January 5 2019

Aufbruch zur Südinsel

Nach Totenstille auf unserem Blog will ich versuchen, meine Zeit nach der langen Heimreise in die Schweiz von Anja zusammenzufassen.
Nachdem Anja die Fähre nach Auckland City bestieg und ich meine Tränen versuchte zu trocknen, holte ich zügig den Anker auf und machte mich auf den Weg nach Great Barrier Island. Dort liegt Leo vor Anker, der ebenfalls eine monatelange Zeit in Whangarei MIT Yacht flicken hinter sich hatte. Seine Situation ist auch nicht die einfachste. Er ist Skipper auf der Segelyacht eines reichen Italieners. Dieser ging jedoch pleite und so blieb die Bezahlung der Crew und vom Skipper aus. Ich weiss noch nicht wie sich das weiter entwickeln wird. Es war ein grosses Wiedersehen auf Barrier Island. Ich verbrachte hier einige tolle Tage, doch ich wollte weiter. Mein grosser Plan ist immer noch runter in den Süden von Neuseeland zu fahren.

Jedoch standen noch einige Arbeiten an, so dass ich am 7. Dezember erneut nach Whangarei aufbrach. Die Farbe in einem Bereich der Bilge hatte sich gelöst. Es handelt sich um ein produkt von Argentinien. Diese wollte ich unbedingt erneuern. Ebenfalls lösen wollte ich die Befüllung der Wassertanks, da hatte ich so ein Niveau-Problem, das Wasser lief über bevor der dritte Tank gefüllt wurde. Dies konnte ich mit der Montage neuer Entlüfungsschläuche lösen.

Nebst Wasser und Diesel musste ebenfalls viel Verpflegung und Getränke gebunkert werden. Die Preise sind her auf der Nordinsel doch einiges tiefer als im Süden. Am 8.12. war noch die CD-Taufe von der Band Mermaid Bait, dieser Event war sowas von cool. Andi brachte ich am 10.10. nach Auckland zum Flughafen.
Alles erledigt. Somit begann die Warterei auf ein Wetterfenster. Um von der Nord- zur Südinsel zu gelangen,  empfiehlt es sich zuerst nach Norden das Cape Reigna grossräumig zu  umsegeln um danach auf der Westseite südwärts zu steuern. Dies weil die Winde besser sein sollen, der Weg insgesamt kürzer und besser planbar ist. Es braucht ein Tief, das sich von Tasmanien nach Neuseeland aufmacht, so dass man auf dessen Vorderseite die Winde von Nordwest nutzen kann. Tatsächlich öffnete sich ein Fenster, zwei aufeinander folgende Tiefs waren im Anmarsch, leider war jedoch noch ein Hoch über Neuseeland, darum war kein Wind an der Ostküsze bis nach Cape Reinga. So kam der Deutz wieder mal so richtig in Einsatz.
Cape Reinga war sehr spannend. Ein Blick auf die Strömungskarten versetzt ins Staunen. Es bedeutete für mich eine grossräumige Umfahrung des Capes. Danach traf der vorausgesagte Wind dann auch ein, leider mehr aus West denn Nordwest. Ein Amwindkurs über mehrere Tage nach Süd folgte, mit gutem Ausgang: Angekommen nach 4 Tage auf See in Nelson, just bevor der Wind auf 40 Knoten aus Süd drehte.

Nelson ist eine kleine Stadt mit Hafen und Sandbarriere davor. So liegt es sich im Vorhafen bei bis zu zwei Knoten Strom und viel Wind eher unruhig, doch mindestens kostenfrei. Die Marina ist ja nicht wirklich attraktiv, eher uneinladend. Und schön ist es hier auch nicht, viele Berge und Hügel sind kahl, die Bäume abgeholzt und nach Asien verschifft.

Nun wo brausen denn all die Boote hin, die hier aus dem Hafen kommen? Schliesslich ist ja Ferienzeit. Nach Abel Tasman! Somit segelte ich hinterher, um die goldenen Strände im Naturpark zu besuchen. Ja und es hat sich gelohnt! Wunderschöne Strände und viel tolle Natur warteten auf mich: Viele Vögel, Seehunde und Steine. Kehrseite der Medallie: Unglaublich viel Tourismus hat sich hier etabliert, viele Kanus sind unterwegs und noch mehr Wanderer krabbeln wie Ameisen auf den Bergen rum. Viele Speedboote und lärmende Jetskis sind am rumrasen. Und natürlich all die Segler aus dem Nelson Hafen ankerten an zwei halbwegs geschützten Stellen.

Nach dem Neujahr gings dann wieder zurück nach Nelson, um bisschen frische Sachen zu kaufen, und nochmals Wäsche zu waschen. Danach neues Ziel: Marlborough Sounds.
Planmässig setzt der Südwind ein, der mich durch den French Pass bläst, eine Engstelle wo das Wasser bis zu sieben Knoten durchströmt. Nur während 20 Minuten, alle sechs Stunden, ist das Wasser still (slack), in denen (unter Motor) die Durchfahrt möglich ist. Nun bin ich da wo ich schon lange sein wollte: in den Marlborough Sounds der Südinsel.

Thomas