May 28

Internet in Französisch Polynesien

Unterwasserkabel

Internet war auch schon einfacher. Hier in Französisch Polynesien ist es schwer, Internet zu finden, vor allem in abgelegenen Orten – falls es überhaupt eines gibt.
In den Marquesas und Tuamotus läuft der gesammte Trafic über Satellit. Die Telekom (privates Organ) betreibt auf den Inseln die überdimensionale Satellitenschüssel, ausgerichtet auf einen geostationären Satelliten. Fragt sich nur noch, wem der gehört. Vermute mal den Franzosen oder ist es ein internationaler Satellit wie z.B. Iridium ?
Das Signal wird via Telefonkabel an die einzelnen Abonnementen verteilt, dies sind vor allem Restaurants oder private Haushalte. Internet-Abos sind hier teuer (180 Fr für 8 Mb/Sekunden/Monat im 2015). So findedt du kaum freies Internet. Restaurants verlangen pro Stunde bis 5 Franken. Doch einige bieten es kostenlos, schielen auf viele Segler, die sich dann in der Bar tummeln. Dies kennen wir schon aus Puerto Williams. Alle vor dem Smartphone sitzend, still ist es dann wie in der Kirche. Ist ja auch schade.
Weiter gibt es zwei Firmen, die bieten Internet via Hotspot. Dies ist ebenfalls für 5 Franken pro Stunde zu haben. Geschwindigkeit hängt vom Wetter ab. Wenn es regnet, dann ist kaum was zu laden. Oder viele Benutzer sind Online, dann sind ebenfalls Mäuse in der Leitung. So weisst du nie, ob etwas für den Einsatz heruasspringt. Ist oft wie Roulette!
Eine weitere Lösung wäre Internet via Mobile (SIM Karte), doch auch diese Option ist kaum zu bezahlen. 200 Mb kosten über 15 Franken.
Speziell ist Tahiti: hier sind Unterwasserkabel, von Hawaii gezogen, im Einsatz. Internet ist sehr schnell und die Kapazität wird bei weitem nicht ausgeschöpft. Nun könnte man meinen, es wäre darum viel preiswerter. Doch die Preise sind gleich wie auf den anderen Inseln. Verdient sich irgendwer eine goldene Nase dabei? Vieleicht hat sich aber die Verlegung der Leitung nicht gerechnet. Es leben nur 180’000 Leute auf Tahiti, sie nutzen gerade mal 1 % der möglichen Kapazität.
Daher stauen sich die Blogartikel im Speicher der Harddisc und gammeln dort vor sich hin, bis eine brauchbare Lösung gefunden wird, die Artikel und Bilder hochzuladen.
Weitere interessante Informationen in einem Artikel von Motherboard.
Weltkarte der Unterwasserkabel

Thomas

May 22

Stress-Käfer

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Cool, so hoffen wir doch auf sonnige Tage, damit die Stromversorgung mit den Solarpanelen aufrechterhalten werden kann. Wäre schon blöd wenn der Motor nicht mehr anspringt. Auf kaltes Bier verzichten wir schon seit längerem. Den Kühlschrank zu betreiben ist für die altersschwachen, acht Jahre alten Batterien schlicht zu viel. So reist nun unser Fleisch ein Weilchen im Kühlschrank der Sy Kama durch’s Atoll.

Der Crew von der Kyory und Kama danken wir echt, dass sie uns immer mit ihrem Dinghi mitnehmen und wir nicht dauernd paddeln müssen!

Im Südpass ist nun auch noch die Segelyacht Maya eingetroffen. Wieder mal Schwiizerdütsch zu quasseln ist echt cool!

Ihr Dingi ist durchlöchert! Im Dunkeln sind sie pflichtbewusst mit Licht durch die Lagune getuckert. Dabei sind einige Hornhechte, durch das Licht angezogen, ins Dinghi gehopst und haben mit ihren spitzen Zähnen Löcher reingebohrt! Unglaublich.

Fazit: Wir haben ein dichtes Dinghi und sie einen funktionierenden Motor.

Erst reagiere ich auf Herberts Vorschlag, das Dinghi und den Motor zu teilen, genervt.

Haben eben gerade irgendwelche Käfer im Mehl entdeckt! Sorry, waren gerade dabei, das Ausmass der Katastrophe zu eruieren.

Das Weissmehl, welches in Ua Pou angeschafft wurde, war voller kleiner schwarzer Käfer. Drei weitere Packungen aus Chile waren auch bereits kontaminiert. Im leckeren Kunstmann Mehl krabbelt es auch schon…. Das wären zehn Kilo versautes Mehl! Die Fische freuen sich über die ersten zwei Kilo. Verdammt das ist Mist! Ich fülle die lebendigen sieben Kilo Mehl in PET-Flaschen. Backe einen leckeren Kuchen und ein Kilo Brot. Die Krabbeltierchen lese ich so gut es geht heraus.

Das bisschen Eiweiss kann nicht schaden!

Wer kommt zum Kaffee und Kuchen? Die mutigen sind herzlich eingeladen!

May 20

Ersatzteile

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Nach weiteren Schnorchelaktionen, segelt die Robusta in den Norden des Atolls, nach Rotoava. Dort soll es einen Yacht-Service geben. Der Aussenborder ist ja noch immer defekt! Die Lieferung der Antriebswelle dauert vier bis sechs Wochen!

Beim Yacht-Service wurde uns nach anfänglichen Schwierigkeiten kompetent geholfen. Wir wurden erst mal angemeckert, für das Durcheinander mit den Nachfragen bei Suzuki. Logisch wende ich mich an verschiedene Stellen wenn ich ein Ersatzteil brauche! Kann ich doch nicht wissen, dass sich alle nach Tahiti immer an den selben Suzuki-Heini wenden.

Jochen kann die Welle und noch anderen Kleinkram zum halben Preis direkt in den USA bei Suzuki bestellen. Er bezahlt die Rechnung über sein Konto und wir geben ihm den Betrag in Bargeld. Die Lieferung soll in eins bis zwei Wochen in Fakarava eintreffen.

Wir werden’s sehen.

Verbraucherbatterien mussten auch gleich zwei Stück aus Tahiti bestellt werden. Die kommen mit dem nächsten Versorgungsschiff. Bis alles eingetroffen ist, beleibt noch Zeit. So segeln wir zusammen mit den Schweizern von der Segelyacht Kyory und mit Andreas von der Kama nochmals zum Südpass zum Fische gucken. Mouss ist unter Zeitdruck. Sie ziehen nach Tahiti weiter um ihren Besuch rechtzeitig zum Flughafen zu bringen. Mouss treffen wir später wieder! Wohl in Tahiti, denn auch sie müssen Wartungsarbeiten vornehmen.

May 8

Tuamotus – Fakarava – Südpass

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Gab es Verletzte?

Wie viele Menschen wurden schon aufgefressen?

Ist ja unglaublich!

Und das kann ich dir glauben?

Hollywood hat die Burschen seit Jahren als böse, gefrässige Monster dargestellt. Filme wie OPEN WATER, DEEP BLUE SEA und JAWS, die wohl bekanntesten Filme, haben mich und viele Menschen sichtlich geprägt.

Wie ist das bei dir? Würdest du im Meer baden gehen, wenn die berühmte Dreiecksflosse das Wasser durchschneidet?

Ist die Angst vor den bösen, gefrässigen Monster gerechtfertigt wenn gewisse Regeln eingehalten werden?

Forscher sind da eindeutig anderer Meinung: Haie sind keine Menschenfresser. Sie sind für die Weltmeere von elementarer Bedeutung. Wo Haie verschwinden, gerät das marine Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Haie stehen zu oberst der Nahrungskette, kontrollieren den Fischbestand und eliminieren vor allem kranke Fische.

Den Haien wurden in Französisch Polynesien, wie auch in Asien, für die traditionelle Delikatesse Haifischflossensuppe, die Finnen abgetrennt. Die verletzten Tiere wurden nicht verwertet, sondern wieder ins Wasser geschmissen, wo sie an den Grund sinken um dort qualvoll zu verenden. Nach Eingang von 40 tausend Unterschriften, beschloss der Ministerrat von Französisch Polynesien  im Jahr 2006,  das Abschlachten von Haien zu verbieten.

Im Südpass vom Atoll von Fakarava soll es eine unglaubliche Vielfalt tropischer Fische geben. Dazu kommen um die 700 graue Riffhaie und Schwarzspitzen-Riffhaie, die sich dort gerne in der Strömung aufhalten. Taucher aus der ganzen Welt reisen an, um dieses Spektakel zu bewundern. Zur Zeit ist allerdings nur ein einziger Tourist in der Pension. Am Flughafen in Tahiti wird gestreikt.

Die Polynesierin Liaisa erklärt mir, es gebe viel zu viele Haie.  Ein Hai fresse vier Fische pro Tag. Jetzt rechne mal aus, wie viele das auf eine Population von tausend Haien sind. Da bleibt ja kein Fisch mehr für die Bevölkerung übrig! Wenn ein Hai am Strand vor ihrem Haus auftaucht, killt sie diesen. Nein sie esse ihn nicht. Sie habe Angst um ihre kleinen Enkel. Aber sie verbuddelt ihn im Garten, sozusagen als Düngemittel .

Die Franzosen hätten so vieles verändert. Hunde dürften sie auch nicht mehr verspeisen. Jetzt hat es so viele streunende kranke Hunde in den Atollen. Liaisa und ihr Mann haben eine Hündin mit vier Welpen. Sind die Welpen grösser, werden sie und die Hündin geschlachtet und in ein leckeres Ragout verwandelt. Sie sei böse, habe schon nach Gästen geschnappt.

Was die Französische Regierung verordnet, schert die beiden nicht. Sie tun was sie für klug halten und was sie von ihren Vorfahren gelernt haben.

ADVISORY: folgender Text ist nicht für Eltern und Verwandte geeignet.

Unsere Freunde von der Segelyacht Mouss sind nun auch in Fakarava beim Südpass eingetroffen.

Bei Stillwasser brausen wir gemeinsam mit dem Dinghi aus dem Pass, bis kurz bevor sich die Wellen am Riff brechen. Alle spucken wir in die Taucherbrille damit sie nicht anläuft und so die Sicht frei bleibt. Mit Flossen an den Füssen stürzen wir uns in die dreissig Grad warme Badewanne. Toll! Gelbe, gestreifte, gepunkte, ja alle Variationen von Fischen. Als Einzelgänger oder in ganzen Schwärmen schwimmen sie zwischen den Korallen. Die Sicht ist recht klar. Ich bin hin und weg von der Unterwasserwelt der Südsee. Das ist wie Fernsehschauen. Langsam schnorcheln wir erst dicht beieinander mit doch noch etwas flauem Gefühl in der Magengegend der Riffkante entlang. Das Dinghi zieht Manon an einer Leine hinterher. Alle vier Sekunden gucke ich nach allen Seiten um sicher zu sein, dass sich kein Hai von hinten anschleicht.

Aus der Ferne kommt einer direkt auf uns zu. Ich beisse beinahe den Schnorchel ab. Beruhige mich aber augenblicklich wieder. Will die Biester ja nicht irritieren. Mit eleganten gemächlichen Bewegungen gleitet der etwa anderthalb Meter lange Grauhai an uns vorbei. Weitere folgen, auch einige Schwarzspitzen-Riffhaie. Hammerhaie sind keine zu sehen. An fast jedem von ihnen hat sich ein blinder Passagier, ein Saugfisch am Bauch festgeheftet.

Nach drei Stunden, völlig durchgefroren aber absolut begeistert vom Schnorcheln, steigen wir aus dem Meer. Mit der Dämmerung beginnt die Jagdzeit der Haie. Dann wollen wir nicht mehr mit ihnen schwimmen. Morgen wird die Aktion jedenfalls wiederholt. Marc vom Tauchcenter verrät uns, dass die meisten Grauhaie im Pass anzutreffen sind, wenn die Strömung am stärksten ist, sprich drei Stunden nach Tiefwasser!

 

May 1

Tuamotus, Makemo

Endlich ist er da! Der Passat! Mit 15 Knoten bläst er stetig aus Ost. Doch in der ersten Nacht ziehen fünf Squalls mit heftigen Regenschauer und 30 Knoten Wind über die Robusta. Für Hartgesottene die in Argentinien und Chile gesegelt sind, ist das nichts tragisches. Wir reffen nicht einmal, sondern geniessen die Rauschefahrt. (Segelfläche verkleinern)

Nach 88 Stunden Amwindkurs erreichten wir das Atoll von Makemo. Im Pass können Strömungen bis zu acht Knoten auftreten. Die beste Zeit um ins Atoll zu gelangen, ist bei Stillwasser. Hoffentlich stimmen die Informationen und unsere Berechnungen. Haben die letzten Stunden die Robusta auch noch richtig getrieben. Unglaublich, aber wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt angekommen! Sonst hätten wir sechs Stunden vor dem Pass warten müssen.

Wo ist die Mouss? Zwei Tage nach uns immer noch nicht angekommen? Dann kommt mir in den Sinn mal das Handy einzuschalten. Tatsächlich da ist eine Nachricht von ihnen. Sie seien in einem anderen Atoll gelandet. Wollten nicht so hart am Wind segeln. Wir treffen uns in Fakarava. Grüsse Mouss

Das bedeutet Robusta hat die Regatta gewonnen! Cool.

Endlich im Paradies! So wie du dir das aus einem Reiseprospekt vorstellen kannst. Türkis Wasser, weisse lange Sandstrände mit Palmen und bis jetzt hat mich auch noch kein einziger Moskito gestochen, denn sie mögen keinen Wind!

Der Dinghimotor hat schlapp gemacht. Das heisst der Motor läuft noch, aber der Propeller dreht sich nicht mehr. Weder rückwärts noch vorwärts.  Thomas trieb gegen das Riff. Blöderweise hatte er die Paddel nicht mitgenommen. Herbert von der Segelyacht Maya rettet ihn und das Dinghi. Im Cockpit wird der Suzuki zerlegt. Die Welle ist beim Impeller gebrochen. Wie ist denn sowas möglich? Da muss doch jemand im Dorf sein der diesen Stengel schweissen kann. Für drei Bier wird der Stengel am 1. Mai geschweisst. Doch das Resultat ist schlicht unbrauchbar. Das Bier hat der Mann aber trotzdem für seine Bemühungen bekommen. Er schenkt uns Kokosnüsse.

Müssen wir halt Paddeln..