January 31

Mandinga

  Was ist denn hier los??? 

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Wir freuten uns so sehr auf die schönen Sambatänzerinnen! Der Carnaval von Mindelo soll genau so toll sein wie der von Rio de Janeiro!
Vier Wochen vor dem eigentlichen Carnaval toben die Mandingues jeden Sonntag völlig abgefahren in Trance durch die Gassen.
Achtung: Alle sind, obwohl sie ja bereits sozusagen schwarz sind, auch noch schwarz angemalt! Wer ihnen zu nahe kommt, hat Pech gehabt!

Anja

January 30

Wandern auf Sao Nicolau

IMG_6116 (1280x934)Um den 12. Januar rum hiess es Anker auf in Boavista um während einer Nachtfahrt die Insel Sao Nicolau anzusteuern, Tarrafal ein Hafen im Westen war das Ziel. Ankunft in der Früh, nachdem heftige Fallböen ums Kap die Robusta nochmals ächzen liess… Ein schöner Ankerplatz, endlich wieder mal kein Wind, das heisst richtig windstill, wenn da die Fallböen nicht wären. Pfeift ja schon sehr aus den Tälern hinaus. Das Städtchen war friedlich, überall Geschäfte und viele Fischer.

Die erste Wanderung unternahmen wir am Sonntag, wollten in die Berge, doch es waren keine Alugers unterwegs. Es war ja Sonntag. Deshalb spontan in eines der Täler hineingewandert. Einem trockenen Flussbett entlang, bis ganz tief hinein bis es nicht mehr weiterging. Ich wollte sogar noch einen Wasserfall hochklettern, das kam nicht ganz so gut heraus, bin ich doch gar nicht der Klettermaxe. Adler haben wir kreisen gesehen und immer wieder wilde Ziegen. Wir verbrachten sechs Stunden in diesem Tal, unwirklich aber wunder schön.

Die zweite Wanderung war dann eben diese die wir schon am Sonntag laufen wollten. Von Praia Branca hoch in die Berge, dort wo es grün ist. Dem Berghang entlang ins nächste Tal, wo einfache Bauern lebten. Diese Wanderung war spektakulär. Steile Berge und grüne Pflanzen, vieles wurde angebaut, vor allem Mais bis in die höchsten Lagen.

January 26

Paradies mit Tücken

Warnung:

Folgender Text weist Inhalte auf, die nicht für Eltern und Verwandte geeignet sind!

Boavista, ein Paradies mit weissen Sandstränden und Dünen so weit das Auge reicht. 

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Thomis Schwester konnten wir dazu überreden, uns von Sal nach Boavista zu begleiten. Für sie war es die erste Reise auf einer Segelyacht. Dann gerade noch auf dem Atlantik! Suzi du hast dich super gehalten!
In Boavista liegen wir nun in der Bucht südlich von Sal-Rei in türkisblauem Wasser vor Anker. Der Passat dreht in den kommenden Tagen etwas mehr auf Nord-Ost und soll nach Windfinder auf 28 Knoten zulegen, womit mehr Schwell in der Bucht zu erwarten ist. Suzi flüchtet in ein Hotel direkt am Strand

.
Ich baue mein Surfsegel auf und freue mich über Flachwasserheizen bei ablandigem Wind! Jeeeehhh.

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Abends leisten wir uns ein nettes Abendessen beim Italiener. Es ist leider der Abschied von Suzi und Chris von der Segelyacht ALL IN. Suzi muss leider nach zwei Wochen wieder nach Zürich zurück. Die Arbeit ruft. Chris zieht es in die Karibik nach TOBAGO. (Du weisst warum ich das gross schreibe;-))

Ui zum Glück muss ich nicht nach Hause in den Alltag zurück! Ich wäre bereits am heulen und mich am unmöglich benehmen bei der bevorstehenden Heimreise. Thomi und ich mussten unsere Urlaube immer folgendermassen zu einem Ende ohne Drama bringen: Er kehrte wenn möglich jeweils einen Tag vor mir nach Hause zurück. Ich schob alles noch auf die letzte Sekunde raus. War mir egal morgens zu Hause anzukommen und direkt zur Arbeit zu gehen. Nur wenn Thomi bereits zu Hause auf mich wartete, fiel es mir etwas leichter. Versteht mich nicht falsch! Ich habe gerne gearbeitet – ja meinen Job und mein Arbeitsteam sogar geliebt. Aber einfach die Phase vom Ende der Ferien bis der erste Arbeitstag gemeistert ist, dann war alles wieder optimal im Lot.

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Schlafen wird zur Tortur. Robusta rollt in den Wellen wild hin und her. Den Tag verbringen wir am Strand in Liegestühlen im Windschutz einer Strandbar und holen den Schlaf ohne Geschaukel nach. Plötzlich springt Thomi aufgeregt auf und rennt zum Meer.
IMG-20150108-WA0001 Jetzt sehe ich es auch. Realisiere aber noch nicht was los ist. Thomi stürzt sich in die Klamotten und rennt ins Dorf, an den Pier wo das Dinghi fest gemacht ist. Chris bietet seine Hilfe an. Doch Thomi braust wenig später wie eine Rakete an uns vorbei und holt Chris nicht von seinem Liegestuhl ab. Fliegendes Wasser verbreitet sich über die Bucht. Zum Windsurfen ist es für mich bereits seit Stunden zu deftig geworden.
Gebannt stehen wir drei am Strand und versuchen zu erkennen, was da draussen in der Bucht abgeht.
Thomi trifft auf folgende Situation als er bei Robusta angekommen ist: Motor am laufen, zwei Typen an Board, einer am Steuer, der andere mit Leinen am herumhantieren. ..
Die Herren sind vom Katamaran hinter uns und berichten: Die Ankerkette sei gebrochen und Robusta sei direkt an ihnen vorbei auf‘s offene Meer hinaus getrieben.
Alle Achtung! Das ist eine grandiose Rettungsaktion!!! Mit dem Dinghi bei dem Wind und den Wellen hinter her braucht schon eine Portion Mut.
DAS NENNT MAN ECHTE SEEMANNSCHAFT!
ALLEN HERZLICHEN DANK AN EUCH BEIDE, WIR WERDEN UNS WIEDER SEHEN UND DANN WERDEN WIR UNS REVANCHIEREN!!!
VERSPROCHEN. (sie sind am nächsten Tag früh abgereist)

Wir hätten ohne euch alles was wir besitzen verlieren können…..

Analyse:
Wie konnte die Ankerkette nur brechen? Wir wären bei Windprognosen von 27 Knoten nie auf die Idee gekommen, dass so was passieren kann. Schliesslich haben wir, bei knapp fünf Meter Wassertiefe in sandigem Grund, der vereinzelt mit Felsen druchzogen ist, 60 Meter Inox Kette gesteckt. Hahnepot war fachgerecht angebracht, um die Ankerwinsch zu entlasten. Einen zweiten Anker hatten wir nicht für nötig gehalten. A: weil die anderen Boote in der Bucht auch nur einen gelegt hatten, B: weil wir im Besitz der super starken acht Millimeter INOX Ankerkette sind – äh das heisst – waren.
Eigentlich wollten wir diese sehr wertvolle teure 100 Meter Kette bereits in Schottland gegen eine 80 Meter 10 Millimeter galvanisierte Kette austauschen. Hatten sie aber nicht am Lager. Bobby Schenk‘s Bücher, des berühmten mehrfachen Weltumsegler, hatten uns gewarnt: INOX, das praktische rostfreie Material, das jeden Ankerkasten hübsch sauber hält, ist für kalte Gewässer geeignet. In wärmeren Gewässer kann auch diese Kette korrodieren. Ob sie wirklich stabiler sind als herkömmlich galvanisierte Ankerketten ist umstritten.

Noch nicht genug
Robusta liegt nun mit zwei Ankern neu vertäut in der Bucht und schaukelt weiter vor sich hin.
Die französische Yacht gerät auch in Seenot. Auch ihre Kette ist gerissen! Die einlaufende Flut drückt massive Wassermassen in die Bucht und schiebt die Yachten gegen den Wind. Bei beiden Yachten ist erst der Hanepott durchgescheuert, um es nicht mit dem schrecklichen Fachwort „schamfilen“ zu benennen. Die volle Last des sich um bis zu 180 Grad drehende Boot vermochte ein Kettenglied mit der Reibung von Stahl auf Edelstahl sprengen. Nach Aussagen der Retter erreichten die Windböen eine Stärke von über 50 Knoten!
Davon haben wir in unseren windgeschützten Liegestühlen nix mitgekriegt. Ich wäre im Traum nicht darauf gekommen, dass die Kette bei solchen Bedingungen brechen könnte. Womöglich wäre ich so doof gewesen und hätte die beiden Retter als Diebe entlarvt und hätte ihnen erst noch eine mit dem Dinghipaddel verpasst…
Danke Thomi, dass du so schlau und aufmerksam warst!

Nicht auszudenken wäre das alles wenige Stunden später nach Einbruch der Dunkelheit geschehen!

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Suzis Abschied musste wiederholt werden: Ihr Flug von Boavista nach Sal wurde gecancelt wegen Harmattan dem Wüstenwind der viel Sand aus der Sahara mit sich trägt. Also musste sie zwangsläufig einige Tage länger bleiben. Der zweite Abschied endete zwar in einer Paartherapie die durch Suzi gecoacht wurde. Danke für deine Unterstützung. Wir sind auch schon wieder recht lieb miteinander. Auf so engem Raum zusammen zu leben ist glaube ich nicht nur für uns beide eine echte Herausforderung!
Liebe Suzi deinen Ratschlag “bewegt euch auf der sicheren Seite“ nehmen wir uns zu Herzen.
Thomi benützt die Lifeline wenn er an Deck rumklettert während ich am schlafen bin und stellt den Haupthahn der Gasflasche nach dem Kochen ab. Ich lege mich nicht mit den Behörden an und erledige brav alle Formalitäten die höchstwahrscheinlich eh überflüssig sind 😉

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In der Nacht schrecke ich aus dem Tiefschlaf wegen eines ohrbetäubenden metallischen Geräusches! Wo bin ich? Was ist geschehen? Da müsste der Morgenmuffel erst mal aktiv das Blut in Wallung bringen um zu realisieren was da los ist. Keine Zeit! Ich hechte nackt an Deck und erblicke die französische Yacht direkt vor mir. Die beiden Skipper (ebenfalls nackt) hasten nervös an Deck herum und drei Sekunden später krachen sie erneut in die Robusta! Ihre Ankerkette ist wieder gerissen!

Ich bin alleine an Bord. Horror! Ich kontrolliere im Dunkeln ob die beiden Ankerleinen noch mit dem Stück Gartenschlauch gegen Durchscheuern geschützt sind. Alles in Ordnung. Das GPS ist eingestellt. Falls sich die Robusta auf und davon machen sollte, schlägt dieses Alarm. Doch ich vertraue der Technik nicht 100 % und stehe immer wieder für einen Kontrollgang auf.

Chris hilft uns mit seiner Taucherausrüstung den verlorenen Anker und die Kette wiederzufinden. Thomi ist mit dem Dinghi in seiner Nähe. Er findet tatsächlich das Ende der Kette dank Ankerball! Während die beiden nun alles ins Dinghi wuchten, meldet sich meine Blase. Als ich wieder von der Toilette zurück komme, sind die beiden Herren verschwunden!!! Mit dem Fernsichtglas suche ich den Horizont ab, doch der eine Katamaran versperrt mir teilweise die Sicht. Nun erblicke ich zu allem Elend noch, dass Robusta nur noch an einem Anker hängt und die zweite Leine auch schon arg angegriffen ist. Jetzt starte ich sicherheitshalber die Maschine. Mein Blick bleibt für einen Augenblick an dem kleinen Bildchen vom Vorbesitzer hängen „Ruhe bewahren“. Erneut suche ich den Horizont ab. Da erblicke ich unser Dinghi an einer anderen Yacht festgezurrt. Thomi und Chris hocken an Deck. Ich brülle ohne die geringste Chance gegen den Wind. Stelle mich nun auf den Bugspiet und signalisiere mit meinen ausgebreiteten Armen, dass ich in Not bin. Mensch, schnallen die denn das nicht? Ich spiele hier nicht Galionsfigur! Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt Thomi dann doch mit dem Dinghi angeknattert. Sie hätten der anderen Yacht geholfen den Anker zu bergen der zwischen den Felsen verklemmt war. Toll und nur damit der Typ seine Havanna rechtzeitig in der Karibik rein ziehen kann???

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Nach einigen Tagen legt sicht die Situation und wir können wieder beruhigt an Land gehen und mit dem Aluger (Toyotabus Sammeltaxi) Landausflüge machen. Ratsam ist jedoch sich zuvor schlau zu machen, ob auch noch welche zurück fahren. Wir hatten das Pech, dass wir am anderen Ende der Insel in der Wüste fast hängen geblieben sind. Kurz vor dem Eindunkeln kam auf der Strasse doch noch ein Auto angefahren, das bereit war uns mit zunehmen.  Der Fahrer fragte uns, ob wir etwas Zeit hätten. Er zeige nämlich gerade seinem Cousin die Insel und sie wollen einen Umweg fahren. Wir verbrachten einen tollen Abend miteinander und erhielten somit einen echten Einblick von Boavista!

Anja

January 8

Boavista

Schnell wie die Zeit vergeht ! Irgendwann vor Weihnachten segelten wir mit einem kurzen Schlag in den Süden von Sal, nach Santa Maria. Es ist der Ort, wo die Touristen ihren wohl verdienten Urlaub machen, meistens in einem der All Inclusive Hotels, auch einige bevorzugen ein Appartement in der Stadt. Surfstrände und Badestrände rundherum. Wunderschön, das Meer, weniger die Stadt, noch ziemlich im Bau, die einen Häuser, es folgt hier ein eigener Beitrag darüber. Die Festtage waren toll, viel auswärts Essen, Fisch im Überfluss, dazu meistens Reis und Pommesfrites. Doch kurz nach Weihnachten mussten wir das Boot wieder nach Palmeira bringen, denn die Atlantikwellen drehten von Nord nach Nordost, schön auch in der Windprognose Windfinder.com zu sehen. Der Schwell war bis zwei Meter, unser Boot schwankte fürchterlich und das erste Mal hatten wir unsere 100m Kette voll draussen, so rupfte es nicht an der Kette. Aber schon sehr unheimlich, so mit diesen Wellen… Zurück in Palmeira war wieder Ententeich. Am zweiten Januarstag, nach einer Feier in Palmeira gings dann weiter nach Boavista. Ein Schlag von 30 sm, tolles Segeln mit Halbwindkurs, nach fünf Stunden waren wir da.

Boavista ist wunder schön, Sandstrände und Dünen soweit das Auge reicht. Oder eben soweit die Sicht reichte, die Luft war voller Sandstaub und es war diesig und richtig unheimlich. Bei der Ansteuerung der kleinen vorgelagerten Insel Sal Rei, konnten wir diese erst bei einer Seemeile erkennen, vorher war nix zu sehen. Das Wetter war sowieso sehr komisch, es hatte wenig Wind, viele Wolken, ähnlich unserem  Hochnebel, es waren jedoch Regenwolken, die über uns wegzogen. Keine Berge – kein Niederschlag, normalerweise. Es gab jedoch gar ein bisschen Niederschlag, kaum zu glauben, soll es doch hier ja nie regnen… Der Ankerplatz ist toll so zwischen der Insel Sal Rei und dem Städtchen Sal Rei. Heute aber ziemlich ungemütlich, haben wir doch zwischen 20 und 27 kt. Wind am Ankerplatz, dazu Schwell von hinten und Windwellen von vorn. Wieder mal schön so viel Ankerkette zu haben. Nun bleiben wir eine Zeitlang hier, tolle Zeit zum Surfen und um das Strandleben zu geniessen. Die Sonne ist wieder da und die Sicht ist wieder viel besser.

 

January 6

Sal, Cabo Verde

Sal, irgendwie eine irre Insel. Ich kann kaum glauben, dass hier Menschen leben wollen.

90 % aller Güter müssen importiert werden!

 

Alles trocken und staubig. Das Schiff ist nach einem Tag bereits total braun mit Sand eingepudert. Der Harmattan (heisser Wüstenwind) trägt von der Sahara, weit über Cabo Verde hinaus viel Sand mit sich. Die Sicht ist unter einer Meile und die Sonne ist für Tage nicht zu sehen. Wir leiden unter Hustenreiz und die Nase ist völlig staubig und ausgetrocknet.

In Santa Maria, einem Touristenort im Süden der Insel, das Kite- und Windsurfmekka wurden in den 70 er Jahren entdeckt. Dort ist vor einigen Jahren der Bauwahn ausgebrochen. Mit der Wirtschaftskriese in Europa verwandelten sich  gross angelegte Bauprojekte wie All Inklusive Ferienanlagen zu reinen “Ghost Cities. Seit fünf Jahren fertig gebaut, aber nur wenige Wohnungen sind verkauft oder bewohnt. Wer hier Urlaub macht, kann hier garantiert sehr ruhige Tage geniessen! Nicht mal von den  still gelegten Baustellen rund herum kommt ein störendes Geräusch.

Prima!

Einige Eindrücke dazu in Bildern:

Santa Maria

Der ultimative Trainingsplatzt direkt am Meer