April 21 2019

Neuseeland – Fiji, Tag 5

Mail von Thomas

Bergfest ! Die Winde waren weiterhin schwach bis Sonnenaufgang. Jetzt pustet es wieder fest mit Schauern, bedeckter Himmel. Holperiges segeln, mache heute nicht viel. Kann Kurs halten, habe immer noch 30 sm Ost im Plus. die nächsten Tage werden noch spannend, noch habe ich aber das Wetter nicht geguckt. Das klappt besser nach 21 Uhr mit dem Download der Gribfiles. Robusta macht sich gut, hoffe ihr gefällt das Hopsen besser…

Position: 26°52 S 177°23 E
489 sm to go. (Etmal 114)
Speed 5-6 , Kurs 350-30°
Wind 10-30 aus OSO, O, Welle 2-3
Zeit 07:00 UTC, 21.04.2019

(keine Zensur)

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Kommentar Anja

Windy zeigt eine Wellenhöhe von 5 Meter. Ist ja gut wenn Thomas das als 2 bis 3 Meter empfindet. Er kann ja zum Glück auch nicht messen.

Freitag wird ein Tief das jetzt westlich von Neukaledonien liegt Fiji erreichten. Mist!

Keine Zyklonwarnung

April 20 2019

Neuseeland – Fiji, Tag 4

 

Mail von Thomas

So der Wind beginnt zu schwächeln. Hoffe es reicht aus der vorhergesagten Flaute raus. Musste Gas geben. Und der schöne Hoffnungsschimmer ist der SO Wind ab 23.4. Oh das kommt mir grad recht. Bis dann wohl leichte Winde voraus. Ist ja auch gut, dann ist es nicht mehr so anstrengend. Die Wellen sind auch weniger, schöne Passatwölkchen jetzt und 25° im Schiff.

Position: 28°42 S 176°51 E
603 sm to go. (Etmal 127)
Speed 5-6 , Kurs 18-30°
Wind 10-15 aus OSO, Welle 1-2
Zeit 07:00 UTC, 20.04.2019

(keine Zensur)


Kommentar Anja

ah da kommt doch noch eine Position! GRIB files kündigen  Wind aus Süd-Ost an? Sehe ich nicht so. Laut Windy ist da kein SO-Wind prognostiziert! Wind bleibt aus Ost!

Er darf nicht abfallen! Sonst wird das nichts mit Fiji. Na ja, ich habe den Flug ja noch nicht gebucht.

Ich denke immer an Thomas. Jedenfalls wenn ich wach bin.

Keine Zyklonwarnungen,

Ueberschwemmungswarnung für Fiji in Folge heftigen Niederschlags

April 20 2019

Neuseeland – Fiji, Tag 4

Mail von Thomas

Schnaubi!
Ui Guantanamo… Ist natürlich kein Vergleich, ich mache das natürlich freiwillig. Und Guantanamo ist schon ziemlich hart. 
Ok. Bis jetzt sind sicher die Entscheidungen alleine zu fällen eine Herausforderung, ist meine eigene Verantwortung. Beispiel Wetter, habe es aufgegeben, noch mehr Richtung Osten zu fahren, da ja schöner SO kommt ab 23.4. Ist dem auch so? Hoffentlich, sonst lande ich vieleicht nicht in Suva. Oder Wann Reffen, wie lange halte ich das aus, da ist niemand, der auch findet, es sei zu streng. Doch ich will ja vorwärtskommen, der Flaute entfliehen. Ich glaube ich habe es geschafft, bald 29° Süd. Habe die Flaute glaub hinter mir, ohne sie zu haben…  
Essen ist auch dann, wenn ich Hunger habe und nicht regelmässige Speisen wie sonst. Kann ja essen was is mag, viel Gemüse, Härdöpfel und kaum Nudeln. Vieleicht kommt der Appetit darauf noch. Weiter das Schlafen, keine Regelmässigkeit mehr, ich schlafe (Mit Wecker) wenn ich müde bin. Oh und manchmal ein Bier ? Eher selten. Rauche ja seit Januar nicht mehr. Also ziemlich gesund jetzt. Alleine ist es hier schon, aber einsam so grausam fühle ich mich nicht. Mag es so, vieleicht kommt es noch, die Einsamkeit. Kann ja nicht telefonieren oder so. Das Tor zur Welt ist der SSB. Aber Pacific Net mache ich auch nicht, zu viel Arbeit. Denke viel an Dich, an das Ankommen in Fiji und bin ja hoffentlich nicht alleine dort, kommen ja noch viele hierher (mind. Cristel, die Pirluit, die Jo). Pantagruel ist ja schon da. Also morgen mehr, gute Idee das mal aufzuschreiben…
Hab Dich lieb !!

(Keine Zensur)


Kommentar Anja

Keine Zyklonwarnungen,

Ueberschwemmungswarnung für Fiji in Folge heftigen Niederschlags

April 19 2019

Neuseeland – Fiji, Tag 3

Mail von Thomas

Schnaubi !!

Ja Guantanamo hehe schon bischen momentan. viel rumliegen und sich nicht bewegen, ist schon amwindkurs… esse nicht viel, dafür gesund. kefir fein. und salat. am boot alles gut ausser die kloschüsselscharniere. umpf. beim kacken kam eine welle. aber die haben wir glaub noch als reserve, ich sitze jetzt auf dem keramik. jetzt kommt ja dann weniger wind, dann wirds für einige tage gemütlicher. ich denk an dich und vermisse dich!!

Alles liebe thomas

(keine Zensur)


Kommentar Anja

Position hat er wohl nach Klounfall vergessen. 

Keine Zyklonwarnungen

April 19 2019

Neuseeland – Fiji, Tag 3

Mail von Thomas:

Wir kommen vorwärts. Immer noch. Noch keine Flaute, im Gegenteil. Versuche soweit östlich wie möglich, amwindkurs, damit ich es später in der squash zone weiter oben einfacher habe. minerva reef krieg ich glaub aber nicht. 

Position: 30°44 S 176°08 E
730 sm to go. (Etmal 127)
Speed 5-6 , Kurs 18-30°
Wind 15-20 aus OSO, Welle 2-3
Zeit 07:00 UTC, 19.4.2019


Kommentar Anja

Keine Zyklonwarnungen

April 18 2019

Neuseeland – Fiji, Tag 2

Mail von Thomas

Wir kommen vorwärts. 

Position: 32°43 S 175°08 E
857 sm to go. (Etmal 131)
Speed 6 , Kurs 18°
Wind 15-25 aus OSO, Welle 2-3
Zeit 07:00 UTC, 18.4.2019

Ruppiges segeln, ziemlich Amwindkurs, wellig. Spritzt. Es gab nochmals Gemüsetopf.


Kommentar Anja

Thomas war auch schon mal schreibfreudiger…..

Keine Zyklonwarnungen

April 17 2019

Neuseeland – Fiji, 1.Tag

Mail von Thomas

Schaubi!

Alles gut bei Dir ? Bin also unterwegs, wieder mal leichter Amwindkurs, ist aber gutes Vorwärtskommen. Alles ok an Bord. Das Dinghi lässt sich übrigens falten 😉 habe gutes Essen und viele Filme zum gucken. Habe grad Wikileaks gesehen mit Assange, der ja aus aktuellem Anlass grad passt…  
Sonst fehlst Du mir schaurig hier. Aber es geht nicht mehr so lange, ist auch schön ich kann mich auf Dich freuen.  
Hab dich ganz fest lieb Schnaubi!!

(ohne Zensur)

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Kommentar von mir (Anja)

Etwas peinlich, ja ich bin Schnaubi. Er übrigens auch und zusammen werden wir seit dem Werftaufenthalt in Neuseeland von unseren Kollegen “die Schnaubies” genannt. Also der peinliche Namen ist nicht von uns erfunden. Aber irgendwie kriegen wir ihn auch nicht mehr los.

Keine Zyklonwarnungen

April 17 2019

Tschüss Neuseeland – Überfahrt nach Fiji

Thomas ist nun alleine von Neuseeland losgesegelt. Er hat genug. Es ist früh in der Saison. Für diese Überfahrt gilt es den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. In der Südsee ist von November bis April Zyklonsaison. In Neuseeland ist Herbst und die Temperaturen fallen und immer mehr Stürme kommen auf. 

Unser Neuseeländische Freund Rob, ein erfahrener Segler meint, der Richtige Zeitpunkt zum in die Südsee aufzubrechen ist, wenn es in der Südinsel von Neuseeland die Schafe von den Klippen weht, musst du mit dem Polar-Wind-Durchbruch los. Dann pustet es dich direkt in einem Schnurz nach Fiji.

Das Wetterfenster sieht gut aus. Doch in 12 Tagen kann sich auch vieles wieder ändern.

Ich begleite Thomas mit den Wetterberichten aus der Schweiz, gemütlich vom bequemen Sofa aus. Ich beobachte das Wetter, sende ihm die Positionen der fürs Wetter relevanten Hochs und Tiefs für diese Strecke per Mail via SSB Funk.  Die Fahrt wird etwa 12 Tage dauern. Es wird bestimmt keine Kaffeefahrt. 

Einhand segeln ist nochmals eine Stufe fetter. Schlafentzug kommt der Folterkammer auf Guantanamo gleich. So jedenfalls wäre mein Empfinden als Einhandseglerin. Nie mehr als 20 Minuten pennen, das über 12 Tage lang. Meine Laune würde am dritten Tag zerstört in der Bilge liegen.

Wünsche ihm viel Spass dabei und drücke die Daumen, dass alles gut läuft. Bin ganz nervös!!! Ist kaum auszuhalten nicht dabei zu sein.

Ich selber werde noch bis im Juni in der Schweiz arbeiten. Dann fliege ich nach Fiji um dort Thomas wieder in die Arme zu schliessen…

Ich werde seine Mails im Blog publizieren damit ihr alle Mitfühlen könnt. (kleine Zensur müsst ihr aber schon erlauben. Falls es zu persönlich wird werde ich den einen oder anderen Satz aus dem Mail löschen….)

So wir kommen vorwärts. 

Position: 34°47 S 174°15 E
988 sm to go.
Speed 6 , Kurs 18°
Wind 15 Kt, Welle 1-2
Zeit 07:00 UTC, 17.4.2019

Cool. Schönes segeln, bisschen wellig. Es gab Gemüsetopf.
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April 16 2019

Neuseeland – Flasche leer

Die Zeit in Neuseeland geht dem Ende zu. Ist auch gut so. Der Sommer war traumhaft schön, das Wetter trocken und warm. Das Meer lud zum Baden ein. Ich bin viel rumgekurvt, nochmals die ganze Küste zwischen Auckland und Whangaroa angeschaut, zusammen mit Andy, mit seinem Schiff KAMA, eine Hanseat Kommodore. Hier die Best of:

Tiritiri Matangi Island

Dies ist eine kleine Insel nördlich von Auckland, ein Vogelreservat. Von den Rangers wurden Futterplätze und Badestellen installiert, wo man die diversen Vögel sehen kann. Hier leben auch die Tiritiri Takahe, das sind Vögel, die sehen aus wie Papageienhühner, können nicht fliegen und wären fast ausgestorben, hätte man sie nicht in einem Seitental auf der Südinsel entdeckt und erfolgreich vermehrt… Auch Kiwis rennen hier rum, leider nur in der Nacht. Schöner Ankerplatz.

Stillwater

Stillwater Boating Club ist ein Bootsclub in einem kleinen Fluss, er ist nur mit dem Dinghi erreichbar, nicht weil der Fluss nicht befahrbar ist sondern er ist vollgestopft mit Booten an Moorings oder Pfählen, so dass es keine Möglichkeit gibt mit dem Schiff reinzufahren um zu ankern. So schmissen wir den Haken in der Lagune davor. Die Bootsclubs hier in Neuseeland sind alles alte traditionelle Clubs, mit vielen Mitgliedern. Meistens mit Bar und kleinem Restaurant. Sehr günstige Preise, vor allem für Bier. Dieser Club war sehr gut besucht, kein Wunder, es war fast jeden Tag Party. Fischwettbewerbe, wer fängt den grössten, Dressup Partys, Bingo und vieles mehr.

Mahurangi Harbour

Weiter nördlich ankerten wir in einem grossen Flussdelta, die ursprüngliche Idee war, hier den vorausgesagten Cyclonausläufer abzuwettern. Doch der hatte es sich anders überlegt und so hatten wir tolles Wetter und viel Zeit, die Gegend zu exploren. Mit dem Dhingi fuhren wir den Fluss hoch, nach ca. 7 km erreichten wir Warkworth, ein für neuseeländische Verhältnisse schon historisches Städtchen. Wir besuchten das schöne Museum mit unzähligen Gegenständen der Grossväter und -Mütter. Auch zwei sehr dicke Kauri Bäume befinden sich auf dem Gelände. Achja, die Hunting and Fishing verkaufen Munition und Waffen einfach so im Geschäft… (Das war noch vor dem Christchurch Anschlag)

Great Barrier Island

Immer wieder schön, in den Port Fitzroy einzufahren und sich irgendwo in eine der zahlreichen Buchten hinzulegen. Ich war sicher schon sechs mal auf dieser Insel. Hier haben wir wieder mal gefischt, dicke Brocken gefangen.

Whangaroa Harbour

Dieser Ort ist ein Inlet im Norden der Bay of Islands, seichtes Wasser mit vielen Plätzen zum ankern. Wir besuchten den Fishing Club, es ist ein bekanntes Ort für Game Fishing, ein Sport der mir ehrlich gesagt nicht so gefällt, werden mit protzigen Motorbooten die schönen grossen Marlins gefischt, wer den grössten hat hat gewonnen. Trotzdem, das Meer draussen ist reich an Fisch.

Bay of Islands

Hier sind wir seid etwa drei Wochen, sind abwechselnd in Opua (Boating Club!) oder Russel (auch Boating Club!) oder sonst auf einer der vielen Inseln. Und warten und warten und warten. Auf das Ende der Cyclonensaison in den Tropen, auf gutes Wetter. Wir wollen endlich los. Es wird langweilig hier, es wird kalt und die Sonne zeigt sich immer weniger am Tag. Es wird Herbst. Die Boote sind ready to go. Nachtrag: Heute 17.04.2019 geht es los, ich klariere aus und fahre nach Suva, Fidji meine erste und wohl auch letzte Solo Ocean Passage! In Fidji darf ich Anja wieder in die Arme nehmen da freue ich mich schaurig. 

Zum Schluss noch ein paar Schnappschüsse der Robusta beim segeln…

February 20 2019

Eingliederung in die Schwiiz

Die Weihnachtsfeier endete schon zu früher Stunde in einem Desaster! Das hat mich sehr traurig gestimmt. Ich habe mich so sehr auf die Feier mit meiner Familie gefreut. Will gar nicht genauer darauf eingehen, denn wir hatten es sonst immer so toll. Der Thomas hat wohl gefehlt und ich war über diesen Fakt traurig und dementsprechend etwas zu sentimental gestimmt. 

In den Medien häufen sich die Nachrichten über dramatische Verhältnisse in den Alpen. Hört es jemals wieder auf zu schneien? Hausdächer drohen einzubrechen und müssen von den Schneemassen befreit werden. Sogar einige Dörfer sind vom Rest der Welt abgeschnitten. Lawinen begraben Menschen unter sich und entreissen ihre Lebensenergie für immer. So viel Schnee habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Mein Wunsch nach einem Winter mit viel fluffigem Schnee, ist in übertriebener Form in Erfüllung gegangen.

Wegen der andauernden Kälte, kleide ich mich so, dass mein Schrank leer ist. Diverse Schichten direkt übereinander. Das ist einigermassen praktisch, da im Alpenland je nach Situation derart unterschiedliche Klimaverhältnisse anzutreffen sind. In den Einkaufsläden ist das Personal bei dieser Affenklälte nur in sommerlichen Shirts gekleidet. Im Zug ist mein linker Schuh an der glühend heissen Heizung kleben geblieben und sieht nun echt verschissen aus. In der Post erlitt ich beim Anstehen fast einen Hitzekollaps . Wieder draussen auf der Strasse, fühle ich wie mein nassgeschwitztes T-Shirt sich in eine Eisplatte verwandelt. Heizen scheint in diesem Land nichts zu kosten. Seit ich denken kann, jeden Winter das selbe Theater. Alle motzen, doch ändern wird sich diesbezüglich niemals etwas. 

Nun sind schon einige Wochen seit meiner Rückkehr in die Schweiz vergangen und meine Freunde warten gespannt, bis es mir hier verleidet. Doch ich geniesse in vollen Zügen so vieles, was ich auf der grossen Fahrt mit der Robusta vermisst habe. Käse fressen und dabei in einer Badewanne zu liegen ist ein Hochgenuss! Nora und Dieters Waschmaschine ist genial! Alles wird so schön sauber und das schon bei niedrigen Temperaturen, genau wie in der Werbung versprochen. Auf der Robusta wird die Wäsche von Hand gewaschen. Mmmmmm und die Schwiizer Schoggi, mmmmm. Hatte die ersten Wochen davon einen komplett verstopften Darm. Egal. Jetzt bin ich wieder abgehärtet.

 Die grösste Freude empfinde ich, wenn ich mit den Menschen, die ich auf der Reise so irre vermisse, wieder zusammen sein kann. Ich fühle mich zerrissen. Jetzt wo ich da bin, sehne ich mich nach dem Leben auf den Ozeanen. Wenn ich weg bin, vermisse ich die Heimat. Umso inniger betrachte ich alles um mich herum. Sauge alles intensivst in mir auf. Mir fallen so viele Dinge auf, die ich früher gar nie so wahrgenommen habe. Sogar jeden Geruch aus der Umgebung ziehe ich rein! Mal Kuhmist statt Fischgeruch ist eine echte Abwechslung.

Schneeflocken sind ja leider geruchlos.

Mit der Arbeit, an meinem alten Job als Stellvertreterin für Anette, habe ich schon früher als vereinbart gestartet. Schwangerschaften verlaufen nicht immer nach Plan. Anette wünsche ich eine genussvolle Auszeit. Mit meinen alten Arbeitskollegen habe ich mich sofort wieder bestens verstanden. Mit der neuen Praktikantin auch. Nach viereinhalb Jahren hat sich doch einiges verändert. Die meisten Jugendlichen kenne ich nicht. Mir fällt es leicht schnell mit ihnen in Kontakt zu kommen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Doch ich drehe fast durch, mir all die Namen zu merken. Ich sag’s euch, selbst das Segeln in den “Brüllenden 40-igern” und sogar den “Schreienden 50-igern ist entspannter als einen Freitag Abend im Juhu zu arbeiten. Freitag Abend ist das Synonym für “sich die Kante geben”. Über 100 junge Menschen pro Abend, zwischen 16 und 25 Jahren, verbringen ihre Freizeit im Jugendhaus. Hier trifft sich, wie es Roli einmal ausgedrückt hat, das bunteste Publikum meist friedlichst…… (kleine Ergänzung von mir: wäre da nicht der harte Alkohol und andere Drogen…..)

«s’jugendhus winterthur isch de einzig ort won ich i mim ganze lebe ohni problem shipis, punks, ois, skatertussis und rastas a eim ort ghängt gseh han und sich nöd apöbelt hend. ich empfinde das als privileg…»
Roli, 18

(ich persönlich denke, sowas ist nur  durch harte Arbeit von einem engagiertem und eingespielten Team möglich)

Ja und jetzt ist der Laden noch viel bunter geworden. Jugendliche Flüchtlinge aus kriegsgeplagten Regionen, die alleine als Hoffungsträger für ihre Familien flüchteten, sind hinzugekommen. Ihre Geschichten und die Berichte über die Flucht in maroden Booten über das Mittelmeer, bewegen mich sehr. Ich bin dankbar nicht im Krieg geboren zu sein und glücklich das Privileg zu haben, mit der Robusta um die Welt reisen zu dürfen……

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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