June 5

Abfahrt !

Gallionsfigur

Letzte Vorbereitungen und Abfahrt !

Gallionsfigur

Am Freitag wurde unsere Gallionsfigur gebracht, sie ist so hübsch  und wird unser Schiff vor allen Gefahren des Meeres bewachen. Es ist eine ganz super tolle Arbeit von Claus, dem wohl einzigen noch bestehenden Gallionsfigurenschnitzer. Hier weitere Informationen zum Meister aller Meerjungfrauen: Birgit und Claus Hartmann

 

Namen

Der Name für das Schiff kam endlich drauf, ich hatte schon so lange darauf gewartet. Die Farbe hatte leider zu lange, um zu trocknen. Doch jetzt ist er drauf. Habe richtig Freude, dass das Schiff nun den Namen ROBUSTA trägt. Den Heimathafen “Basel” ist noch nicht drauf, hier hatten wir das Maleur, dass wir diesen in Schwarz bestellt hatten. Vieleicht auch besser so ?

Dieselfilter

Dieselfilter wechseln war eine Schweinesauerei. Nicht nur dass der Diesel aus den alten Filtern überall rumquoll, auch die Filter selbst waren voll von Sand und anderen Unreinheiten. Dies führte dazu, dass die neuen Dichtungen die Luft noch durchliessen und so die Dieselpumpe mehr Luft als Diesel zog. Das führte dazu dass der Motor nicht mehr starten wollte. Bis man darauf kam, dass es daran lag, verging ein halber Tag. Ein Vorteil hat unser Deutz: Er ist selbstentlüftend. Das bedeutet, dass die normalerweise unangenehme Arbeit des Entlüftens des Motors entfällt. Das funktioniert natürlich nur wenn der Motor keine Luft saugt. Einige Stunden orgeln und der Motor startete nicht. Erst nach nochmaligem Reinigen der Dichtungen hatte ich Erfolg. Uff…

Wir haben nun alle Wartungsteile für den Motor in Genüge vorrätig. Spannend war die Suche nach Teilen aus dem Autormobilsektor, da gibt es Filter von MANN oder anderen Drittherstellern für unseren Vetus Deutz, die wesentlich günstiger zu haben sind. Wir haben nun acht externe Dieselfilter, zehn Ölfilter, sechs kleine Dieselfilter, vier Keilriemen und sechs Impellerpumpenräder. Das sollte für weitere 3000 Motorstunden reichen… Arbeiten am Motor bisher: diverse Ölwechsel, Keilriemen ersetzen, Dieselfilter tauschen.

Jade Wassersport Club

Hier möchten wir noch ein ganz grosses Dankeschön sagen für die tolle Zeit und die feine Gastfreundschaft des Jade Wassersportclubs Wilhelmshaven. Wir wurden jederzeit herzlich umsorgt und viel geholfen, wie man was am besten macht und wo man etwas am besten kriegt. Auch die schönen Pausenstunden werden wir nie vergessen. Speziellen Dank geht an Ralf und Holger, die leider bei unserer Abfahrt am Hafenfest in Bremen weilten. Ebenfalls an Uwe und seiner Familie, die den Liegeplatz neben uns belegten und immer für einen Aufsteller sorgten.

Abfahrt, Helgoland und Sylt

Am Montag, den 2. Juni gings endlich los. Bevor man den Hafen verlassen kann muss man einen Termin für die Schleusung und danach ein Termin mit der Kaiser Wilhelm Brücke vereinbaren, um aus Wilhelmshaven zu kommen. Berücksichtigen muss man die Tide, denn nur bei Hochwassser sollte man in See stechen, da man mit ablaufendem Hochwasser am besten aus dem Jadebusen fahren kann, denn das auslaufende Wasser spühlt einem mit ca. 2 Kt. Strom aus der grossen Bucht. So ging die erste Reiseetappe lediglich rund um Wilhelmshaven in den Tidenhafen Nassau nach 5 Seemeilen Fahrt. Am 3. Juni dann Start um 5 Uhr, Hochwasser. Bei Flaute fuhren wir unter Motor bis nach Helgoland, wo wir um 14 Uhr bereits ankamen. Die erste grosse Strecke, und Robusta bewährte sich! Es konnten die installierten Systeme das erste Mal getestet werden. Navigationssysteme, AIS und Radar funktionieren einwandfrei. Die Segel konnten auch das erste Mal gehisst werden, um zu schauen, ob alles stimmt. In Helgoland angekommen, hatten wir das Glück einen halbleeren Hafen vorzufinden, wo wir nur in einem Zweierpäckchen lagen. Leider vergassen wir, sofort Diesel zu tanken, da die Tankstelle nur zu Hochwasserzeiten angefahren werden kann, wegen dem Tiefgang. So mussten wir am nächsten Tag schon wieder um sechs Uhr aufstehen, um um sieben an die Tankstelle zu verholen. Nach zollfreiem Bunkern von Diesel aller Art legten wir dann ab mit dem Ziel Hörnum auf Sylt. Mit leichtem achterlichem Wind konnten wir das erste Mal richtig segeln. Und freuten uns wie die Kinder, dass die Robusta auch bei leichtem Wind nicht stehenbleibt. Bei 8 Kt Wind hatten wir 4 Kt. Fahrt. Gleich wurde noch das Handbuch der Windsteueranlage studiert und genau nach Anleitung die Anlage in Betrieb genommen. Was folgte war sechs Stunden feinstes Segeln, gesteuert von der Windpilot Pacific Plus ! Ankunft in Hörnum um ca. 16 Uhr, bevor die Schlechtwetterfront uns erreichte. Heute liegen wir gemütlich im Hafen, draussen regnet es fürchterlich.

 

 

May 27

A-Team !

NaviEcke

Wie sagte doch der eine aus dem A-Team ? Ich liebe es wenn mein Plan funktioniert… ! (oder war es Mc Geifer)

Heute hatte ich mal die Naviecke durchprobiert, nach tagelangen Arbeiten über die Ostern… Airmail gestartet und die erste E-Mail über SSB Kurzwelle empfangen!  Somit läuft die Kommunikation über das Pactor Modem auf Anhieb ! Boa hätte ich nicht gedacht. Andere suchen die Fehler dann in Palma auf den Kanaren. (OK, auch ich bin mir bewusst, dass Störungen auftreten können und nicht immer alles perfekt taucht…)

Aber ein bisschen stolz bin ich doch dass die erste Verbindungsaufnahme mit einer belgischen Station grad so einfach klappte.

Auf dem Bild sieh man folgende Geräte:

Altes Furuno Radar 1712

SSB Kurzwelle ICOM M710 mit PACTOR PTCIII

Hotel-TV als Kartenplotter :)

Furuno UKW Funk

Furuno GPS GP-32

und einige mehr….

Am Sonntag in die grosse Schleuse und am Montag früh mit dem ablaufendem  Hochwasser raus in die Nordsee !

May 24

Hoch in den Mast !

Mast

Seit dem 14.5./20.5. sind wir nun beim Schiff. Jeden Tag hatten wir super spitzen Wetter, durchzogen lediglich mit ein paar Gewitterchen.

So gehen die Arbeiten am Schiff voran. Voll im Plan, trotzdem gab es ein paar ungewollte Entdeckungen. Wie zum Beispiel die untere Saling, die dank Montage eines Megaphons darauf nun in der Mitte rott ist. Ja die Saling ist aus Holz. Nun geht’s zum Schreiner, der soll uns neue zaubern. So hoffen wir doch. Ansonsten wird sie verstärkt bis wir diese austauschen können.

Weiterhin Rätsel gibt mir die Installation der Ladetechnik, diese ist wahrscheinlich gut geschaltet, mir jedoch fehlt noch ein Durchblich im Umkreis der Schaltrelais, die der Ladestrom auf die Batterien verteilen soll. Dazu gibts tolle Batteriewahlschalter, die auch noch verstanden sein wollen. (Die Relais sollten eigentlich die Wahlschalter in der Funktion ersetzen, nicht komplettieren…)
Die Solaranlage machte auch keinen Anschein zu funktionieren, Messsungen bestätigten diesen Verdacht. Mit dem Tausch der Sicherung am Laderegler änderte sich dann das Bild und plötzlich kommt wieder Strom. Das anfängliche Vorhaben, die Panels zu ersetzen konnte begraben werden. Zum Glück.
Ja das Schiff gibt einiges zu tun, doch grosse ungeplante Kosten (ausser Batterien) gabs bisher nicht. Lediglich der Windgenerator ist ein bisschen steif, der muss wohl nach 15 Jahren ausgetauscht werden. Gar nicht so einfach, da die Lieferzeit nicht mehr reicht, um diesen zeitig bei uns zu haben. Wir bestellen nun bei den Engländern mit Lieferung nach Iverness im Juli. Davor solls noch ohne gehen.
Gestern war ich im Mast ! Ganz oben ! Dabei habe ich doch Höhenangst ! Die Fallen in den Masten einziehen, und dabei nicht nach unten gucken. Und jetzt sind sie oben, und ich wieder unten. Uff. Ich kann mir das noch nicht vorstellen bei Wellengang.
Nun zum Endspurt ansetzen, noch eine Woche bis zum Start !

Thomas

May 4

Osterarbeitswoche

IMAG1451

Über die Osterferien fuhren wir zur Robusta. Es wurden 11 Tage schwere Arbeit. Folgend ein Auszug der getätigten Arbeiten:

– Installation folgender Geräte: AIS Sender, SSB Kurzwellenfunkanlage mit Antennentuner und Pactor,Bord-PC, Installation und Verdrahtung der elektrischen Installation – vorallem entfernen der nicht gebrauchten Kabel: vieles konnte auch ausgebaut werden.

– Reinstallation vom Radar, des VHF Funkgerätes und des GPS. Die Geräte wollen einen wohldefinierten Platz haben, da der Platz nicht wirklich unbeschränkt ist…

– Entfernen, reinigen und neu Anbringen der Doradelüfter. Leider war einer undicht, das dazu führte, dass ein Bereich der Vorkoje bisschen rottig wurde…

– Checken des Dinghis – ja es ist wie neu und lässt sich wunderbar aufblasen !

– Motoröl wechseln – das ist ja mal einfach. Mit einer Handpumpe kann das Altöl leicht rausgepumpt werden. Danach 10 Liter neues Öl. (Der Motor ist ölgekühlt. Darum braucht es so viel davon!)

– Probefahrt. Ja darauf hatten wir uns besonders gefreut ! Sie fährt wunderbar.

– Auftrag erteilen für neue Sprayhood

– Radio mit Subwoover installieren ! Jetzt haben wir den super Sound an Bord !

– Reengineering der Bordelektrik – Das wird noch dauern, zu verstehen wie das Ladekonzept gedacht ist….

– Nähen und zuschneiden sämtlicher Matratzenpolster – für einen tiefen gesunden Schlaf 😉

– Abdichten der Bullaugenfenster mit neuem Moosgummi

– Offene Arbeiten: Segel anschlagen, laufendes Gut checken, Motor Wartung / Ersatzteile komplettieren, Namen ändern, Elektrik durchchecken und vieles mehr…  Aber isch denke, wir können am 1. Juni auslaufen !

Es hat viel Spass gemacht diese Woche ! Dazu der Bericht von Anja:

Eigentlich sollte ich ja papp schlapp sein. Sind am Abend von der genau 1000 Kilometer langen Heimreise von Willhelmshaven zu Hause angekommen. Nach zwei Wochen intensivster Arbeit am Schiff liege ich zwar völlig erschöpft platt im Bett, aber meine Augen stehen sperrangel weit offen und die Gedanken kreisen mir wirr im Kopf. Wenn ich über die letzten Tage so nachdenke, stelle ich gerade fest, dass wir täglich mindestens 12, nein sogar bis 15 Stunden gearbeitet haben. An irgend eine Pause mag ich mich auch nicht erinnern. Hat sich gar nicht so angefühlt – macht ja auch voll viel Freude alles am Schiff zu verschönern und unseren Bedürfnissen anzupassen.
Aber eben, alles dauert halt schon immer viel länger als geplant; wären da nicht die netten unverhofften Überraschungen wie zum Beispiel  die eine Dorade Lüftung, die wohl die letzten paar Wochen undicht gewesen sein musste. Beim letzten Besuch hatte ich noch einen Eimer über die Lüftung gestülpt. Irgend so ein Gefühl machte sich bei mir breit, dass das Teil nicht dicht sein kann – hat aber nicht’s geholfen.
Mit unverhofftem Zeitaufwand muss gerechnet werden wenn kein funkelnagelneues Boot direkt ab Werft erstanden wurde.
Alles musste jetzt schnell gehen, da auf den Abend ein Gewitter angekündigt war.
Nachdem ich den ganzen Tag auf dem Schiff an der Dorade Lüftung erst mal die mit diversen Farbschichten überpinselten Schrauben frei popeln musste, und Thomi, der lieber seine Elektrokästchen installiert hätte in der Kabine derweil die Holzverkleidung abmontieren musste um den Schaden genauer zu inspizieren, gönnten wir uns ein nettes Abendessen beim Griechen.
Ach ja und da war auch noch der Typ der unsere Galionsfigur, die ich von meinem Arbeitsteam geschenkt kriege anschweissen soll. Bei der Begrüssung hat er mir fast die Hand zerquetscht. Er hat über unser geliebtes Schiff gelästert!  Später haben wir gesehen, dass es sich bei der angeblich total unprofessionell geschweissten Stelle um eine übermalte Fuge der hölzernen Backskiste handelte……
Während dem Essen gerieten wir einander prompt noch in die Wolle: Thomi der bereits die doppelt so grosse Ration Ouzo als ich intus hatte um den Tagesstress abzubauen, hörte mir gar nicht mehr recht zu als ich über die Arbeiten des nächsten Tages sprach. Nun freute ich  mich nur noch auf die von mir neu genähte Koje. Beim öffnen der Luke ergoss sich ein Schwall Wasser direkt auf die Matratzen. Für einem Bruchteil einer Sekunde hatte ich den Rheinfall vor Augen bis ich realisierte was los war. Beim Deckschruppen muss wohl die ganze Mövenkacke den Ablauf verstopft haben womit sich einiges Wasser vom Gewitter hinter der Luke anstauen konnte.
Wo bleibt denn da noch  Raum für die Vorfreude einer Weltumsegelung?? Was wir noch alles erledigen müssen ist unglaublich. Auch die fein säuberlich angefertigten  Listen bringen keine grosse Abhilfe gegen den Vor-Abreise-End-Vorbereitungsstress.
Ich habe nur noch rumgebellt. Thomi hat sich gar nicht mehr in meine Nähe getraut. Mit blank gescheuerten Nerven, richtete ich mir in der hintersten Ecke der Achterkajüte ein Nachtlager auf den Segelsäcken ein. Ich wollte nur noch alleine sein und heulen und händigte Thomi, so sozial wie ich manchmal bin, dummerweise gleich auch noch zwei der drei Decken aus – was ich später bereute da es saukalt war!

Der folgende Tag bescherte schon fast sommerliche Temperaturen während es in der Schweiz sogar noch bis in die Niederungen geschneit hat. Was für ein Trost! So erhellte sich mein Gemüt und die Koje trocknete innert kürzester Zeit. Härtetest jedenfalls mit Bravur bestanden 😉
Robusta wird immer schöner! Juhuiii in drei Wochen wohnen wir auf unserem Mocken!