December 30

Einfuhrbestimmungen Chile

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Aber genau jetzt, kurz vor Aufbruch in den Süden, erfahren wir von Bekannten, dass ihnen bei der Einreise nach Chile sämtliche frischen Lebensmittel weggenommen wurden! Super, wir haben gerade für die nächsten drei Monate eingekauft!!! Das bedeutet ja jetzt, wir müssen innert kürzester Zeit 50 Kilo Kartoffeln, 50 Kilo Zwiebeln und zusätzlich noch 30 Kilo frisches Gemüse auffressen???? Ich eröffne eine “Verduleria” in Ushuaia und verkaufe alles Gemüse! Und dann erkranken wir an Skorbut wie in den alten Zeiten der Seefahrt?? In keinem einzigen Blog habe ich bis anhin so eine Information gefunden. Sind die Segler von dieser Bestimmung bis anhin verschont geblieben?

Besondere Bestimmungen (Quelle http://www.chileinfo.de/)

Einfuhrbeschränkungen bestehen für frische und bestimmte zubereitete Lebensmittel, wie beispielsweise Milchprodukte, Obst und Gemüse, Fleisch und Fleischwaren, sowie für Pflanzen, Pflanzenteile und Saatgut. Die Einfuhr dieser Produkte kann nur nach vorheriger Genehmigung durch die Veterinärbehörde erlaubt werden, ggf. ist Quarantäne der entsprechenden Produkte notwendig (z.B. Saatgut). Diese Bestimmungen dienen zum Schutz der einzigartigen Natur und sollen das Einschleppen von Tier- und Pflanzenkrankheiten verhindern, die in Chile aufgrund der isolierten Lage bisher nur selten vorkommen. Die Einhaltung dieser Bestimmungen wird bei Einreise kontrolliert, ein entsprechendes Formular erhalten die Reisenden zusammen mit der Touristenkarte im Flugzeug. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der chilenischen Veterinär- und Pflanzenschutzbehörde Servicio Agricola y Ganadero – SAG unter dem Link „De viaje“.

Wünschen allen ein Frohes neues Jahr! Wir werden auf hoher See sein.

December 26

Mar del Plata

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Weihnachten wollten wir in Mar del Plata mit der Familie von Ines verbringen. Doch das Wetter wollte nicht so ganz wie prognostiziert. Mit  vier Zentimeter Wasser unter dem Kiel, morgens um fünf, ging’s von Buenos Aires (Club Nautico San Martin, San Fernando) los. Gewitter,  danach Flaute und nach diesem sehr speziellen Wetterphänomen (siehe Fotos), was uns bis gerade mal 40 Knoten Gegenwind bescherte, dauerte die Reise einen Tag länger als geplant.

Eigentlich sind wir in Mar del Plata noch rechtzeitig angekommen, doch wir haben Weihnachten zu viert mit  Ines, die mit uns gesegelt ist, und mit ihrem Partner auf der Prefectura verbracht. Die Beamten  in Buenos Aires (Tigre) haben vergessen uns das entsprechende Formular mitzugeben. Ines hat noch etwa dreissig mal ausdrücklich danach gefragt. “Nein”, bräuchten wir nicht, hiess es. Gut, dann halt eben nicht. Ein Formular für die Crewliste konnten sie uns auch nicht geben. Dies hätten wir selber im Internet herunterladen und ausgefüllt mitbringen müssen. Ines bittet um eine Vorlage. Sie malt auf blankes Papier, fix und schnell einige Linien und bastelt so die gewünschte Liste. Doch die Beamten haben unsere Abreise und Ankunftszeit nicht in Mar del Plata gemeldet. Also haben wir uns illegal bewegt?. Ines ist Staatsanwältin und hat allen mal die Kappe gewaschen. Doch  an Weihnachten konnte nun mal nichts überprüft werden. Jedenfalls würden wir ohne Ines jetzt noch bei den bösen Beamten hocken…

Danach waren wir alle zu müde um noch Weihnachten zu feiern….

FROHE FESTTAGE, bei uns ist es gegen 40 Grad heiss, den Beamten hat wohl auch etwas die Birne gekocht!

 

December 21

Mast ist fertig!

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Die Robusta schwimmt wieder!

Vom Ufer aus vernehme  ich wie Thomi hektisch die Bodenbretter raus reisst und später auch noch Kopf über im Motorraum verschwindet.  Ich bitte Victor die Gurten vom Kran noch nicht weg zu nehmen. Wasser dringt von irgendwo ein,  viel und schnell!  Bei mir ging natürlich sofort folgender Film ab;  Stopfbuchse falsch montiert,  Schweissnaht  undicht,  Loch im Rumpf……..

Ich darf es fast nicht erwähnen.  Seeventil offen gelassen und der Schlauch vom Lavabo war nach den Malerarbeiten  im Bad noch nicht angeschlossen! Wir Anfänger,  was für ein Schock! Darin sind wir echte Spezialisten. Ausgerechnet genau in diesem Moment kommt Thomas mit seiner Freundin Martina aus der Schweiz mich besuchen. Thomi faucht die beiden erst mal an, bis er realisiert wer denn da gekommen ist. Das Wasser muss erst mal wieder raus. Dann verbringen wir einen lustigen gemütlichen Abend,  natürlich mit Asado und viel verschiedenen Gemüse dazu. Nicht ganz die argentinische Art zu grillen.  War cool haben wir uns getroffen! 

Der Mast wird erst am übernächsten Tag gestellt. Wegen Regen. 

Das war ja ein rechter Würg bis der auf dem Deck gestellte Mast in das Profil rutschte. Das Vorstag ging recht leicht an den Bugspriet. Doch beim Achterstag fehlten ganze zehn Zentimeter! Doch wir müssen weg vom Takelkran. Die sonst so liebenswürdige Kran Crew ist im Stress!  Da es gestern geregnet hatte müssen sie heute doppelt so viele Schiffe rein und raus heben. 

Ohne Achterstag drehen wir nun die vierte Runde um die Insel im Club Nautico Barlovento. Wir wollen so nicht am welligen Liegeplatz fest machen.  Billy setzt die Dirk ein,  um den Mast  mit der Winsch nach hinten zu ziehen.

Jetzt sieht der Mast toll aus! Alles weiss.  Hätte ich nicht erwartet. Alejandro hat ihn mit der Spritzpistole weiss gemalt. Vielen Dank, das hat uns eine Menge Arbeit erspart!

Nun liegen wir wieder im Club Nautico und die Mast- und Abschiedsparty wird ausgiebig gefeiert. Es fällt uns echt schwer euch lieben hilfsbereiten Menschen “adios” zu sagen. 

December 8

Mast Reparatur

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Robusta Bauch ist wieder zugeschweisst und wir sind um 1000 Dollar leichter.  Die Arbeit wurde von dem Spanier Jesus und Alexandro super professionell ausgeführt. Fehlen nun innen und aussen 7 Schichten Farbe.

5 Punkte für Billy! Der Mast ist zur Hälfte laminiert☺

Grossen Dank an all die lieben Menschen die uns mit allem Möglichen unterstützen!  Echt wertvoll, ohne all das wären wir wohl erledigt gewesen. 

DANKE

10 PUNKTE FÜR BILLY, Vorarbeit für Malen sind abgeschlossen! 

December 8

Im Revedero beim Club Nautico Barlovento

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Edelstahltanks sind ja schon eine tolle Sache, das Wasser bleibt auch über längere Zeit trinkbar. Es verdirbt nicht. Sind lebensmittelecht. Auch bleiben die Tanks dicht, korridieren nicht und sind somit eigentlich das Beste was man haben kann.
Sind solche Tanks jedoch im Rumpf (Bilge) eines Stahlschiffes montiert, so korridiert der Rumpf galvanisch, wenn sich in der Bilge Salzasser befindet. Genau dies war bei uns der Fall, Das Wasser musste einige Zeit gestanden haben. Bevor wir das Boot übernahmen. Auch bei uns hatte es Wasser, dies aber nur kurzzeitig, vor allem nach einem “Unfall” wie Seeventil vergessen zu schliessen oder eintretende Welle über offenem Fenster.
Die zunehmenden Rosterscheinungen unterhalb und neben den Tanks mussten untersucht werden. Wir bauten die drei Tanks aus und wollten eigentlich den Rost klopfen. Zum Glück haben wir diese Arbeiten nicht im Wasser ausgeführt. Raus mit dem Schiff im Club Barlovento, letzter Tank ausgebaut und das mechanische Entfernen mit dem Hammer konnte beginnen… Peng, kurz darauf – Loch ! Oh weh. Und noch eines. Somit war also klar, die Bordwand ist im Bereich der Tanks, etwa 1,5m unter der Wasserlinie ziemlich arm und dünn. Mit dem Klopfen konnte ich aufhören. Nun ist Rat gefragt. Wie sanieren ? Das einfachste wäre, Stahlplatten aussen darüber zu schweissen. Hat aber den Nachteil, dass sich zwischen den armen Rumpfplatten und den neuen schnell wieder Korrision bilden kann, die weder behandelz noch verhindert werden kann. Hält ca. 5 Jahre… Hatte übrigens schon solch eine kleine Platte am Rumpf, das Problem mit den Tanks scheint also nicht neu zu sein… Die bessere, nachhaltige Variante ist, die korridierten Stellen komplett grossflächig ausschneiden und neue Stahlplatten einzuschweissen. Dies verlangt jedoch nach erfahrenen Leuten, die hier in Argentinien nicht an jeder Ecke zu finden sind. Und gute Schweissgeräte, mit Gas, nicht elektrisch. Die Suche nach der richtigen Lösung, mit den richtigen Leuten dauerte beinahe zwei Wochen. Doch seit Anfang der Woche sind sie am arbeiten. Professionell und schnell. Aber nicht billig.
Wir sanieren nun die Robusta hier im Yachtclub Barlovento, die Probleme mit der galvanischen Korrision wegen der Edelstahltanks werden behoben. Nebenbei wird die Welle wieder mal schön geflickt, die Unebenheiten, verursacht von den brasilianischen Kollegen, werden hier glatt geschweisst und gedreht. Nachdem wir die Welle in Salvador nach so vielen Problemen endlich wieder drin hatten, müsste man ja meinen, es wird alles gut. Aber nein, nach einiger Zeit begann die Stopfbuchse zu lecken und die Welle schleifte am Stevenrohr. Dies wegen nicht richtig angezogenen Motorenfussschrauben, die Leckage weil im Bereich der Stopfbuchse die Welle nicht rund geflickt wurde, es hatte nach dem Schweissen der Korrisionslöcher Unebenheiten, die nach und nach das Stopfbuchsenlager zerstörte.
Kleinere Arbeiten wie Spühlbeckenabläufe ersetzen und Ruder-Stopfbuchsenlager erneuern, Segel und Segelschutz nähen, dürfen dabei auch nicht fehlen… Lucie von der Mouse hat uns das genäht. Vielen Dank dafür !

Wir hoffen dass wir hiermit die grossen Fehler dieses sonst so tollen Bootes gefunden haben und damit endlich weiterfahren können. Wird aber vieleicht zeitlich für Patagonien leider nicht mehr reichen. Wir machen daraus aber unser eigenes Abenteuer: Wir werden da unten wahrscheinlich überwintern. Haben wir doch mal nötig, einen Winter zu erleben, hatten wir ja schon lange nicht mehr 😉

Thomas