November 25

Santa Cruz de la Palma

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Satte zweieinhalb Wochen lagen wir in der Marina La Palma auf der gleichnamigen Insel, im wunderschönen Städtchen Santa Cruz. Die Insel ist eine der grünsten und war ein toller Kontrast gegenüber Fuerteventura, wo die Trockenheit überall sichtbar ist. Wir segelten in nur 50 Stunden die 210 sm von Corralejo hierher. Schönstes Segeln mit gutem Wind. Nun warum lagen wir so lange hier ? Erstens gefiel es uns sehr, doch der Hauptgrund war ein kommendes Tief, das von Westen die Kanaren treffen soll. Es war schön in den Wetterkarten zu sehen, mal war’s südlich der Kanaren vorausgesagt, mal nördlich. Beide Prognosen sagten viel Wind und auch Regen voraus, nicht sehr gemütlich zum Ankern vor La Gomera, wo wir eigentlich hin wollten. Santa Cruz hingegen war im Lee des Tiefs, so schützten uns die Vulkanberge vor dem Wetter.

Und so kam es dann auch, das Tief, mit viel Wind und Regen, kalt wurde es, bis 15 Grad in der Nacht. Und ja, das ist kalt, wenn der Körper sich an die warmen Temperaturen gewöhnt hat… Aber der Wind und der Regen haben wir nur vom Hörensagen vernommen, denn wir waren ja im Lee der Insel. Viel gewandert sind wir und auch die Robusta hatte neue Spielzeuge bekommen, wie ein neuer Kühlschrank, neue Solarpanels.

Viele neue Freunde gefunden, von diversen Schiffen mit verschiedenen Zielen. Da war die Pentagram, ein Schiff mit drei Engländer und einem Portugiese, die fahren durch den Panamakanal. Haben schon einen Termin, darum sind sie in Eile. Der Brief der Bank, der nicht kam, zwang sie aber zum Warten in La Palma. Ein anderes Schiff, aus Ferrocement, schon ziemlich alt aber mit Charme, gesteuert von einem Engländer, alleine unterwegs, da sein Mitsegler nach der stürmischen Biskaya voller Angst abgesprungen ist. Er wird mit uns in den Kap Verden Weihnachten feiern.  Dann gab es einen Holländer auf einer Bavaria, mit Chartergästen drauf.

Anja hat eine alte Bekannte auf der Insel  endlich im Facebook gefunden und gleich angemailt. Wow das war ein tolles Wiedersehen nach über 20 Jahren ! Wir besuchten sie dann mehrmals und durften in einem schönen richtigen Bett übernachten. Auch Inseltouren im Auto haben wir unternommen, war mal richtig toll mit einem Auto unterwegs zu sein.

Gestern haben wir dann endlich die Insel verlassen. Um Mitternacht Leinen los nach La Gomera, San Sebastian. Davon mehr im nächsten Post, nur soviel: Wir quatschten in einer Bar mit einem Schweizer Päärchen, die waren zwei Wochen in Valle Gran Rei (unser eigentliches Ziel), die ganze Zeit Sturm, Regen und sehr ungemütlich war’s ! Das wär nichts geworden mit Ankern während diesem Tiefs.

 

November 23

Shit happens

Dies ist nicht alles gestern passiert! Es handelt sich um eine Zusammenfassung der Missgeschicke und Vorkommnisse der letzten sechs Monate an Bord der Robusta. Es sind Vorkommnisse, die wir eigentlich lieber gerne verdrängt  und gar nicht erst jemanden erzählen wollten.

Aber eventuell können andere auch etwas daraus lernen 😉

Wasser im Motor

Die Backskiste ist nun super schön neu gestrichen. Ist mein erstes Probestück für die bevorstehende Decksrenovation. Nur so mal zum Schauen wie viel Arbeit das sein wird. Ging eigentlich ganz flott, die alte Farbe abzukratzen. Nur an einigen Stellen an denen ich fast nicht hin kam um die rostigen Stellen zu behandeln weil ich mich Kopfüber in die enge Kiste zwängen musste, war etwas schwierig. Mit dem Resultat war ich fast voll zufrieden. Für das Deck nehmen wir aber nicht die Bootsfarbe aus dem Baumarkt. Das soll schon mal klar sein. Da muss gutes Material her.

Und nun nur noch den Holzrost waschen und alles wieder rein in die Kiste.

Als wir zwei Monate später wieder zur Robusta fuhren, trat folgendes Problem auf:

Beim Starten der Maschine entwickelte sich aus dem Auspuff kommend, eine voll peinlich weiss qualmende Wolke. Thomi stoppte sofort die Maschine und kontrollierte den Oelstand. Am Oelstab klebte eine grässlich cremig aussehende Masse, so in der Art von sonst lecker schmeckenden Caramelpudding. Das bedeutet Wasser im Motor!! Wie das denn ? Wau was für ein Mist!

Nun musste echt ein Mechaniker her. Aber subito. Dieser hat das Problem innert Sekunden erkannt: Ich Dödel habe mit dem Holzrost der Backskiste den Entlüftungsschlauch der Seewasserzuleitung abgeklemmt. Somit wurde es möglich, dass in der Zwischenzeit via Seewasserzuleitung Wasser in den Motor gelangen konnte. Die Lösung war nun, einen fünffachen Oelwechsel vorzunehmen. Was für eine Verschwendung. Immerhin kann für die ersten Spülungen Altöl verwendet werden. Super. Nun ohne Auto all das Öl anschleppen und wieder zur Entsorgung bringen. Immerhin hat der Motor keinen Schaden davon abbekommen.

Kann ja noch leerreich werden unsere Reise. Hoffe das wär‘s dann mit solch gröberen Dingen.

Fussabdrücke

Unsere Weltreise hat begonnen! Wir sind von Glücksgefühlen förmlich überschwemmt. Absolut unglaubliches Gefühl! Wir wohnen nun nur noch auf dem Boot. Geil. Doch irgend wann kommt schon das erste Anlegemanöver. Kein Liegeplatz mehr. Was nun? Machen an einem anderen Boot fest und gehen auf die Suche nach dem Hafenmeister. Niemand da. Das Personal von der dazugehörenden Kneipe kann auch nicht weiter helfen. Schliesslich finden wir doch noch einen freien Liegeplatz. Klettern über das fremde Boot zu unserem Schiff zurück und entdecken mit Entsetzen lauter Fussabdrücke auf dessen Deck. Scheisse, die Farbe der frisch gestrichenen Reeling ist noch nicht ganz vollständig ausgetrocknet. In aller Eile machen wir uns zu viert dran, den Schaden zu beheben. Gelingt uns zum Glück absolut vollständig. Das Boot sieht sogar noch viel schöner aus als zuvor. Endlich mal wieder schön geputzt.

 AIS

In Sylt laufen wir bei Flaute in den Hafen von Hörnum ein. Ganz im hinteren Teil erblicken wir endlich den Hafenmeister der uns einen Liegeplatz zuweist. Dank moderner Technik wie AIS weiss er auch schon wie lange unsere Robusta ist: Auweiha, wenn das nur gut geht. Wenn ich einen Herzschrittmacher hätte, wäre dies nun der Moment an dem dieser aktiv geworden wäre. Das war knapp. Thomi stopft Robusta gekonnt zwischen zwei Yachten. Vorne ist der Steg durch den Bugspriet für Fussgänger gesperrt und Robusta‘s Hintern steht auch schön weit im Fahrwasser. Wir Deppen (nein hier eindeutig Thomi, er ist der Informatiker und ich der Technikmuffel) hat die Bootslänge im AIS ohne den Bugspriet einprogrammiert, der immerhin ganze sechs Fuss ausmacht! Der Hafenmeister wähle für uns den Liegeplatz anhand der Länge vom AIS-Signal…

Rein ging ja noch. Aber da wieder raus, bei 5 Bf mit dem Langkieler ohne Bugstrahlruder? Zur Sicherheit spannen wir diverse Hilfsleinen, stehen mit den fettesten Fendern und Neptunspiess (Bootshaken) bewaffnet an Deck. Schaffen es sogar ohne Havarie den 14 Tonnen schweren Panzer sicher aus dem Hafen zu manövrieren. Robusta hätte bei einer Karrambolage bestimmt keinen Schaden erlitten. Aber ich weiss nicht wie der Yogurthbecher links und rechts von uns davon gekommen wären.

Fender verloren

Morsche alte Fenderleinen…  Mehr  gibt es dazu  nicht zu sagen.

Lärmbekämpfung

Konnte nicht schlafen, da im Hafen ein Kreuzfahrtschiff lag. Diese Schweroelverbrater stellen ihre Maschinen nicht ab. Auch wenn sie drei Tage nicht auslaufen. Das Gebrumme nervt. Beschliesse mir Ohropax zu besorgen. Sogar in Spanien gibt es eine ähnliche Version. Robert wollte sich in Dänemark auch mal welche besorgen. Die Verkäuferinnen  kicherten etwas verlegen und wollten ihm ein Potenzmittel verkaufen.

Ich  jedenfalls, habe das genau richtige Produkt bekommen.

Die Dinger sind wunderbar. Nichts stört mehr, nicht mal im Halbschlaf. Doch sie sind eindeutig nicht für die spanischen Themperaturen geschaffen. Kriege sie am nächsten Morgen nicht mehr raus! Mit dem kleinen Fingernagel lassen sich nur haardünne gummiartige Fäden rauspopeln. Wattestäbli verschärfen die Situation in meinem Gehörgang massiv.

Nun klingelt auch noch mein Handy. Zum Glück auf Vibrator-Modus eingestellt.  Die Madame von der Bank ruft mich endlich zurück, die ich seit Tagen zu erreichen versuche. Ich brülle sie an, sie solle doch bitte etwas lauter reden.

Klüver ausbaumen

Robusta dümpelt auf achterlichem Kurs Richtung Madeira. Die Atlantikdünung bei knappen acht Knoten Wind, lassen den Klüver immer wieder einfallen. Flappende Segel, das nervt. Mit dem Spinnakerbaum soll der Klüver stabilisiert werden. Ich hantiere mit dem monströsen Gerät an Deck und versuche ihn am Klüverschot einzuhaken. Nach einigen Versuche gelingt mir dies sogar. Mit der  nächsten Rollbewegung der Wellen reisst es mir den Spibaum aus den Händen. Knallt voll an die Deckshausscheibe. Nix passiert. Sind voll stabil diese Dinger. Für diese Aktion habe ich eindeutig zu wenig Muckies. Oder mit etwas Dichtholen des Klüver wäre es auch etwas einfacher gewesen.

Diese Aktion ist nun von mir höchstpersönlich zur Männerarbeit erkoren worden. (Shit happens!)

Neptunspiess

Segeln bedeutet auch, auf  jedes Geräusch des Schiffes zu achten. Was dinggelt da? Was surrt da?  Im Scheinwerferlicht der Taschenlampe erblicke ich, dass sich der Bootshaken der senkrecht an den Wanten befestigt ist,  aus der oberen Halterung geschloffen ist und nun unkontrolliert hin und her schwingt. Eile auf‘s Vordeck um den Bootshaken festzuhalten. Bringe ihn unmöglich aus der unteren Halterung da diese bereits arg verbogen ist. Kann ihn aber auch nicht mehr los lassen, sonst drohte er die Vorsegel aufzuspiessen! Thomi ist im Tiefschlaf und hat die originalversion Ohropax montiert. Toll, alles Brüllen hilft nicht’s. Schlaufe in der Not den Gürtel aus meiner Hose. Das schaffe ich gerade noch so einigermassen einhändig und binde damit den Neptunspiess an der Wante fest, wobei mir der Wind dabei so langsam die Hosen runter zieht. Egal – keiner da der zusieht.

Fazit: Schlafen mit Ohrstöpsel ist nicht mehr erlaubt. Oder nur noch ganz wenig rein stopfen. Auf Gehörlosmodus wird nicht mehr gestellt. Im Cockpit liegt für solche Notfälle ein Horn um die pennende Crew zu wecken. Ach ja und an die Pfeife an der Schwimmweste habe ich in diesem Moment gar nicht gedacht.

Seeventil in der Pantry offen gelassen

Laufen früh morgens bei Esbjerg (Dänemark) bei unbeständiger Wetterlage aus dem Hafen aus. Nach zwei Meilen Fahrt, knallt auch schon die erste Gewitterbö ins Segel. Robusta legt sich krass auf die Seite. Dabei rumpelt und scheppert es in der Kombüse. Alles was nicht fein säuberlich versorgt war, liegt nun am Boden. Obendrauf noch einige Liter Meerwasser,  das durch das offene Seeventil durch das Spülbecken eindringen konnte.

Im Halbschlaf ausreffen

Bei Wachablösung bin ich sogar ausnahmsweise so nett und biete Thomi an, dass ich mich bevor ich schlafen gehen darf, noch freiwillig nass mache und an Deck gehe, um die Segel auszureffen. Totmüde löse ich die Reffbendsel am Grosssegel. Drehe an der Winschkurbel vom Grossfall und es geht ungewöhnlich streng. Denke bin ganz schön müde, bevor ich aber noch meine Muckies stärker anstrenge, kommt mir gerade noch in den Sinn, dass ich vergessen habe, die Refföse am Baum auszuhaken. Habe mal gelesen, dass jemand es tatsächlich geschafft hat auf diese Weise beim Grosssegel mit einem Knall sämtliche Nähte zum bersten zu bringen!

Koje ist nass?

Wo kommt das ganze Wasser her? Sämtliche Bullaugen haben wir ja alle ausgebaut und neu abgedichtet. Die Dichtungsringe sind auch alle neu. Wieder an Land mache ich mich dran,  um den möglichen Weg des Wassers zu erforschen. Beginne die Schrauben am Lukendeckel zu lösen. Unmöglich diese alle zu entfernen. Brauche schon jetzt Schnapswickel an den Handgelenken.  Alles ist so unglaublich stabil und für die nächsten 1000 Jahre gebaut. Nun mache ich mich an die Decke. Löse dort sämtliche Schrauben der Deckenleisten. Rupfe das Brett energisch raus, wobei es mir auch noch in zwei Stücke bricht da ich eine Schraube übersehen habe. Nix nass in der Isolation. Na gut. Brett bastle ich wieder mit Holzfüllmasse zusammen und streiche alles neu. Zusammenbauen kann es nun Thomi. Ich brauch nun einen Schnaps!

In der nächten Ferreteria kaufe ich einen Milimeter breitere Dichtungsringe. Auch nur weil sie keine anderen haben. Und siehe da, Bullauge Nummer 14 ist auch wieder dicht!

Schmetterlingsegeln im Test für den Passatwind

Das Manöver läuft normalerweise bei der Kutter getakelten Robusta folgendermassen ab:

Fock runter (ist im Weg bei achterlichen Kursen) – Bullentalje lösen, Grossschot dicht nehmen, Windsteueranlage auf neuen Kurs stellen, Halsen, Grosssegel schiften ohne den Klüver auf die neue Seite zu nehmen – Bullentalje auf  anderer Seite neu festzurren.

Nun hatte ich die glorreiche Idee das Grosssegel soll auf der Backbordseite bleiben, so erübrigt sich das ganze Theater mit der Bullentalje und dem Grosssegel schiften. Leiten die Halse ein bis der Klüver fällt, doch beim Rüberholen verdüddelt er sich um das Vorstag und verwickelt sich mit der losen Backbordleine erbärmlich. Der Wind hat das Segel und die Leinen  zu einem unkenntlich zusammengeschnurpften Puff hergerichtet. Alles Zerren und Ziehen hilft nichts. Thomi turnt nun bei flotter Atlantikdünung auf dem Bugspriet herum und versucht das Chaos zu entwirren. Klüverschoten müssen beide aus sämtlichen Rollen und Blöcken ausgefädelt werden. Alles bestens. Die Aktion dauert etwa eine Stunde.

Duschen an Deck

So eine schöne Dusche mit der Pütz an Deck, da freut sich die schlafende Anja ganz besonders, wenn nicht an die offenen Fenster gedacht wird!

Standing Ovation

Logbucheintrag: 13:43 Barometer 1015, Wind: NO 15 Kn, Motor an, Hafen Marina Arrecife Lanzerote, ablegen.

Der neue Hafen ist ganz schön eng.

Eindampfen in die Achterspring, Leine bloss nicht zu früh festsetzen, sonst rammen wir mit dem Bugspriet den unsportlich montierten Grill am Heck der Franzosen. Aber auch nicht zu spät, die nächste Reihe Yachten ist keine Bootlänge entfernt. Nach dem Lösen der Achterspring bockt Robusta und will sich mit dem Radeffekt des Rückwärtsgangs nicht drehen. Nun stehen auch schon alle Leute mit sonderbar verzerrten Mienen auf ihren Yachten an Deck.

Hafenkino live!

Ein Skipper einer Yacht, der wir sehr nahe kommen, wirft mir eine Leine zu um unser Heck rüber zu ziehen. Er spricht uns gut zu und sagt er hätte mit seinem Langkieler das selbe Problem.

Als wir nach gelungener Tellerwende endlich losbrausen, klatschen alle und rufen uns fröhlich zu!

Danke liebe Segler für diese moralische Unterstützung!!!

Toplicht ausgewechselt

Vor dem Auslaufen in Fort Williams (Schottland) prüfen wir noch ob alle Wanten mit Splinten gesichert sind und alle Lichter funktionieren und noch so einiges. Ausgerechnet das Toplicht leuchtet nicht. Thomi zieht die Arschkarte! Er muss auf den Mast klettern um die Birne auszuwechseln.

Irgend wann nachts kommt ein anderes Schiff ziemlich nahe. Robusta hat Vorfahrt. Doch irgendwie ändert es den Kurs nicht und hält genau auf uns zu. Komisch. Pennt der, oder was ist denn los?

Als ich später in der Nacht die Segel kontrolliere, fällt mir auf, dass das Dreifarbenlicht im Masttop verkehrt rum montiert ist!

Rot rechts, Grün links, Weiss vorne…..

Unverhoffte Begegnung mit dem Dinghi

Kommen von der Stadtwanderung durch A Curuña  zurück. Mit dem Dinghi bis zum Ankerplatz ist es ganz schön weit. Wir brausen durch die riesige Hafenanlage im stock dunkeln. Eben hat es erst noch zu regnen angefangen. Die Abkürzung unter den Oelleitungen des Industriehafens wagen wir im Dunkeln nicht. Fahren schön brav aussen rum. Doch da stockt auf einmal der Aussenborder. Stellt ab und will eine Weile nicht anspringen. Ich erinnere mich  an das kleines Bildchen vom Vorbesitzer neben dem Kartentisch „Nur Ruhe bewahren!“ Nach wenigen Minuten nächster Versuch. Der Motor springt an und genau in diesem Moment schleicht doch in finsterer Nacht von hinten, ein komplett schwarz angepinselter Tanker um die Hafenmole direkt auf uns zu!

Und übrigens, die spanische Version Ohropax hat sich nach drei Tagen wieder von selbst aus den Ohren rausgearbeitet.

Anja

November 13

Fisch?

Irgendwie kriege ich wieder mehr Lust auf Fische verspeisen. Kein Wunder bei so viel Meer. Hatte wirklich seit Irland etwas genug davon. The Irish People haben uns dauernd mit Fisch beschenkt. Aber wirklich jeder Fischer der neben uns angelegt hat, fragte ob wir gerne welche haben möchten. Jeden Tag Fisch kommt dann aber auch mal schnell an eine Überdosis.

Die Iren haben mir empfohlen sich in Spanien zu erkundigen, wie vom Schiff aus am besten gefischt wird. Dort habe es wieder ganz andere Arten und somit sind andere Köder gefragt.
In Lanzerote renne ich gleich früh morgens in die Ferreteria. Der nette Segñor führt mich ein paar Strassen weiter in ein anderes Geschäft. Die Leute erklären nicht mit Link und Rechts ,was ich mir sowieso nie merken kann, wie du ans Zeil kommst, sondern sie begleiten dich mindestens so weit bis das gesuchte Ziel in Sichtweite ist. Bedanke mich höflich, öffene die Ladentür und stehe vor einer Theke mit toten Fischen! Er hat mich wohl falsch verstanden, vielleicht ist er auch ein Morgenmuffel. Na ja oder zugegebenermassen habe ich mich wohl in Spanisch falsch ausgedrückt.
Nein ich will keinen Fisch kaufen. Will sie selber fangen. Die Señora weiss gleich Rat wo ich hin muss.
Endlich stehe ich im genau richtigen Geschäft. Einer “Tienda de articolos nauticos”!IMG_4846
Als ich an die Reihe komme, kippe ich den Inhalt meines Rucksacks mit den aus der Schwiiz mitgebrachten Angelsachen auf den Tresen. Der Verkäufer wirft einen leidenden Blick auf den Haufen, dann fragt er mich „de dónde eres?“ Von wo bist du?
Weiter will er wissen wie gross die Beute denn sein soll. Ich deute ihm die Grösse mit meinen seitlich ganz ausgestreckten Armen an und ergänze „ein Menue für zwei Personen“. Es soll von einem Segelschiff gefischt werden, bei ca. 5 Knoten Fahrt.
Er dreht sich um und verschwindet irgendwo hinter einem vollgepacktem Regal.Bringt einen Köder der schon fast so gross ist wie eine junge Forelle, legt ihn neben meine mickrig kleine Gummifischimitation. Staun! Das Teil kostet satte 18 Euro. Ui.

fisch jpegj Ein anderer Kunde mischt sich ins Gespräch ein und will wissen, wie ich von den Bergen mit dem Segelschiff nach Lanzerote gekommen bin!? „Ah tu es venido con Robusta“ meint ein anderer älterer Segñor? Si si….
Alle wollen helfen und haben mindestens einen Verwandten der mal in der Schweiz gearbeitet hat. Ich verbringe zwei geschlagene Stunden im Laden. Das sind echt die besten Momente um mein Spanisch wieder aufzufrischen.
Mein Rucksack platzt fast aus den Nähten als ich den Laden wieder verlasse. Nebst dem einen Köder habe ich auch noch eine Rolle Nylon Line, eine neue Angel mit Rolle und diverse Ersatzköder erstanden. Alle im Laden bestätigten, ich solle die Rolle nicht direkt an den Schiffsrumpf montieren wie ich es bei den meisten Fahrtenseglern so gesehen habe. So gehe der Fang oft verloren. Die Leine muss etwas abfedern können.

IMG_4766Es sei nicht anders als im See zu fischen.
„El mar es como un grande lago“ meinen die Herren.
Na ja, ob ich alles richtig verstanden habe wird sich zeigen…. Kaufe sicherheitshalber besser mal noch ein paar Kilos Nudeln mehr ein für die Überfahrt nach Cabo Verde, damit wir nicht verhungern müssen!
Anja