gezogen hat es uns jedenfalls nicht. 3 Kt. Fahrt bei 6 Bf ist ja keine Meisterleistung. Erst am Mittwoch holten wir die Fock wieder runter und setzten das Genua einen Viertel. Der Wind nahm ab bis Donnerstag, wo die nächste Tiefdruckrinne aus dem Hoch geblasen wurde. Wieder 6 Bf. Am Wind Kurs. Die ganze Zeit. Irgendwie nahm es kein Ende! Erst am Freitag als der Wind abnahm und die Küste Schottland in Sicht kam konnten wir uns langsam wieder so einigermassen entspannen. Wo werden wir landen ? Wollten eigentlich an die Ecke Peterhead, doch ganz so weit nördlich kamen wir nicht. Wir landeten in Stonehaven. Wunden geleckt. Maleur: Ankerkasten lief voll Wasser, ca 500 Liter mussten herausgepumt werden. Also fuhren wir 500 Liter Wasser im Bug spazieren…

Stonehaven war dann ganz hübsch, eine kleine leicht touristische Stadt, pittoresk sagen die meisten dazu. Und gefeiert wurde auch, die vielen Pubs animierten uns, eine ganz andere Welt im Vergleich zu Norwegen, wo das Bier 4x teuer war.

Zwei Tage später fuhren wir bei Leichtwind nach Peterhead, ein Industriehafen der Ölindustrie. Hier sind die Leute die wir brauchen. Unser Deck ist ja nicht wirklich rostfrei und die vielen Schichten Farben, die das Deck heute trägt, macht eine erneute Überstreichung auch nicht mehr viel besser. Als wir im Fischerhafen waren, sahen wir die Hydroblasting Abeiter, die mit Wasserhochdruck die Farbe von den Frachtern entfernen. Also eine Art Kärcher, jedoch mit dermassen viel Druck dass Farbe, Rost und alles andere Widrige vom Stahl geblasen wird. Und mit einer Geschwindigkeit, dass uns nur das Staunen blieb. Auch Farbe soll man in England kaufen – Industriefarbe – 40 Pfund für 5 Liter 2 Komponentenfarbe… Einfach kein Vergleich zu der Yachtfarbe im Yachtshop für 50 Euro für 400 ml. Morgen besucht uns der Chef der Farben- und Strahlfirma Davidsons und wir lassen uns beraten wie die unser Deck freiblasen könnten… Ich rechne mit einem unschlagbaren Angebot. Wenn das so kommt wie ich mir das vorstelle, hätten wir im Nu unser Deck saniert. Wir berichten wie es hier weitergeht.. !

 

Category: Unterwegs
June 13

Farsund

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Seit gestern Mittag liegen wir nach einer super gemütlichen Überfahrt bei leichten südlichen Winden von Thyboron nach Norwegen in Farsund. Lediglich Nebel und einige grosse Schiffe gaben etwas Spannung in der Nacht. Auch der Skagerrak hat nicht das geboten, was er normalerweise tut… 

 “ Land in Sicht“ brüllten doch die Pioniere der Seefahrt aus ihrem Ausguck hoch oben im Mast in solch einem Fall. Zackige spitze Felsen ragen aus dem Wasser. Sorgfältige Navigation ist angesagt. Mit Nadelhözern bewachsene Berge. Fanstastisch! 

Wir schaffen es pünktlich aufs WM Eröffnungsspiel ins Farsunder Pub.  Bestellen gleich mal drei Bier. Bezahlt wird später. Das Girl an der Bar notiert einen Namen auf einen Zettel. Auf meine Frage wie sie uns denn getauft hat, reagiert sie mit einem verschmitztem Lächeln. „Strangers“. Na ja wer’s glaubt….

Am nächsten Morgen wird Proviant eingekauft. Optimal, der Einkaufsladen liegt genau neben der Anlegestelle. Die Norwegische Währung haben wir noch nicht im Griff. Mich haut’s  fast aus den Latschen als ich realisiere, wie viel wir für das Bier im Pub hingelegt haben. Es blieb ja natürlich nicht nur bei dem einen!

Morgen fahren wir nach Lyngdal in den Lyngdalsfjorden hinein, wo wir ankern, fischen, baden und Beiboot fahren werden. Es ist hier wie im Tessin, mit Meer gefüllt. Einfach herrlich.

Anja

 

Category: Norwegen
June 9

Thyboron

Robusta in Thyboron

Ein kleiner Standortbericht:

Nach Helgoland fuhren wir mit moderaten Winden, zum Teil Flaute und bestem Wetter nach Esbjerg. Dort erwartete uns einen Industrie- und Fischeihafen mit einigen Liegeplätzen für Segelboote. Ein kleiner Strandausflug und Besuch der Stadt reichte uns aber schon um weiter zu fahren. Eigentlich wollten wir direkt nach Norwegen übersetzen, doch wir konnten dem Hoch nicht entfliehen, das weitere Stunden Flaute uns zu schenken vermochte. Dies führte dazu, dass wir mit ganz langsamer Geschwindigkeit und schliesslich unter Motor den Hafen Thyboron ansteuerten, in dem wir nun liegen. Bei schönstem Wetter und angenehmen Temperaturen flätzen wir nun am Strand, auch baden konnte man herrlich.

Die Windsteuerungsanlage funktioniert wunderbar, auch bei leichten 5 Knoten Wind fahren wir durch diese gesteuert ca. 2-4 Knoten. Die Robusta ist ein Leichtwindsegler ! Hätten wir nicht gedacht, dass dieses doch schwere Schiff auch bei leichtestem Wind fährt und nicht unmotiviert den Wellen nachgibt. Stundenlanges Fahren ohne eine einzige Manipulation am Steuer beschenkten uns Zeit um die See zu geniessen.

Thomi

Dänische Freundlichkeit

Eigentlich wollten wir von Sylt direkt nach Norwegen übersetzen. Der Wind spielte aber nicht so ganz mit. So entschieden wir uns noch einen kurzen Halt in Thyboron im Norden von Dänemark einzulegen.

Thyboron – dort sammelten Thomi und ich unseren ersten Meilen für den Hochseeschein. Das war vor acht Jahren. Dieter vom Zürcher Segel Club hat uns angeboten auf seiner Carter 33 nach Norwegen mit zu segeln. Der Deal war folgendermassen: Thomi und ich gingen Wache und Dieter durfte die ganze Reise ausspannen. Von Dieter, einem wirklich super erfahrenem Seebär (gäll so darf ich dich schon nennen??), konnten wir wirklich so einiges lernen! Die Reise ging wegen einer ungünsigen Wetterlage damals allerding nicht nach Norwegen, sondern das Ziel war schlussendlich Galais zurück zum Liegeplatz in Nordfrankreich.

So beim zweiten Anlauf soll es nun klappen mal nach Norwegen zu gelangen. Nur noch schnell vor der Abfahrt die Gasbuddel ersetzen und los kanns gehen. Wetterlage perfekt für die Passage durch den Skagerrak. Im Gleichen wollte ich auch noch den schon etwas erbärmlich dreinschauenden Schlauch zur Gasflaschen erneutert haben.  So zottelten Thomi und ich mit unserem Rolli beladen ins Dorf los. Ich übertreibe nicht, aber es war schon fast tropisch heiss in Dänemark! Niemand wollte unsere Flasche eintauschen. Halb verdurstet fragten wir die Dame vom Hotelempfang, die etwas irritierend gekleidet war um Rat. Einer ihrer Gäste brauste sogleich mit dem Motorroller um die Ecke und brachte Thomi irgendwohin.

Ich latschte schon mal wieder zum Hafen zurück. Da kam mir auch schon Mister Mopet winkend entgegen. Sei alles geflickt! Schlauch ersetzt. Na wunderbar – aber wie! Wo normalerweise eine anständige Briede hinkommt um den Schlauch zu fixieren, war ein Klebeband zwanzigfach rumgewickelt. Er mache das immer so auf seinem Boot! Ich rupfte sein Werk subito wieder auseinander und machte mich auf den Weg zum Campingplatz. Dort wird es doch wohl Gas geben.

Der Herr vom Camping begutachtete den eben neu reparierten Schlauch und verwies mich zum Industiehafen. Ich verdrehte die Augen in meinem hoch rotem Kopf. Nein nicht schon wieder an den extrem stinkigen Ort von heute Morgen zurück. Er fuhr mich gleich mit seinem Auto zu seinem Kollegen in die Werkstatt. Hätte ich nie selber gefunden! Irgendwo zwischen Fischernetzen,  Bergen von Leinen, Kisten  und sonstigem Krimskrams war der Eingang. Die beiden quasselten etwas in Dänisch und verschwanden hinter den unzähligen Regalen während ich die monströsen Dieselmotoren begutachtete. Atmen konnte ich nur so ganz oberflächlich und möglichst nur durch den Mund um meinen arg strapazierten Würgerflex vom undefinerbaren  Geruch unter Kontrolle zu halten. Arme „Siächä“ die dort arbeiten müssen. Bäääh.

Und tatsächlich, die beiden haben den Gasanschluss unzerstörbar perfekt repariert! Hält bestimmt 100 Jahre. Als ich bezahlen wollte, waren sie voll beleidigt und wünschten mir eine Gute Reise. Herr Camping kutschierte mich sogar  noch direkt zu unserem Schiff.

Ist ja unglaublich! Würdest du so was tun?

Anja

Category: Dänemark
June 5

Abfahrt !

Gallionsfigur

Letzte Vorbereitungen und Abfahrt !

Gallionsfigur

Am Freitag wurde unsere Gallionsfigur gebracht, sie ist so hübsch  und wird unser Schiff vor allen Gefahren des Meeres bewachen. Es ist eine ganz super tolle Arbeit von Claus, dem wohl einzigen noch bestehenden Gallionsfigurenschnitzer. Hier weitere Informationen zum Meister aller Meerjungfrauen: Birgit und Claus Hartmann

 

Namen

Der Name für das Schiff kam endlich drauf, ich hatte schon so lange darauf gewartet. Die Farbe hatte leider zu lange, um zu trocknen. Doch jetzt ist er drauf. Habe richtig Freude, dass das Schiff nun den Namen ROBUSTA trägt. Den Heimathafen “Basel” ist noch nicht drauf, hier hatten wir das Maleur, dass wir diesen in Schwarz bestellt hatten. Vieleicht auch besser so ?

Dieselfilter

Dieselfilter wechseln war eine Schweinesauerei. Nicht nur dass der Diesel aus den alten Filtern überall rumquoll, auch die Filter selbst waren voll von Sand und anderen Unreinheiten. Dies führte dazu, dass die neuen Dichtungen die Luft noch durchliessen und so die Dieselpumpe mehr Luft als Diesel zog. Das führte dazu dass der Motor nicht mehr starten wollte. Bis man darauf kam, dass es daran lag, verging ein halber Tag. Ein Vorteil hat unser Deutz: Er ist selbstentlüftend. Das bedeutet, dass die normalerweise unangenehme Arbeit des Entlüftens des Motors entfällt. Das funktioniert natürlich nur wenn der Motor keine Luft saugt. Einige Stunden orgeln und der Motor startete nicht. Erst nach nochmaligem Reinigen der Dichtungen hatte ich Erfolg. Uff…

Wir haben nun alle Wartungsteile für den Motor in Genüge vorrätig. Spannend war die Suche nach Teilen aus dem Autormobilsektor, da gibt es Filter von MANN oder anderen Drittherstellern für unseren Vetus Deutz, die wesentlich günstiger zu haben sind. Wir haben nun acht externe Dieselfilter, zehn Ölfilter, sechs kleine Dieselfilter, vier Keilriemen und sechs Impellerpumpenräder. Das sollte für weitere 3000 Motorstunden reichen… Arbeiten am Motor bisher: diverse Ölwechsel, Keilriemen ersetzen, Dieselfilter tauschen.

Jade Wassersport Club

Hier möchten wir noch ein ganz grosses Dankeschön sagen für die tolle Zeit und die feine Gastfreundschaft des Jade Wassersportclubs Wilhelmshaven. Wir wurden jederzeit herzlich umsorgt und viel geholfen, wie man was am besten macht und wo man etwas am besten kriegt. Auch die schönen Pausenstunden werden wir nie vergessen. Speziellen Dank geht an Ralf und Holger, die leider bei unserer Abfahrt am Hafenfest in Bremen weilten. Ebenfalls an Uwe und seiner Familie, die den Liegeplatz neben uns belegten und immer für einen Aufsteller sorgten.

Abfahrt, Helgoland und Sylt

Am Montag, den 2. Juni gings endlich los. Bevor man den Hafen verlassen kann muss man einen Termin für die Schleusung und danach ein Termin mit der Kaiser Wilhelm Brücke vereinbaren, um aus Wilhelmshaven zu kommen. Berücksichtigen muss man die Tide, denn nur bei Hochwassser sollte man in See stechen, da man mit ablaufendem Hochwasser am besten aus dem Jadebusen fahren kann, denn das auslaufende Wasser spühlt einem mit ca. 2 Kt. Strom aus der grossen Bucht. So ging die erste Reiseetappe lediglich rund um Wilhelmshaven in den Tidenhafen Nassau nach 5 Seemeilen Fahrt. Am 3. Juni dann Start um 5 Uhr, Hochwasser. Bei Flaute fuhren wir unter Motor bis nach Helgoland, wo wir um 14 Uhr bereits ankamen. Die erste grosse Strecke, und Robusta bewährte sich! Es konnten die installierten Systeme das erste Mal getestet werden. Navigationssysteme, AIS und Radar funktionieren einwandfrei. Die Segel konnten auch das erste Mal gehisst werden, um zu schauen, ob alles stimmt. In Helgoland angekommen, hatten wir das Glück einen halbleeren Hafen vorzufinden, wo wir nur in einem Zweierpäckchen lagen. Leider vergassen wir, sofort Diesel zu tanken, da die Tankstelle nur zu Hochwasserzeiten angefahren werden kann, wegen dem Tiefgang. So mussten wir am nächsten Tag schon wieder um sechs Uhr aufstehen, um um sieben an die Tankstelle zu verholen. Nach zollfreiem Bunkern von Diesel aller Art legten wir dann ab mit dem Ziel Hörnum auf Sylt. Mit leichtem achterlichem Wind konnten wir das erste Mal richtig segeln. Und freuten uns wie die Kinder, dass die Robusta auch bei leichtem Wind nicht stehenbleibt. Bei 8 Kt Wind hatten wir 4 Kt. Fahrt. Gleich wurde noch das Handbuch der Windsteueranlage studiert und genau nach Anleitung die Anlage in Betrieb genommen. Was folgte war sechs Stunden feinstes Segeln, gesteuert von der Windpilot Pacific Plus ! Ankunft in Hörnum um ca. 16 Uhr, bevor die Schlechtwetterfront uns erreichte. Heute liegen wir gemütlich im Hafen, draussen regnet es fürchterlich.

 

 

Category: Deutschland
May 27

A-Team !

NaviEcke

Wie sagte doch der eine aus dem A-Team ? Ich liebe es wenn mein Plan funktioniert… ! (oder war es Mc Geifer)

Heute hatte ich mal die Naviecke durchprobiert, nach tagelangen Arbeiten über die Ostern… Airmail gestartet und die erste E-Mail über SSB Kurzwelle empfangen!  Somit läuft die Kommunikation über das Pactor Modem auf Anhieb ! Boa hätte ich nicht gedacht. Andere suchen die Fehler dann in Palma auf den Kanaren. (OK, auch ich bin mir bewusst, dass Störungen auftreten können und nicht immer alles perfekt taucht…)

Aber ein bisschen stolz bin ich doch dass die erste Verbindungsaufnahme mit einer belgischen Station grad so einfach klappte.

Auf dem Bild sieh man folgende Geräte:

Altes Furuno Radar 1712

SSB Kurzwelle ICOM M710 mit PACTOR PTCIII

Hotel-TV als Kartenplotter :)

Furuno UKW Funk

Furuno GPS GP-32

und einige mehr….

Am Sonntag in die grosse Schleuse und am Montag früh mit dem ablaufendem  Hochwasser raus in die Nordsee !

Category: Deutschland