September 20

Ankunft in Fiji, Savusavu

Die Überfahrt von Tonga nach Fiji dauerte fünf Tage. Schönes Segeln mit nur einem Tag Flaute. Wir  schlafen und lesen viel, durchforsten Reiseführer und Segelbücher.  Schade war halt schon, dass wir an all den schönen Inseln der Lau Group vorbei segeln mussten. Ohne Crusing Permit irgendwo zu ankern wird von Fiji Kennern abgeraten. Ein Port of Entry muss also zwingend angelaufen werden um den Crusing Permit zu beantragen. Hier wird der ganze Behördenkram sehr ernst genommen. Mal sehen.

Am dritten Tag der Überfahrt machen wir den absoluten Rekordfang: Der Fisch kämpft wie ein Wahnsinniger an der Leine. Schwimmt im vollem Tempo nach links um gleich darauf wieder in die andere Richtung zu sausen. Plötzlich schwimmt er sogar an der Backbordseite. Hoffentlich verdüddelt sich nun die Angelleine nicht in der Windsteueranlage. Hoffentlich hält die Leine das ganze Gezerre aus! Der Fisch scheint riesig zu sein. Thomas schafft es ihn ins Süll zu hieven.  Dort zappelt er mit seinem ganzen Körper und klopft mit der Schwanzflosse heftig auf den Stahl. Ich reiche Thomas das Messer, damit er ihn mit einem Kiemenschnitt killen kann. Nicht einfach da der Fisch nicht stillhalten will. Grauenhaft, nun spritzt das Blut in alle Richtungen. In solchen Momenten schwöre ich, dass ich ab morgen nur noch vegetarisch essen werde. Es ist ein Mahi Mahi! Thomas sieht aus, als komme er direkt vom Schlachtfeld. Nachdem der Mahi Mahi zerlegt ist, müssen wir beide erstmal ein Bad nehmen. Aber erst wenn das ganze Blut vom Deck gespült ist und die Robusta etwas weiter gesegelt ist. Wollen ja keine Haie, die zufällig nach uns schnappen weil wir gerade die Mahi Mahi Resten ins Meer geschmissen haben.

Savusavu laufen wir gegen Mittag mit der gelben Quarantäneflagge gehisst an. Über Funk melde ich bei der  Marina Copra Shed, das wir einklarieren wollen. Sie werden uns benachrichtigen, wenn die Beamten da sind. Jemand muss sie abholen. Die haben kein Boot!

Das Dinghi ist seit längerem immer wieder mal Patient.  Luft entweicht immer noch trotz der professionellen Reparatur in Nuku Hiva in den Marquesas. Die ganze Reparatur ist natürlich zwecklos, wenn ein Loch nicht geflickt wird weil es schwer zugänglich ist…. Seit geraumer Zeit dringt auch noch Wasser durch den Boden ein.  Nun, ausgerechnet wo Thomas die Beamten abholen muss, ist es ganz schlimm geworden. Innert Kürze stehen zwanzig Zentimeter Wasser im Dinghi! Der Motor bockt auch. Trotz neuem Impeller zirkuliert das Kühlwasser nicht zufriedenstellend. Erst holt Thomas die Beamten von der Health Inspection ab. Sie tragen’s mit Fassung, dass sie mit einer fahrenden Badewanne transportiert werden.

Über Coca Cola und die Pop-Corn mit Curry freuen sich die beiden Indisch stämmigen Beamten sehr.

Alle Papiere füllen sie selber aus. Angaben zum Gesundheitszustand, Menge an frischem Gemüse, Milchprodukte, Fisch und Fleisch oder Tiefkühlprodukte werden im Formular aufgelistet.  Dürfen aber alles behalten. Hatten auch nicht mehr viel. Nur noch etwas gefrorenen Fisch. Den haben wir aber nicht deklariert und die Kräuterpflanzen habe ich versteckt. Der Kefir hat auch in der Bilge warten müssen. Nach einer Stunde ist die Prozedur überstanden. Wo bleiben nun die anderen Beamten? Kurz vor fünf kündigt die Copra-Shed über Funk an, dass sie nun abgeholt werden könnten. Wenn die nun Überzeit verrechnen wehren wir uns aber.

Zehn Minuten später ist Thomas mit der noch halbwegs schwimmenden Badewanne, nun mit zwei Beamtinnen beladen, wieder bei der Robusta. Socken und Schuhe mussten sie am Steg deponieren und die Uniform ist bis zu den Knien hochgerollt. Da sie wegen dem schlappen Dinghi grosse Mühe hatten an Board zu klettern, zog ich von oben am Hemdkragen und Thomas hat von unten  geschoben…. „Sorry we are to big“ entschuldigt sich die eine. Beide hocken nun Tränen lachend im Cockpit. Ist uns überhaupt nicht recht. Ich reiche ihnen ein Badetuch, damit sie ihre Füsse trocken können. Nun biete ich Kekse und Coca Cola an. “Nein danke” ist nur eine Höflichkeitsfloskel die ich gleich mal ignoriere um nach ihrem Verständnis freundlich zu sein. Schenke Cola ein und stelle die Kekse vor ihnen auf den Tisch. Als sie sich nun von der Lachattacke erholt haben, gehen sie zum ernsten Teil über und füllen die Papiere ebenfalls für uns aus. Sehr nett. Doch  sie haben ein Formular vergessen mitzubringen. Somit muss ich am nächsten Tag Customs nochmals aufsuchen, um den Rest auszufüllen und ebenfalls um sämtliche Gebühren zu bezahlen. Health, Biosecurity und Customs. War gar nicht einfach, diese Stellen zu finden. Ich war sicher einen Nachmittag lang in der kleinen Stadt rumgelaufen. Waren insgesamt über 200 US$.

So und nun dauert es ein bis drei Arbeitstage bis der Crusing permit ausgestellt ist und wir dürfen an Land!

Der erste Landgang führt uns an sehr einfachen Indischen und Chinesischen Esslokalen und kleinen Läden vorbei. Im Zentrum liegt der grosse Gemüsemarkt. Die Düfte der Indischen Gewürze bringen den Magen zum knurren. Auffallend sind die vielen Secondhand Kleidergeschäfte. Alles Klamotten aus Hilfslieferungen von Australien. Neue Kleider kann sich offenbar hier niemand leisten. Fiji ist das meist Mulitkulturelle Land in der Südsee heisst es im Reiseführer. Hier leben nebst den Melanesierviele Inder, Chinesen und Europäer und weitere Nationen.

Savusavu gefällt uns sehr gut!

Am Abend treffen wir Freunde in der Bar der Copra Shed Marina. Sie hatten weniger Glück beim Einklarieren: Die beiden Ladies nahmen ihren Job sehr ernst. Öffneten Schränke und entdeckten dabei Schnaps und Wein. Der Schnaps war ihnen egal da die Flaschen noch zu sind. Aber für den Wein, der ja auch noch verkorkt war, kassierten sie 100% Alkoholsteuer! Der Wert wurde ausgehandelt. Doch weniger als 4 US Dollar pro Flasche konnte nicht runter gehandelt werden. Da kann sich schon eine Summe zusammenläppern…

Am Wochenende stand ein Besuch im lokalen Tanzschuppen an. Frauen bezahlen keinen Eintritt. Neben der Kasse, auf einem rostigen Oelfass, steht eine grosse Holzschüssel mit Kava, ein beruhigendes Getränk das aus den Wurzeln einer pfefferartigen Pflanze hergestellt wird. Alle durchlaufen nun das Sevusevu Ritual in Kurzform: Sich vor die Schüssel stellen, ein mal in die Hände klatschen, Kokosschale mit Kava ex austrinken und danach drei mal in die Hände klatschen. Das Kava-Kava ist um 11 Uhr bestimmt schon ein echter Bakteriencocktail, denn die Partie hat bereits um sechs Uhr begonnen. Aline jedenfalls leidet die nächsten zwei Tage an heftigem Durchfall.

Drinnen ist es recht duster. Das Lokal ist etwa 40 Quadratmeter klein. Lauter Hip-Hop dröhnt aus den Boxen. In einer Ecke ist eine Bar gut vergittert eingerichtet. Das Publikum besteht zu 99 Prozent aus Männern. Einige von ihnen stürzen sich gleich auf uns Frauen und wollen tanzen. Nicht mal als unsere Partner uns eng umschlungen festhalten, hören sie auf. Echt mühsam. Sogar Thomi wird begrabscht. Dabei waren wir alle super gesittet gekleidet! Nach einer halben Stunde verlassen wir die Bude fluchtartig. Die verbliebenen Gäste veranstalten nun aus irgend einem Grund einen Boxkampf.

Wir dachten Kava hat eine beruhigende Wirkung………………….

 

September 10

Spannendes aus Tonga

Während unseren zahlreichen Erkundungstouren durch die Natur und kleine Siedlungen, erfahren wir in Gesprächen mit den sehr offenen Menschen so einiges Spannendes und auch Dinge die uns fremd sind und uns irriteren.

Bevor wir die kleine Siedlung erreichen, schlinge ich ein Tuch um meine Hüften das bis über meine Knie reicht. Frauen mit kurzen Hosen und ohne bedeckte Schultern, das geht gar nicht. Am Landesteg sitzen einige Frauen mit ihren kleinen Kindern. Wir begrüssen sie und fragen ob es in Ordnung ist, in ihrer Siedlung zu spazieren. Aber erst mal setzen wir uns auch auf die Hafenmauer und plaudern mit ihnen. Fahinas T-Shirt trägt die Aufschrift “Domestic violence is a crime” (häusliche Gewalt ist ein Verbrechen). Meine Fragen über ihre Lebensweise hier im Dorf, beantwortet sie kurz und prägnant folgender massen:

“wir leben hier noch immer wie vor hundert Jahren, mit dem Unterschied, dass die meisten Häuser eine Toilette mit Spülung haben”.

Na ja, diese Aussage scheint mir nun doch etwas übertrieben. Vor hundert Jahren gab es hier jedenfalls noch keine Autos oder Landmaschinen und auch keinen Strom und schon gar kein Internet.

Das Gesprächsthema  landet schnell mal beim Glauben. Ob wir eine Bibel an Board haben und welches denn unser Lieblingsparagraph ist? Oder wie werden die Dinger in der Bibel schon wieder genannt? Können wir als Atheisten natürlich überhaupt nicht beantworten. Nun sind die Frauen sichtlich irritiert. Sie besuchen die Kirche jeden Morgen um 5 Uhr! Mit etwas würgen, schaffe ich es das Gespräch aufs Thema Kochen umzuschwenken.

Religion scheint in ihrem Leben einen enorm hohen Stellenwert einzunehmen. In jeder kleinen Siedlung sind  immer mehrere Kirchengemeinden vertreten. Die schnellst wachsende Kirche der 16 offiziellen Religionen in Tonga sind die Mormonen. Gefolgt von der  Free Wesleyan Church, Katholiken und Free Church of Tonga. Die Kirche hat hier auch grossen Einfluss auf die Politik. Die Mormonen sammeln von ihren Jüngern Unmengen an Geld, welches in Kirchenbau und gut ausgerüstete Schulen investiert wird. So mancher Bürger hat auch schon einen Kredit aufgenommen um mit wohlhabenden Spendern mithalten zu können. Viele Familien treten der Mormonen bei, bevor ihre Kinder das Schulalter erreichen. Dabei hat Tonga ein sehr gutes kostenloses Bildungssystem, das sogar Studien im Ausland mit Stipendien unterstützt.

Von der jungen Rachel kaufen wir Gemüse. Sie wird demnächst nach Kalifornien reisen. Die Mormonenkirche finanziert die Reise und den Aufenthalt von 18 Monaten, den sich die Familie sonst niemals leisten könnte. Sie wird dort in einem Mormonenzentrum leben. Was Rachels Aufgabe im Ausland sein wird, ist genau das was ich an so manchen Sonntagen in der Schweiz erlebt habe: Gerade mal knapp nach Sonnenaufgang polterte es an meiner Wohnungstür. Ich träume wohl. Aber nein! Ich bin so blöd und öffnete im Halbschlaf die Tür da mein Hund nicht aufhört zu kläffen. In Anzug und Kostüm, schwarz-weiss gekleidet, wollen zwei junge Leute mir das Buch Mormon persönlich näher bringen. Ich bekunde mehr oder weniger freundlich mein Desinteresse. Nächsten Sonntag wieder der selbe Terror und die nächsten Sonntage auch. Nicht mal die Drohung mit der Polizei hat geholfen. Erst als Bello vor der Haustüre pennt, kehrt die sonntägliche Ruhe wieder ein.

Ist ja schon krass was die Missionare aus Europa und den USA in der Südsee und in manchen anderen Länder der Welt bewirkt haben.

Was ich noch so alles im Netz und aus den Reiseführern über Tonga gefunden habe ist wirklich spannend. Dazu eine kurze Zusammenfassung was mich beeindruckt hat:

Die Männer stehen über den Frauen. Doch in der Familie sind Schwestern angesehener als Brüder. Den grössten Respekt gehört den alten Menschen. Der jüngste Sohn hilft in der Landwirtschaft mit. Das Land auf dem die Menschen Leben und bewirtschaften, gehört entweder der Königsfamilie oder dem Staat. Der Königsfamilie wird als Gegenleistung bei Beerdigungen oder Hochzeiten Gemüse geschenkt. Diejenigen die auf Staatsboden leben, bezahlen Steuern. Land kann in Tonga nicht verkauft werden. Nur verschenken ist möglich. Dafür wird aber ein Gegengeschenk erwartet, das auch in Form von Geld entrichtet werden kann. In Tonga wird fast alles geteilt. Vor allem die Ernte.”Mein und Dein” scheint hier nicht zu existieren. Wer etwas braucht leiht es sich. Wenn es wieder gebraucht wird, muss es halt wieder zurück geliehen werden.

Immerhin haben die Missionaren den Kanibalismus abgeschafft. Vor rund 100 Jahren landete der letzte Eindringling Tongas in einem „Umu“ (Traditionelles Gericht das im Erdofen zubereitet wird). Kannibalismus wurde nicht um den Proteinmangel auszugleichen betrieben. Vielmehr galt diese Tradition als Machtdemonstration gegenüber Angreifer und Feinde.

Tonga ist ein spannendes Land. Gerne würden wir hier mehr Zeit verbringen und die Kultur näher kennen lernen. Doch die Zeit drängt und wir müssen weiter ziehen.

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September 5

Ha’apai Group und die Buckelwale

Nach der Entwicklung vom “Whalecatching” über “Whalewatching” kommt wohl nun die endgültige Steigerung: “Swimming with the whales”. Aus diesem Grund reisen viele Touristen nach Tonga. Vom Juli bis August gebären die Buckelwale in den warmen und durch Riffe geschützten Gewässer von Tonga ihre Kälber. Im November ziehen sie dann wieder zurück in den Süden, in die nährstoffreichen Gewässer der Antarktik.

Die Angebote “Swimming with the whales” sind trotz horrender Preise für mehrere Wochen im Voraus ausgebucht. Für ein paar Stunden Ausflug in einem kleinen Boot, inklusive Picknick und Kotztüte, blätterst du rund 220 US Dollar pro Person hin. Für so viel Geld muss ja schon etwas geboten werden. Ob sich die Riesen mit ihren frisch geborenen Kälber nicht gestört fühlen, bezweifeln wir. Jedes Muttertier, eine Kuh, Hund oder Schaf würde seine Jungen verteidigen. Die Anbieter solcher Touren absolvieren einen zweiwöchigen Kurs. Dann erst kann eine Bewilligung vom Staat beantragt werden. Wieviel Schmiergeld und Beziehungen nebst dem Kurskosten noch dazu kommen, wissen wir nicht.

Die Touristenboote, meist mit  zwei mal 150 PS Motoren ausgerüstet, jagten nach unserer Beobachtung den Tieren förmlich hinterher. Zumindest das Motorengeräusch muss doch für die Wale unangenehm sein.

Thomas hatte da ein Erlebnis, das ich als Fotografin miterleben durfte. In einer einsamen Bucht lag die Robusta vor Anker. Thomas erkundete gerade mit Schnorchel und Taucherbrille das Riff als ein Buckelwal mit seinem Kalb ganz dicht an ihm vorbeidriftete. Das Kalb schwamm Thomas sogar neugierig hinterher.

Also eine Begegnung  der freiwilligen Art?

Oder kann schon das Ankern in einem Gebiet mit Walen kritisiert werden? Was haben denn Experten dazu für eine Meinung?

Trotzdem finden wir, die sanften Riesen haben ihre Ruhe verdient und stehen dem Angebot “Schwimmen mit den Buckelwalen” erst mal  kritisch gegenüber.

Und übrigens ist Schwimmen mit Walen auf eigene Faust, in ganz Tonga strengstens verboten!

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September 1

Neiafu

Frisch ausgeschlafen, besuchen wir alle Bekannten der in der Bucht liegenden Yachten. Das grosse Wiedersehen muss gefeiert werden. Zur Happy Hour zwischen 16 und 18 Uhr im Mangos. Doch als erstes soll ein Segelmacher gefunden werden. Auf Kanal 26 findet jeden Morgen um 08:30 eine Quasselrunde statt. Hier werden alle Infos durchgegeben was so in Neiafu und Umgebung los ist. Fragen können auch gestellt werden. Aber da stehen einem schon mal auch die Haare senkrecht zu Berge, was da so alles gefragt wird. Na ja, um acht Uhr dreissig hat offensichtlich noch nicht jedes Hirn seine Höchstleistung erreicht.

Jedenfalls erfahren wir wo sich der Segelmacher befindet. Doch er scheint unerreichbar zu sein. Jemand kennt Segler die eine Nähmaschine an Board haben. Wir besuchen sie und die Frau. Doch mir ihrer Nähmaschine komme sie nicht an die Stelle wo unser Segel gerissen ist, nämlich genau in der Mitte. Sie gibt uns aber einen tollen Tipp, wie wir das Segel selber reparieren können. Mit Kleber! Wie bitte? Ja mit 5200 von 3M. Eine Kartusche kostet an die 50 US Dollar. Mit der Ware können sogar Unterwasserreparaturen ausgeführt werden. In der neuen Werft findet Thomas tatsächlich den Wunderkleber! Kurz später entdecken wir auch gerade den optimalen Ort um das Segel in voller Grösse auszulegen. Unterhalb des Hotel Paradise befindet sich eine Art Landungssteg aus Beton. Beim genaueren Hinschauen merken wir, dass es sich um einen abgesoffenen Frachter handelt der mit Beton aufgefüllt wurde. Muss mal so eine Art überdachte Kneipe gewesen sein. In stundenlanger Arbeit werden nun passende runde Flicken aus Segelstoff zugeschnitten. Jede nur kleineste Scheuerstelle die zum Beispiel durch das viele Reffen entstanden ist, soll verstärkt  werden. Für den zirka 50 Zentimeter langen Schlitz, mitten im Grosssegel, werden zwei Flicken zugeschnitten. Diese werden beidseitig, etwas versetzt angeklebt. Damit der überschüssige Kleber nicht unkontrolliert unter den Flicken hervorquellen kann, wird erst mit Klebband eine Abgrenzung geschaffen.

Das frisch verpflasterte Produkt sieht vorerst mal toll aus. Trockenzeit: sieben Tage. So wird das Segel auf dem Landungssteg festgebunden und mit einer Plane überdeckt. Hoffentlich bappen die Plane und das Segel später nicht zusammen!

Das Dock würde sich eigentlich perfekt für eine Geburtstagsparty eignen! So gehe ich mal zum Hotel hoch um zu fragen ob das möglich wäre. Alles sieht sehr gespenstisch und zerfallen aus. Paradiesisch sieht die Anlage eindeutig nicht mehr aus. Der Garten ist mit Unkraut überwuchert. Keine Menschen, nur Hühner sind da. Der Swimmingpool ist halb leer aber dafür halb mit Laub gefüllt. Ein Teil des Hotels ist sogar abgebrannt. Von irgendwoher höre ich eine Glotze. Gehe dem Geräusch nach und komme zu einer offenen Tür. Hello! Nun hallen schlurfende Schritte aus dem Innern. Der fette Beamte der sich beim Einklarieren so unsportlich mit dem Teppich über die Reling gestemmt hatte, erscheint im Türrahmen! Seine Frau, die gesprächige Chefin, die mich nicht mehr gehen lassen wollte, erlaubt das Vorhaben. Sie werde auch kommen um mir zu gratulieren. Sie kommt dann aber nicht. Ist wohl auch viel zu fett um sich noch die steile Treppe runter zu quälen.

Zum Geburtstag bringen alle etwas zum Essen und Trinken mit. Paul schleppt sogar einen Grill an. Die Party war super cool. So viel leckeres Essen! Vertreten waren Amis, Bermuda, Deutschland, England, Schwiiz, Tasmanien und Tunesien!

Also ein echt bunter Haufen!

Danke für das super lustige tolle Fest mit euch allen und die schönen Zeichnungen der Kinder und die Geschenke!!! Ist mir fast schon peinlich so verwöhnt zu werden!

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