January 24

Pazifik Tag 10-12

Noch 3156 SM bis Marquesas Ui nein, das ist ja noch grauenhaft weit!!! Die Tomaten stressen! Sie sind alle zur selben Zeit reif geworden. Dafuer verhalten sich die Eier ruhig und bleiben brav in den Eierkartons sitzen ohne aufmuepfig raus zu hopsen. Also was tun mit den Tomaten? Kramen die letzten Einmachglaeser aus den Schapps. Ich schneide etwa 5 Kilo in Scheiben, fuelle sie in Glaeser und sterilisiere sie nun waehrend 30 Minuten. Doch den Zeitpunkt an dem in den Einmachglaeser selber Luftblasen aufsteigen, ist bei diesem Seegang nicht konkret zu erkennen. Warte lieber noch eine viertel Stunde laenger um den Sterilisierungsprozess bloss nicht zu frueh abzubrechen. Lieber etwas Matsch in den Glaeser als Gammeltomaten. Die naechste Ladung wird gekocht und heiss in die Glser gefuellt. Basta – fertig. Die Temperaturen sind angenehm um 22 Grad. Fuelle eine Puetz mit Wassser und messe eine Temperatur von 19 Grad. So goenne ich mir mal eine Dusche mit Haarwaesche im Cockpit. Bisschen muss ich schon auf die Zaehne beissen. Die ganze Aktion ist jedoch wesentlich angenehmer, als die Blitzbadeaktionen mit Haarwaesche im Eiswasser in Suedpatagonien . Nun schoene frische Salzwasserfrisur! Fuehlt sich toll an. Sonst liegen wir wie faule Heringe in den Kojen. Lesen und diskutieren viel, vor allem ueber die Liebe. Im Cockpit liegt nun der Spinnaker der diverse kleinste Loecher aufweist. Nicht so uebel wie ein Schweizer Kaese. Aber ein trauriger Anblick. Sein Schicksal waren Motten! Wir haben ihn von Freunden geschenkt bekommen. Versuchen ihn nun wieder Flott zu machen. Das waere auch wesentlich einfacher in der Marina im Clubhaus gewesen. Ohne Schaukeln, mit viel Platz und grossen Tischen. Nun wuehlen wir uns systematisch durch die Massen von Stoff um die Loecher mit spezieller Folie zu ueberkleben. Diese muesste mit dem Buegeleisen oder Haartrockner erwaermt werden, damit der Kleber sich gut mit dem Stoff verbindet. Weder Luxusartigkel wie Buegeleisen noch Foehn fuehren wir an Board der Robusta mit. So dient alternativ ein kleiner Kochtopf, der auf dem Gasherd erwaermt wird, als eine Art Buegeleisen. Klappt tip top. Haben noch kein Loch in den Spinacker gebraten. Sieht schon echt huebsch aus. Rot-weiss mit zahlreichen weissen Punkten, wie ein echter Fliegenpilz! Anja Der Suedostpassat ist konstant, aber schwach. Zur Zeit blaest er mit 15 Knoten genau von hinten. Wenn wir den Kluever setzen wuerden, muessten wir 80 Grad Halsewinkel vor dem Wind kreuzen, damit er wegen den Wellen nicht schlaegt. Wuerde bedeuten, dass wir schneller waeren (ca. 6-7,5 kt), dafuer mehr Strecke fahren muessten. Mit dem Gross alleine koennen wir platt vor dem Wind fahren. Zwar laengsaemer (ca. 4,5 – 5,5 kt), dafuer kuerzere Strecke. Und halsen eruebrigt sich auch. Tja so ist platt vor dem Wind nur mit dem Grosssegel tatsaechlich schneller als 80 Grad vor dem Wind zu kreuzen. Und nun kommt der Spinacker ins Spiel. Mit dem sind wir dann noch viel schneller. Hoffe ich doch. Vor allem wenn die Prognose stimmt, erwarten uns nach etwa drei Tagen nur noch 12 kt Wind. Da hilft dann hoffentlich der Spi der Robusta auf die Beine. Spinackern mit Robusta? Ja sollte gehen. Ist aber kompliziert, da der KIuever so weit vorne ist, der Bugspriet ist ja 2 Meter lang. Und der Spinacker muss ja vor den Kluever. Wir haben einen Teleskop Spibaum, der ist ausgezogen sicher 6 Meter lang. Muesste gehen. Aber wir haben noch 4 Tage Zeit um alles zu basteln. Thomas

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January 20

Pazifik Tag 7 – 9

Die Floehe, ich nenn sie mal so, gesehen habe ich jedenfalls noch kein Insekt an Bord, treiben mich langsam in den Wahnsinn! Beim Schlafen wache ich auf, weil ich etwas an den Beinen rumkrabbeln spuere. Doch da ist nichts. Reine Paranoia! Die Stiche quaelen nun schon drei Wochen. Sie jucken anfallsmaessig. Ich sehe aus, als haette ich die Masern. Zum Glueck muss ich mich nicht so verunstaltet im Bikini an einem prallvollem Palmenstrand zeigen. Der Wachrythmus pendelt sich so langsam ein. Klare Strukturen, wie ein militaerischer Wachplan an den wir uns halten, existieren nicht. Meine Seebeine sind schon ordentlich gewachsen. Toilettengang und Kochen sind dennoch anstrengend. Darum wird immer ein grosser Eintopf zubereitet der aufgewaermt werden kann. Diesmal weisse Bohnen an etwas zu sehr pikanter Tomatensauce. Den Abwasch ueberlasse ich gerne Thomas. Mal schauen wie lange es dauert bis er meckert. Das Segeln ist anspruchslos verglichen mit der Strecke von Brasilien bis Puerto Montt. Leichter Wind um die 10 bis 15, selten mal an die 25 Knoten, bei Sonnenschein, drinnen 24 Grad. Doch Barfuss segeln ist nur tags ueber moeglich. Letzte Nacht musste ich die Segel reffen. Ohne Oelzeug ging da aber gar nichts. Das Wasser, welches der Humboltstrom vom Sueden herbringt, ist echt kalt! Langweilig ist mir entgegen meiner Befuerchtungen noch nicht geworden. Vertiefe mich in spannende Buecher. Um mein Franzoesisch wieder aufzupeppen, kaue ich mich mit dem Woerterbuch durch einen ueber tausend Seiten fetten Waelzer, einer Seefahrerstory aus dem 18. Jahrhundert. Das waren noch harte Burschen! Ohne GPS, AIS und moderne Kartenplotter auf grossen Abenteuerreisen. Anja Ja zum Glueck sind die Stiche weg, keine neuen mehr dazugekommen. Kein Beissen und Kratzen mehr. Mir gehts wunderbar, alles easy und ruhig. Ausser der Abwasch, muss da mal mit Anja sprechen… Interessant ist die Planung der Route. Bis jetzt hielten wir den Bug nach Norden um das grosse konstante Hochdruckgebiet vor den Osterinseln auszuweichen. Ab jetzt, 27 Grad Nord, wirds langsam westwaerts gehen, in einem langen Bogen zu den Marquesas. der Suedostpasssat ist irgendwie schwach, braucht Nerven mit unserem Boot, wenn der Wind unter 12 kt bleibt. So ist mit der Wetterkarte (GRIB) zu schauen, wo der Wind am staerksten vorhergesagt ist. Energie ist dank eines weiteren Solarpanels endlich mal ausreichend vorhanden, jeden Tag die volle Sonne zum Laden. Von oben, fast schon senkrecht. Den Windgenerator den es an der Argentinischen Kuesete bei ueber 50 Knoten Wind verbraten hat, ist erst mal abgebaut bis Ersatzteile organisiert sind. Aber heiss ist es noch nicht. Wahrscheinlich da das Wasser eben auch noch kalt ist, wir sind erst auf 27 Grad Sued. Thomas

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January 18

Pazifik Tag 4 – 6

Tag 4 Heute ein trueber Tagesbeginn. Grau in grau. Wenig Wind, einiges an Welle, das Schiff will nicht so recht fahren. Probieren mit einer Halse ob die Schaukelei sich bessert. Schwierige Bootsbewegungen, viel Koerperarbeit um einfachste Dinge zu tun. Abwasch wird zur Qual, muessen draussen im Cockpit das Geschirr waschen, sparen das Suesswasser zum Trinken und Kochen. Leider fehlt uns eine Salzwasserpumpe. Dafuer gibt es wieder Brot, welch ein Genuss. Thomas Die Schichteinteilung ist noch nicht geregelt. Eigentlich bin ich ein Nachtmensch. Gerne uebernehme ich Wache von abends um neun bis cirka drei uhr Morgens. Lange Schichten behagen uns besser. Nun ist alles verschoben. Wenn ich mich schon um sechs Uhr abends in die Koje schmeisse, kann ich nicht schlafen. Einerseits weil es zu frueh ist, die Stiche extrem jucken, andererseits weil dies vom Biorythmus her meine aktivste Zeit ist. Thoms hat angeblich keine Chance mich zu wecken. Er muss es auch nicht versuchen wenn ich im Tiefschlaf bin. Anja Tag 5 Noch weniger Wind, noch schwieriger. Dafuer Sonne! Und der Funk laeuft wieder ohne Motorunterstuetzung. Bekomme sogar ein akzeptables Signal um Positionen und Mails zu verschicken und um Wetter zu empfangen. Die Nachtwache mache ich wieder alleine. Konnte Anja einfach nicht wecken. Sie schlief so tief und fest. Liegt wohl am schlechtem Schlaf wegen Schiffsbewegungen und den vielen Stichen. Hundert Stueck hat sie gezaehlt, die so uebel jucken… Thomas Robusta will sich mit dem schlappen Wind nicht so recht bewegen. Sie tanzt froehlich in den Wellen und die Segel schlagen immer wieder mal. Das nervt tierisch. Dies ist genau der Grund warum wir uns entschieden haben, nicht zu den Osterinseln zu segeln. Diese liegen in einem Hochdruckgebiet mit oft sehr wenig Wind. So entschieden wir mit dem Humboltstrom gegen Norden zu segeln, bis wir auf die Passatwinde treffen um erst dann Kurs gegen West auf Franzoesisch Polinesien zu nehmen. Auf der Nachtwache meldet sich mein Magen mit einem dezenten Knurren. Ich grabe in den Schapps nach Keksen. Doch erfolglos. Das kann doch nicht sein!? Ich mag mich erinnern, die halbe Einkaufskarre war voll davon….. Tag 6 Heute laeuft es wieder wunderbar, genug Wind, um mit 6-7 Knoten dahinzusegeln. Es gibt Kuchen von Anja! Und ein neues Menue will ich mir noch ueberlegen, was ich in die Pfanne haue. Thomas Ha ha da freut er sich auf Kiwi Bananen Kuchen! Unglaublich, er hat alle Kekse in kuerzester Zeit alleine aufgefressen! Ein Menue habe ich mir auch schon ausgedacht. Gestern bereits die Bohnen eingeweicht. Sie sind noch nicht durch die Bude geflogen. Es gibt Eintopf mit Gemuese und Sojafleisch. Heute mal ohne Eier. Erstaunlich, die Tage rasen nur so dahin. Von den 4600 Seemeilen sind ueber ein Zehntel geschafft. Anja Kannst du dir vorstellen mit einer Person, Kollegen, Freund oder Fruendin auf knapp 40 Quadratmetern, ohne Fluchtmoeglichkeit, zwei Monate auf engstem Raum, dazu noch schwankend zu verbringen? Wie wuerde diese Situation deine Partnerschaft fordern?

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January 16

Pazifik Tag 1 – 3

Anmerkung: leider sind die Buchstabben A – E – U mit Punkten bei der Uebertragung via Funk nicht einsetzbar. Donnerstag 12. Januar Noch immer plagen uns irgendwelche Stiche die schrecklich jucken. Um was fuer Viecher es sich handelt ist nicht ganz klar. Wir sehen sie nicht. Der Apotheker meinte es seien Flohstiche. Birgit raet, wir sollen mal schauen, ob in den Kojen Spuren von Bettwanzen zu sehen sind. Das waere wohl der absolute Gau! Sechs bis acht Wochen auf hoher See mit Bettwanzen! Da sind mir Floehe oder sogar grosse Spinnen aber echt sympatischer! Thomi ist noch einmal in die Stadt, um eine chemische Keule, ein Breitbandprodukt gegen allerlei Ungeziefer zu kaufen. Derweil inspiziere ich mit einer Lupe das frisch gewaschene Bettzeug und die Kojen. Wo wir dann auf hoher See pennen, falls das Gift zum Einsatz kommt, ist mir allerdings schleierhaft. Ankern nochmal im Fluss um mit der nicht ganz vollstaendigen Kalibu Crew auf der Robusta Abschied mit Ruehrei und Tamaten zu feiern. Freitag der 13! An einem Freitag laeuft ein Schiff nicht aus. Und schon gar nicht an einem dreizehnten! Wir sind ja schon am zwoelften fuer den grossen Schlag gestartet. Der Wind hat gerade von Nord auf Sued gedreht. Draussen empfaengt uns der Pazifik mit gewaltig diffusen Wellen. Ich bin gereizt, alles ist so anstrengend! Seekrank war ich bis jetzt zum Glueck auf der ganzen Reise noch nie! Ich liege faul in der Koje rum und habe nur Lust zu lesen. Mindestens ein Brot muss jetzt her. Hantiere mit Mehl und klebrigen Haenden im Cockpit rum. Kann mich kaum ohne Haende in Stellung halten. Eine Welle findet den Weg direkt in die Teigschuessel. Also eruebrigt sich die Beigabe von Salz. Der Wind pustet mit etwa 25 Knoten aus Sued, der Himmel ist leicht bedeckt, bei 20 Grad! Anja Samstag, 14.1. Die erste Nacht war streng fuer mich. Muedigkeit macht sich nun breit und die Bewegungen sind noch unsicher und brauchen Kraft. Die Seebeine muessen erst wieder wachsen. Irgendwann konnte ich mich zum Kochen aufraffen: Ruehreier mit Zucchini. Die Eier flogen naemlich in der Nacht durch die Bilge, darum schnell die kaputten eingesammelt. Kochen ist ebenfalls schwierig – schaukelt es doch erbaermlich, da die Wellen noch so hoch und steil sind. Wir fahren leider noch an Landnaehe, wo der Grund von ueber 4000 auf 100 Meter aufsteigt. AIS Alarm und Display funktioniert nicht mehr. Wenigstens senden wir noch unsere Position und koennen auf dem Kartenplotter die Schiffe sehen. Thomas Fazit: 21 Eier gehen zu Bruch! Etwas spaeter fliegt auch noch ein Liter frisch angesetzter Kefir aus dem Schrank und verteilt sich ueber den Herd via Schubladen bis in die Bilge. Segeln sollte doch Spass machen…

Category: Unterwegs
January 13

Endlich!

Alle Papiere sind nun in Ordnung. Gobernation hat ohne allzu grosses Tamtam unsere Visas um 10 Tage verlängert. Nun noch den Ausreisestempel bei der PDI (Policia de Investigacion) abholen und mit all diesen Papieren bei der Armada das Zarpe holen.

Einen Kaffee? Ein Bier oder lieber einen Pisco sour? Die sehr jungen Beamten lehnen mit einem dezenten Lächeln ab. Eventuell sind sie von Gesetztes wegen noch zu jung um am hellichten Tag Alkohol zu sich zu nehemen. Aus einer grauen Mappe zückt der eine nun ein Formular. Alle Yachten müssen vor dem Verlassen Chiles einen Sicherheitsckeck durchlaufen.

Fogendes wollten die sehr jungen Beamten in ihr Formular festgehalten haben.

Nur gefragt, nicht nachgeprüft:

Rumpfmaterial, Grundberührung? Beulen am Rumpf?

Stabilität der Yacht: könnte die Rosusta kentern?

Zustand Rigg und Segel, Anzahl Ersatzsegel,

Motor: Zustand, Leistung, Ersatzteile für Motor, Motorenoel,

Werkzeug vorhanden um alles selber reparieren zu können,

Folgendes wollten sie sehen:

Sicherheitsmaterial: EPIRB (Seenotfunkboje), Seenotraketen, Rauchsignale, Rettungsinsel mit Wartungszetifikat, Schwimmwesten, Rettungswesten am Heck mit Leine und Signalstab, Feuerlöscher, 1. Hilfe Koffer Inhalt, Tabelle Flaggenalphabet und so eine komische Tabelle mit Seezeichen, Schiffsbefeuerung muss sichtbar irgendwo aufgehängt sein. Wir haben es auf einer Kaffeetasse.

Also nun kann es losgehen! Die längste Etappe unserer bisherigen Reise!

Freuen uns auf eine ungewöhnliche spannende Zweisamkeit im grossen stillen Ozean!

Beim Auslaufen ist das Boot der Armada überschnell an der Robusta vorbeigerast. Die 120 Eier, die ich in diesem Moment zur längeren Haltbarkeit mit Vaseline einschmiere, sind fast durch die ganze Bude geflogen. Das waren bestimmt die beiden jungen übermütigen Beamten!

 

 

Category: Chile
January 11

Fast bereit für die Passage zu den Marquesas!

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Die blöden Flöhe sind noch immer nicht ausgestiegen. Happy ist doch gar nicht mehr da. Nun vergnügen sie sich mit uns als Leckerbissen. Haben schon mehrmals die ganze Bude mit Räucherstäbchen eingequalmt und aaaaalllles gewaschen um die verdammten Viecher zu ertränken. Am Schluss bleibt doch nur noch die chemische Keule….

Heute stand ein weiterer Besuch auf der Gobernacion an. Der Senor ist nun aus den Ferien zurück und hat  Berge von Papierkram abzuarbeiten. Nadine begleitet uns erneut.

Die Stirn des Beamten legt sich nun in furchige Falten als er einen Blick in unsere Pässe wirft. Im selben Moment entwickelt meine Stirn bleibende Falten. Nadine erwähnt die Zahnprobleme. Ich händige dem Senor ein Papier von meinem Zahnarzt aus, worauf folgendes in etwa drauf steht:  Unfall – Zahn ausgeschlagen – grosse Schmerzen – unmöglich unter solchen Umständen in den Pazifik zu reisen – langwierige Behandlung…

Das hat Wunder gewirkt. Das Gesicht des Beamten entspannt sich wieder. Der Verfasser dieses Gesuchs war früher Polizist bei der PDI, Policia de Investigaciones und scheint Einfluss zu haben. Die Busse von ca 50 US Dollar pro Person wurde blitzartig fallen gelassen. (Das Visum legal verlängern zu lassen hätte pro Person 100 US Dollar gekostet.)

Morgen müssen wir noch mit den Papieren zu der PDI für den Ausreisestempel und bei der Armada das Zarpe (Auslaufbewilligung einholen).

Hoffentlich klappt alles, dann gilt es uns von Chile zu verabschieden. Ein ganzes Jahr haben wir hier verbracht. Die Südspitze Amerikas ist wohl eine der krasseren Flecken unserer Erde. Kälte, starke Winde, bizarre Berge und Schluchten. Vor allem die gewaltigen Eisberge haben uns schwer beeindruckt. Leider sind sie in den letzten Jahren viel zu schnell geschmolzen. Wir wünschen uns, dass alle Menschen ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten damit diese Eisberge durch die Erderwärmung nicht zerstört werden! Es kommt auf jeden einzelnen von uns an.

DANKE

Category: Chile
January 4

Letzte Tage in Chile

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Wir sind schon fast  zur Ausreise bereit. Stell dir vor: wir mussten nun für 10 Monate einkaufen! Zehn Monate, habe mich wirklich nicht verschrieben. Absolute Überforderung. Was meinst du? Kommen wir damit durch? 40 Kilo Mehl, 30 Kilo Haferflocken, 10 Kilo Hülsenfrüchte, 15 Kilo Reis, 10 Kilo Zucker, 50 Gläser eingemachtes Obst und Gemüse,  für den Start auch noch zwei Harasse frische Früchte und  Gemüse, 3 Kilo getrocknete Früchte, 100 Eier und sonstigen Kram wie 10 Liter Essig, 10 Liter Oel, diverse Gewürze,  50 Liter Chilenischen Wein, 30 Liter Schnaps, bis jetzt null Bier und sonst noch etwa eine Tonne Flüssigkeiten wie 400 Liter Diesel, 40 Liter Benzin, 36 Kilo Gas zum kochen, 550 Liter Trinkwasser? Salz haben wir noch nicht! Müssen wir noch dran denken.

Zur Proviantierung ist noch zu sagen, dass die Südsee ein teures Pflaster ist. Andere Segler empfehlen möglichst alles in Chile oder noch besser in Equador zu kaufen. Einerseits müssen wir uns für mindestens sechs Wochen für die Non-Stop-Reise eindecken. Danach werden Früchte und Kokusnüsse locker zu bekommen sein. Grundnahrungsmittel sind angeblich teuer, nicht immer erhältlich und der Alkohol unerschwinglich. Eine Orientierung die mir recht geholfen hat: Lebensmittelvorrat für den Kriegsfall

Für die  4600 Seemeilen zu den Marquesas rechnen wir mit mindestens sechs Wochen Reisezeit (8520 Kilometer, entspricht fast der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach China).  Erst müssen wir aber mal hier los kommen. Unsere vom Skorbut löchrigen Zähne haben sich am Zahnarztstuhl festgebissen. Mein Zahn, der schon in Brasilien eine Füllung verloren hatte, von der Armada in Puerto Williams Chile provisorisch geflickt wurde und dann doch wieder kaputt ging, ist völlig in Vergessenheit geraten. Auch das Visum ist leider nicht im Hirn fachgerecht abgespeichert worden. Seit Mitte November bereits wieder abgelaufen! Wie doch die Zeit immer so schnell vergeht. Schiff startklar machen, Einkaufen, Gemüse einkochen, Flaggenschein erneuern, dazu gehörte Rettungsinsel warten und diversen Papierkram für das Schweizer Schifffahrtsamt ausfüllen und Tage für Ersatzteile rumrennen war ganz schön stressig.

Eben haben wir von Aleko unserem Freund erfahren, dass er auch gerade Probleme mit den Behörden in Puerto Williams bekommen hatte. Selber Grund. Wir sind das letzte Mal gemeinsam nach Argentinien ausgereist um neue Stempel in den Pass zu bekommen.  Die Behörden haben ihm gesagt, sie können ihn maximal drei Tage von der Ausreise aus dem Land abhalten. Ein Vergehen wie “illegaler Aufenthalt” muss aber nach Santiago gemeldet werden, was wiederum mindestens eine Woche dauern wird bis die Antwort kommt. Nun ist das aber bei uns etwas anders: Alle Yachten die in den Pazifik ausreisen wollen, werden auf Seetauglichkeit überprüft. Jedenfalls von der Armada, Immigration und eventuell kommen die vom Zoll auch noch.  Wissen wir aber nicht. Diesbezüglich kursieren verschiedene Informationen. Die könnten daran interessiert sein, ob die Yacht länger als ein Jahr in Chile war. Dann werden die 20 Prozent Importsteuer fällig. Das wäre am 17. Januar. Wenigstens etwas wofür wir noch nicht angebellt werden können.
In Nacht- und Nebelaktion abhauen ist glaub im streng bewachten Chile nicht möglich. Und überhaupt, ohne Ausreisestempel im neuen Land einklarieren, würde sich auch nicht so zum Vorteil auswirken. Mal schauen wie es Aleko im Süden ergeht. Stepli ist noch immer unterwegs zu den Osterinseln. Hier könnt ihr selber lesen! Aleko und Stepli

Hat schon jemand diesbezüglich Erfahrungen sammeln dürfen? Was sollen wir tun?

Die Chilenischen Freunde empfehlen uns, sofort freiwillig bei den Behörden vorzusprechen. Eine perfekte Ausrede, die ja sonst immer peinlich und nicht angebracht ist, sei ein Motorschaden und der wirklich reale  Zahnschaden mit nicht realen unerträglichen Schmerzen.

Nadine will uns auf die Behörden begleiten….. wir dürfen nicht sprechen, diesen Teil wird sie übernehmen. Hoffe mir gelingt es dann auch die Klappe zu halten.

Category: Chile
January 2

Happy und Cabezón

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Es ist unglaublich. Überall sind sie anzutreffen. In den kleinen Vorgärten, meist mehrere zusammen, in der Stadt wie auf dem Land und vor allem in den Parks auf den Wiesen und unter Büschen schlafend. Ein sehr beliebter Aufenthaltsort von ihnen scheint der Eingang einer Metzgerei. Nachts im Dunkeln musst du aufpassen, dass du nicht auf sie drauf trittst. Und der Lärm den sie nachts veranstalten ist enorm! Vor allem bei Vollmond.

Happy und Cabezón sind zwei von ihnen. Im Club Nautico Reloncavi in Puerto Montt, war er auf einmal einfach da. Mal erst vorbeigeschaut, dann wieder gekommen und irgendwann ist er dann einfach geblieben. Cabezón heisst soviel wie Grosskopf. Ja einen grossen Schädel hat das riesige Exemplar von Schäferhund wirklich. Seit wir hier in der Marina angekommen sind, schlief Cabezón tagsüber unter der an Land stehenden Robusta. Nachts war er unterwegs. Wo wissen wir nicht. Er ist ein Rüde und wird wohl seine Runden im Quartier auf Weibersuche gedreht haben. Er wollte uns immer begleiten. Aber er ist ein richtiger Jäger! Er jagt Taxis und weisse Autos. Also ein richtig doofer peinlicher Hund. Aber er ist ein lieber Knudelbär. Ab und zu bekam er einen Knochen von der Robusta Crew gespendet.

Da ist noch so ein Streuner! Happy liebt es beim Laufen in die Hosenbeine zu beissen und an den Schuhen zu zerren. Happy wurde schwer verletzt, vermutlich von einem Auto angefahren, von Deutschen Seglern auf der Strasse gefunden. Sie haben ihn, wie uns erzählt wurde, zum Tierarzt gebracht. Doch dieser meinte, er könne nichts für ihn tun, da müsse die Natur selber wirken. Durch liebevolle Pflege des Paares wurde Happy wieder gesund. Sie rennt und spielt mit anderen Hunden. Manchmal hebt sie ein Beinchen in die Luft und belastet es nicht mehr. Ob sie dann Schmerzen hat? Happy schlief auch unter der Robusta – später auf der Robusta. Wir bekamen eine grosse Tüte Hundefutter von Patrick und Annmarie als sie mit ihrer Yacht ausgelaufen sind und den Auftrag, die Hunde zu füttern. Sie werden übrigens auch noch von den Marineros gefüttert. Das Paar, das Happy gerettet hat, wird nach einer Rundreise in der Südsee und nach Neuseeland wieder nach Chile kommen. Sie wollen in Chile bleiben und Happy zu sich nehmen. Vernünftigerweise haben sie schweren Herzens beschlossen, den kleinen Hund nicht auf diese grosse lange Reise mitzunehmen. Tiere dürfen grundsätzlich nicht in diese Länder eingeführt werden. Also dürfen sie nicht an Land und sowas erachte ich als eine absolute Qual. Glaubt mir ich weiss von was ich ich rede. Ich mag Viecher und ich hatte auch immer Hunde. Sie brauchen Bewegung! Wollen Bäume markieren, Gras fressen um ihren Mägen zu reinigen, mit anderen Gesellen spielen. Zuneigung alleine reicht da nicht.

Chile hat ein riesiges Problem mit  vielen heimatlosen Hunden. Bei den Katzen ist das nicht anders. Die Regierung von Barchelet hat den Abschuss von Hunden frei gegeben, die sich mehr als 400 Meter von Siedlungen entfernt aufhalten.  Achtung, es ist zu empfehlen sich nicht mit Pelzmantel in diesen Zonen aufzuhalten. Ja aber dort sind all die Hunde ja gar nicht! Also wird diese Massnahme kaum zur Lösung beitragen.

Da finde ich die Ansätze der beiden Organisationen Hund und Bello die einerseits Projekte zur Aufklärung zur Hundehaltung und kostenlose Kastrationsprogramme ins Leben gerufen haben, weitaus sinnvoller.  Ziel der nationalen Kampagne ist es im ersten Semester 55 Tausend Tiere zu kastrieren. Wie viele Bellos dies wohl National betrifft? Die Streuner dürfen auch profitieren. Doch wer registriert sie in der nächsten Gemeinde? Wer bringt sie zum Tierarzt? Wer ist für die Nachkontrolle verantwortlich?

Irgendwann ist die Robusta ja wieder ins Wasser gekommen. Eines abends, lag Happy friedlich schlafend in der Robusta. Schön brav im Cockpit. Doch Happy ist nicht alleine gekommen. Sie hat auch ihre Kollegen mitgebracht. Das hat uns dann überhaupt nicht gepasst.

Doch jetzt trägt sie ein Flohhalsband und es sollte bald wieder Ruhe einkehren. Denkste,  die Flöhe sind beim Ablegen von Puerto Montt nicht ausgestiegen und haben uns ohne Happy noch bis Valdivia begleitet.

 

 

 

Category: Chile
December 31

Es guets Nois!

silvester-feuerwerk-sekt

Liebe Robustafans!

Für das neue Jahr wünschen wir euch allen 100 %igen Genuss am Leben!

Hoffen das Jahr 2017 wird nicht mit einem Brummschädel beginnen.

Allen auf der Nordhalbkugel wünschen wir baldigen Schneefall für den ultimativen Winterspass! Für uns ist es echt ungewöhnlich, Silvester im Sommer zu feiern. Leider gibt es in Valdivia nicht wie erwartet ein Feuerwerk zu bestaunen.

Alles Gute!

 

Category: Chile
December 27

Puerto Montt nach Valdivia

Genau jetzt, am 26. Dezember 09.06 Uhr Local Time, übersegeln wir den 40 Breitengrad Süd! So sind wir raus aus den “brüllenden Vierzigern”. Ausser kleiner Schäden alles bestens überlebt! Glück gehabt.
Ciao Patagonien, bis vielleicht gerne ein andermal! Im Club Nautico verabschiedeten wir uns und setzten morgens um sechs Uhr Segel und ziehen zum berüchtigtern Canal Chacao.
Die Weihnachtsfeier durften wir mit Franco, Kate, Marianne und Jean Loup auf der Kalibu mit Birgit und Thomas mit ihren beiden Kindern feiern. Jeder fasste Tage zuvor einen Auftrag etwas zu kochen. So entstand ein buntes,  super leckeres,  internationales Weihnachtsmahl. Ja und auch Thomi und ich waren vollgefressen. (Wir beiden sind die unangenehmen Gäste, die meist mehr essen als der Durchschnittsbürger.)
Auch heisst es in dem Moment Abschied nehmen von Jean Loup und Marianne. Sie segeln nach Valparaiso. Kate und Franco und die Kalibu Crew werden wir in Valdivia übermorgen wieder treffen.
Leider muss ich auch Abschied von Happy und Cabezon nehmen, mit denen ich mich eigentlich zu sehr angefreundet habe. Die Story über die beiden folgt in einem späteren Blog, aber erst will ich das aktuelle Ereignis schildern.
Ab 11 Uhr kann es losgehen. Dann kippt der Strom und das Wasser läuft durch den Canal Chacao zwischen der Insel Chiloe und dem Festland in den stillen grossen Ozean hinaus. Dies mit 5 bis 8 Knoten Strom. Gespannt laufen wir unter Motor auf den Kanal zu. Der von Rasmus versprochene Südwind hat noch nicht eingesetzt. Das ist auch gut so, denn mit Wind gegen Strom geht da draussen die Post ab. Der Schwell vom Pazifik drückt in den Canal Chacao während der Ebbstrom sich durch die Enge zwängt. Da entstehen gewaltige Seen.
Während ich am Kartentisch auf dem Plotter nochmals die Strecke überblicke, blärrt aus dem Funkgerät eine Securitemeldung. Tsunamiwarnung! 70 Seemeilen nord-westlich von Melinka gab es ein Erdbeben mit der Magnitude von 7.7. Auch auf dem Handy überdeckt prominent eine Meldung den ganzen Bildschirm: Warnung vom Präsidenten: Tsunami. Nun ist uns klar, was wir gerade gespürt haben. Ein deutlicher Rums war durchs ganze Schiff vernehmbar.
Alle Schiffe werden von der Armada gebeten die Küste zu verlassen und sich in Wassertiefen über 50 Meter in Sicherheit zu begeben. Im Kanal dreht ein fetter Tanker um und kommt auf uns zu. Also tun wir unmittelbar das selbe. Zum Glück waren wir noch nicht in der Strömung. Gegen 5 Knoten und mehr, hätten wir keine Chance mehr gehabt zurück gegenan zu motoren. Nun sind acht Schiffe im Golfo de Ancud mit einem guten Abstand von der Küste in über 50 Meter tiefem Wasser versammelt,  mit gebührendem Abstand zueinander am gebannt warten was nun geschieht. Vom Land sind die Tsunamisirenen zu hören. Ertönen diese, muss die Bevölkerung alles stehen und liegen lassen und sich in sogenannte tsunamisichere Zonen begeben. Chile hat ein echt ausgeklügeltes Tsunami Sicherheitskonzept nachdem 1960 beim letzten grossen Erdbeben so viele Menschen durch den Tsunami umgekommen sind und viele Dörfer an der Küste total verwüstet wurden. Chile liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone.
Unsere Anspannung wird durch eine weitere Securité-Meldung unterbrochen. Die Zeiten werden durchgegeben,  wann die Welle wo eintreffen soll. Für den Golfo de Ancud ist sie auf 13.48 angekündigt. Also in 23 Minuten ist es soweit. Was ist dann soweit? Was ist da zu erwarten? Bilder aus den Nachrichten vom grossen Tsunami in Asien kommen in Erinnerung. Wie sollen wir uns verhalten? Ein Beben von 7.7 ist ganz schön stark! Wir schnallen uns mal die Schwimmwesten um und glotzen einander ungläubig, ja zugegeben etwas entsetzt an. Müssen wir uns jetzt auf einen Salto vorbereiten? Die Fenster werden alle mal zugeschraubt, die Steckshotts geschlossen. Mit dem Fernglas guckt Thomi,  was auf den anderen Schiffen so los ist. Ui auf den Passagierschiffen,  ist da wohl der Bär los? Panik? Und wir? Müssen wir nun zum letzen Kuss ansetzen? Uns verabschieden?
Ach was! Panik bringt nichts. Ich schreibe in aller Ruhe noch ein Weihnachts SMS, ohne was gerade los ist. In dem Moment erreicht mich eine Nachricht von Alejandro,  mit dem wir letztes Jahr in Buenos Aires Weihnachten gefeiert haben. Ich antworte ihm, dass wir gerade auf den Tsunami im Gofo de Ancud warten. Ich habe ihn wohl erschreckt. Das wollte ich nicht. Aber er hat verstanden, dass ich jetzt keine Zeit zum chatten habe.
13:45 startet Thomi den Motor und dreht die Robusta mit dem Bug in Richtung Canal de Chacao wo wir vermuten, dass die Welle herkommen wird….
Gespenstische Ruhe, keine Seevögel, keine Kormorane, nichts ausser knisternde Anspannung in der Luft. Auf Kanal 16 hören wir ein Gespräch mit, wie jemand der Armada meldet, dass draussen an der Küste mehrere Wellen hintereinander mit ungewöhnlicher Höhe an der Küste aufgetreten sind. Noch ein Funkspruch von einer schlecht englisch sprechenden Person an die Armada. Was er tun müsse, er liege mit seinem Tanker zwischen den Inseln vor Anker. Was für eine Pappnase! Was soll er wohl tun? Ein Tankerkapitän wird wohl wissen wie er sich zu verhalten hat? Oh jemineee. Was sich da alles auf dem Meer herumtreibt,  ist ja nicht zu fassen.
14:15 wird von der Armada Entwarnung gegeben. Die Fahrt in den Canal Chacao kann nun eine Stunde verspätet in Angriff genommen werden. Wieder mal ins offene Meer raus, lange Strecken einfach geradeaus segeln,  mit Nachtfahrt und tollem Sternenhimmel, das alles liegt nun schon fast ein Jahr hinter uns. Doch wir sind noch nicht draussen! Der Tanker überholt und die ganze Crew winkt mit beiden Armen von der Brücke uns zu,  wohl ebenfalls erleichtert,  dass keine Wellen kamen!
Die Robusta saust mit gegen 10 Knoten durch den Kanal auf den stillen grossen Ozean zu. Von wegen sill! Der Südwind bläst nun mit 15 Knoten. Der Schwell verwandelt die Bucht in ein Chaos aus Wellen die leider wegen einer nördlich liegenden Inseln nicht flacher geschnitten werden können. Krass hopst die schwer beladene Yacht durch die Wellen. Eine nach der anderen kracht übers Deck, Geschirr scheppert in den Schapps, ein Bild fliegt durch die Bude. Erstaunlicherweise geht es nicht in Brüche – “LOVE Anja und Thomi”.  Zwei Stunden dauert der Spass und dann endlich beruhigt sich die See und die Robusta gleitet friedlich auf langezogenen Dünungswellen gegen Norden – nach Valdivia.

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