May 31

Fumaçao Wasserfall

Die Tour führt uns zum zweithöchsten Wasserfall Brasiliens. Nach einem 2 KM Aufstieg auf das Plateau verkäuft der Weg geradeaus weitere 5 KM über einen wunderschönen Steinweg, gespickt mit Wasserpfützen und kleinen Rinnsalen. Es hat geregnet. Das Wasser sammelt sich auf dem Plateau und stürzt dann ungefähr 350 Meter tief den Wasserfall hinunter ins Tal. Ich konnte kaum hinuntersehen. Die Höhenangst hat mich fest im Griff…

May 26

Gemüsemarkt Lencois und Ausflug in die Umgebung

Gestern waren wir einkaufen, am Gemüsemarkt, der jeden Montag stattfindet. Bauern kommen von der Region und bieten Früchte und Gemüse von hervorragender Qualität an. Es war ein tolles Erlebnis den Leuten beim kaufen zuzusehen.

Danach fuhren wir ca. 60 Km zu einem Wasserfall und nahmen ein ausgiebiges Bad. Weiter nach Palmerias und die Umgebung. Wunderschön um hier Ferien zu machen und zu wandern. Wir schlemmten wie die Götter zu Mittag frisches Huhn, am Abend Pizza Organico und dazu feiner Wein.

May 23

Lencois Wasserpool

Heute liefen wir ca 4 KM zu einem natürlichen Pool, in dem man toll schwimmen konnte. Der Weg führte durch Wald und lange sah man nichts von der Landschaft. Ausser von zwei Aussichtspunkten, wo der Blick über weite Täler schweifte, alles bewaldet und kein einziges Zeichen einer Zivilisation. Es wurde ausgiebig gebadet und auf den Steinen gelegen, bevor wir zurückliefen, vorbei an einem brasilianischen Verpflegungsstand mitten im Wald inclusive zwei Schweinchen, die der Besitzer als Freunde besass. Gierig verschlangen sie ihr Futter…

 

May 23

Vila Serrano

Während des Tages kann ich in der Vila Serrano ausspannen und darf mich morgens am Zmorgenbuffet bedienen. Die Vila Serrano ist eine Poussada (Hotel), hat einige Besucher, die sind aber unter dem Tag alle auf einer Tour, so habe ich hier schön meine Ruhe. Es ist wunderschön hier, der Garten, das Haus und die anliegenden Appartementhäuschen. Geführt von Chris, einem Schweizer, der das hier alles verwirklicht hat. Hier die Homepage: Vila Cerrano

May 23

Lençois Tag I

Nach einer sechs stündigen Busfahrt im Luxuscar wurde ich gestern von Daniel empfangen. Daniel führt hier in Chapada ein Adventure- und Treckingbüro, er vermittelt den Besuchern Touren per Fuss, Pferd oder mit aktuellen Sportgeräten wie Gleitschirm, Mountainbike oder Motorbikes: Brasilien Adventure. Ich wurde eingeladen, hier einige Tage zu verbringen.

Lençois ist ein grösseres Dorf in der Mitte eines Nationalparks, grösser als die Schweiz. Früher wurden hier Diamanten abgebaut, heute ist dies verboten und die gesamte Gegend unter Naturschutz gestellt. Mit dem Ergebnis, dass die ehemaligen Diamantenabbauer (“walking for diamants”) ihren Job los waren, jedoch zuerst ohne Aussicht auf ein anderes Einkommen. Mittlerweile entstand hier ein Zentrum für Besucher aller Herren Länder, die diese einmalige Natur bereisen wollen. Unzählige schmucke Cafes und Restaurants, zig Tourenunternehmen wie das von Daniel bieten Treckings im Nationalpark. Pro Besucher leben sieben Einheimische davon. Viele Aussteiger – auch aus der Schweiz – bauten sich Häuser und liessen sich hier nieder.

Heue liefen wir ca. zwei Stunden die nahen Wasserfälle und ich nahm ein Bad unter dem Wasserfall. Das braune Wasser wurde von den toten Pflanzen weiter oben so gefärbt, es ist wie im Schlaraffenland wo Cola in den Bächen fliesst. Es ist trinkbar, schmeckt nach nichts und war einfach super erfrischend zum Baden ! (Irgendwo auf den Bildern ist Thomas in einer Wasserpfütze zu finden… :-))

 

May 22

Missglückte Reparatur

In der Bahia Marina wurde nun gewerkelt und repariert und gemalt… Wir lassen das Unterwasser reinigen, schleifen und streichen. Lassen den Rumpf neu streichen, da das bestehende Schwarz sich in dieser Hitze hier nicht mit dem unteren alten Farbanstrich verträgt und beginnt Blasen zu werfen.

Und wir reparieren die Welle: Propeller abschrauben, Flexible Kupplung demontieren, Welle ziehen. Danach alte Lager rausschneiden, eines ist offensichtlich verbrannt. Danach Anpassen und Einsetzen der neuen Broncelager und erneuern der Welle, da diese bereits an diversen Stellen korridierte. Das gibt dann so hässliche Riefen in der Welle, die mit Schweissen und nachträglichem Schleifen und Polieren wieder zu einem akzeptablen Resultat führte. Weiter die Welle wieder reinschieben und die Kupplung montieren. Sieht alles vielversprechend aus…

Wieder im Wasser – nach 8 Tagen – erste Probefahrt. Kurzes Rumpeln in der Welle, ein Kreischen, es lief mir der Schweiss von der Stirn, es kann doch nicht wahr sein ? Alles für die Katz ? Wieder am Steg angelegt, nochmalige Überprüfung und Resultat: Vorderes Lager wird sehr heiss. Weiterfahrt in die 5 Meilen entfernte Pier Salvador Marina, unter Segeln, dort angekommen einen Tauchgang gemacht: Das hintere Lager ist rausgerutscht. An eine Weiterfahrt Richtung Süden nicht zu denken, wir sind gestrandet mit der Robusta. Was jetzt ?

Wir haben einen systemischen Fehler hier: Es ist nun das dritte Mal, das wir die Lager tauschen, normalerweise hält so ein System 5000 Motorstunden… Wieso geht das bei uns nicht ? Nach Rücksprache mit mehreren Experten und Ursachenforschung mittels Fotos und Zeichnungen ist die Meinung aller: Das vordere Lager ist nicht nötig ! Es ist extrem schwierig, den Motor so auszurichten, dass die Welle sauber in den zwei Lagern justiert ist und zentriert drehen kann ohne dass die Lager übermässig beansprucht werden. Es ist einiges einfacher, wenn die Welle nur im hinteren Lager und der flexiblen Kupplung läuft.

Altes System:

Welle zwei Lager

Neues System:

Welle ein Lager

Es wird nun auch klar, dass wir erneut aus dem Wasser müssen um das Ganze umzusetzen. Die soeben eingesetzten Lager müssen raus und ein neues wird hinten eingeklebt und die flexible Kupplung bekommt ihren Zentrierring. Diese Ersatzteile werden von Anja aus der Schweiz mitgebracht und so wird abgewartet, bis Anfang Juni. Neuer Krantermin: 9. Juni 2015. Bis dahin kann ich unmöglich in Salvador bleiben. Alle Freunde sind schon weg, entweder Richtung Süden oder mittels Flug Richtung Heimat. Und alleine in dieser Stadt ist es gar langweilig und öde. So fasse ich den Entschluss, die Robusta in Salvador alleine zu lassen und in die Chapada Diamanta zu fahren. 450 KM ins Landesinnere – Nationalpark: Regenwald, Berge, Flüsse, Krokodile…. !

Davor noch einen Rundgang durch Ribeira, Salvador untere Mittelschicht:

 

May 10

Immer noch Salvador

Das gelbe Ungeheuer, der Kran, befindet sich in Aratu! In der Antwort per E-mail wurde dieser Fakt jedoch vergessen zu erwähnen. Blöd, kann ja mal passieren.

Biss die Ersatzteile eintreffen, wollen wir nicht mehr in der Marina Pier Salvador warten. Der Betreiber ist zwar wirklich sehr nett und hilfsbereit und spricht gut Englisch. Die Marina ist sehr günstig, alles ein wenig schmuddelig und alt, aber ein sicherer Ort um das Schiff für längere Zeit hier zu lassen. Zur Marina gehört noch ein kleiner Laden mit Ersatzteilen und auch Secondhand Waren. Das dazu gehörende Kilorestaurant bietet leckeres und günstiges Essen über Mittag an.

Pier SalvadorDoch das Wasser in der kleinen Bucht, mit den dahinter angrenzenden Favelas von Salvador, stinkt zum Himmel und schillert in allen möglichen Farben. Dieser Fakt hält  die Menschen nicht davon ab, hier Fische zu fangen oder bei Ebbe Muscheln und Krebse einzusammeln. Sie haben halt einfach Hunger.

Uns “stinkt’s”, wir wollen endlich weg von der Grossstadt – Auf’s Land!

Wir segeln kreuz und quer durch die Bahia Salvador ohne den Motor zu brauchen, treffen uns immer wieder mit der Yemanja und der Cariad und verbringen nette Tage bis die Ersatzteile eintreffen.

opencpn (2)

Ilha de Bom Jesus hat uns sehr beeindruckt. Wir ankerten süd-westlich der Insel. Paradiesische Mangrovenwälder ohne Sandstrände, kleine Inselchen, ein kleines nettes Dorf mit noch netteren Menschen. Nixon, der Mann mit dem kleinen Getränkestand am Fehranleger, spendiert uns Neuankömmlingen gleich mal ein Bier. Er passt auf unsere Dinghis auf, welche er immer wieder, wenn ein Fischerboot oder ein kleines Transportschiff anlegt, umparkiert. Wir erkundigen uns im Supermakt wo wir zu Mittag essen können. Alle Kneipen seien gerade zu. Der junge Mann begleitet uns durch’s Dorf, fragt bei verschiedenen Familien an, ob sie bereit wären für uns  Essen zu kochen. Schon sitzen wir in Plasitkstühlen vor einem kleinen Haus, im Schatten mitten auf der Gasse. Eines der Kinder rennt zum Supermarkt und kauft eine Flasche Coca Cola für uns. Wir essen was es gibt: Hühnchen mit Reis und Bohnen, dazu Farofa (geröstetes Maniokmehl) und Salat. Für drei Personen bezahlen wir für das leckere Menue, inklusive Trinkgeld,  50 Reals (= ca. 15 Euro).

Hinter dem Paradies, schmort die Hölle. Petrobras, die in den letzten Wochen in den Medien betreffend eines riesigen Korruptionsskandal weltweit in die Schlagzeilen geriet, ist auf der nördlichen benachbarten Insel Made de Deus stazioniert. Hier thronen riesige Tanks der Raffinerie sozusagen mitten im Dorf  und entlang des wunderschönen Palmenstrands. Die Stille der Nacht am Ankerplatz wird durch ein wiederholtes Wummern, das sogar durch die Stahlwand der Robusta wahrzunehmen ist, gestört. Ich vermute das Geräusch stammt vom Gas das abgefackelt wird.

Wenn es hier knallt, verwandelt sich das Paradies blitzartig zur Hölle!

Ja wie schön, die Ersatzteile sind wie versprochen pünktlich eingetroffen! Wir segeln nach Aratu. Doch das gelbe Ungeheuer schafft es nicht, die Robusta aus dem Wasser zu heben! Der Langkieler passt schlicht nicht auf den Anhänger des Krans! Ich mach es kurz: Nun sind wir in der teuren Bahia Marina endlich auf dem Trockenen! Joachim und seine Frau Hanna, die wir auf Itaparica kennen gelernt haben, die ebenfalls sieben Jahre auf den Weltmeeren rumgesegelt sind und sich in Brasilien niedergelassen haben, helfen uns einen Mechaniker zu finden. Bei den Verhandlungen um den Preis der Reparaturen ist Joachim mit dabei. Wir lernen, dass es in Brasilien ganz wichtig ist,  immer einen festen Preis für die Arbeiten zu vereinbaren. Die Zahlen werden auf ein Stück Serviette notiert, was als Vertrag gilt. Für die Verhandlungen stets ein persönliches Treffen vereinbaren. Bei den Reparaturen sollen wir anwesend sein, was wir dann für nur eine halbe Stunde nicht eingehalten haben. Nur schnell, zusammen mit dem Mechaniker, Farbe für das Unterwasserschiff anschaffen. Und promt hat doch der Hilfsmechaniker in der Zwischenzeit das heile Lager aus dem Robustabauch GESCHNITTEN!!!

Wir hoffen nur, dass wir eines Tages, aus der Ferne in Patagonien, zusammen mit Maral und Ugur von der Blue Belle, darüber lachen können….

Schön, dass wir immer wieder liebe Menschen kennen lernen. Hanna und Joachim, herzlichen Dank für alles und die lustige Zeit mit euch beiden!!!

Wer in der Metropole Salvador mal geschäftlich unterwegs ist, oder Urlaub machen will, hier zwei tolle Angebote mit super Aussicht.

Appartement in Salvador
Casa Itaparica

Anja