February 6

Sicherheitswahn

 

Die Robusta steht noch immer auf dem Trockenen. Für diesen Aufenthalt in der Werft haben wir mehrere grössere Renovationsarbeiten angepackt.

-Das Unterwasser soll einen komplett neuen Farbaufbau bekommen

-In der Küche unter dem Spülbecken und in der Hundekoje, wo sich Kondenswasser gesammelt hat, nagt der Rost. In der Achterkajüte liegt auch immer etwas Salzwasser dessen Ursprung nicht nachvollziehbar ist. Auch dort ist Rost erkennbar. Der Stahl wurde an den kritischen Stellen angebohrt um die Dicke zu ermitteln.

Ein Stahlschiff rostet immer von innen!

-Das Deckshaus aus Stahl muss neu gestrichen werden.

-Cockpitboden sieht auch gruselig aus.

-Motor: kleinere Servicearbeiten

-Ankerkasten streichen, Rahmen und Deckel aus Holz renovieren

-An Deck Farbe ausbessern

Dann sind da auch noch diverse kleinere Arbeiten zu erledigen, die immer drei mal so viel Zeit in Anspruch nehmen wie geahnt. Hier eine grobe Auflistung dazu: Toiletten inklusive Schläuche zerlegen und reinigen (um diese Arbeit streiten wir uns immer). Bilgenpumpe: auseinander nehmen und reinigen. Luken und Bullaugen: neue Dichtungen einsetzten. Dinghi reparieren: Luft geht raus, Wasser kommt rein. Dinghi Motor: reparieren da er immer wieder mal bockt und stockt. Kutterstag: Halterung am Mast erneuern. Ankerkette und Anker: galvanisieren lassen (Rostschutz). Baumstütze aus Holz: streichen und Halterung erneuern. Deckshaus aus Lastwagenplane: alle Nähte nachnähen. Diese Arbeit durfte ich an Lu’s Industrienähmaschine durchführen.

Es scheint die Tu-was-Liste wird täglich grösser statt kleiner! Mittlerweile sind wir seit sechs Wochen in der Werft. Fluchen mindestens fünfzehn mal pro Tag, dass wir Neuseeland für die Wartungsarbeiten gewählt haben. Alles ist ums mehrfache teurer und komplizierter. Immerhin sind Ersatzteile leicht zu bekommen. Die ganzen Bestimmungen betreffend Umwelt sind ja voll o.k. Schön gibt es Länder die Wert auf Naturschutz legen. Für Schleifarbeiten dürfen nur Maschinen benutzt werden die an einen Staubsauger angeschlossen werden können. Zusätzlich müssen Planen am Boden ausgelegt und Netze um die ganze Yacht gespannt werden. Nass schleifen geht gar nicht, da die Sabbersauce direkt in den Boden versickert!

Das geht ja alles noch. Hast du aber eine Stahlkiste, wird alles noch zehn mal komplizierter. Die schönen weissen Yachten sollen verständlicherweise nicht’s vom Stahlstaub abbekommen, der hässliche kleine braune Rostflecken auf den weissen Oberflächen verursacht. In der Norsand Werft sind darum, wie wir es nennen, die Stahlyachten im Stahlghetto untergebracht. Nur wir stehen neben den weissen Joghurtbechern!

Im Moment wächst uns alles etwas über den Kopf. Ich habe das Gefühl alles nimmt kein Ende und wir werden es nicht mal schaffen vor dem Winter einzuwassern. Mit welcher Arbeit beginnen? Immer wieder versuchen wir zu planen. Doch da viele Arbeiten von uns das erste Mal ausgeführt werden, ist es nicht leicht abzuschätzen, wie viel Zeit alles in Anspruch nehmen wird. Genau zum richtigen Zeitpunkt lernen wir Miri kennen. Sie ist Metallbauerin,  kommt aus Deutschland und ist auf traditioneller Wanderschaft. Sie schneidet aus Robustas Bauch Stücke raus, als handle es sich um eine Tranche Speck. Mir bereitet es sichtlich mehr Mühe das störrische Material zu bearbeiten (ich kann mir jetzt gerade gut vorstellen was meine Freunde denken). Um eine vier Millimeter fette Platte einzupassen, brauche ich drei mal so lange. Malen oder Holz bearbeiten gefällt mir schon wesentlich besser! Das macht alles nicht so einen Höllenlärm. Da trete ich sogar freiwillig für die Wartung der Toiletten an.

An Robustas Bauch mussten nun tatsächlich Roststellen ausgeschnitten werden, um neuen Stahl einzuschweissen. Da wären wir beim Thema Sicherheit angelangt. Wer sogenannte „Hotwork“ tun will, braucht in Neuseeland eine Bewilligung. Die Funken die beim Flexen und Schweissen entstehen, könnten ja ein Inferno in der Industriezone von Whangarei verursachen. Genau da beginnt der Gau. Die Absicht die Robusta abzufackeln steht nirgends auf unserer Tu-was-Liste! Der Hotwork Fackel umfasst zwei A4 Seiten mit Anforderungen die teilweise sinnvoll sind. Doch die meisten der Regelungen empfinde ich als absolute Schikane. In anderen Ländern mussten bereits Schweissarbeiten ausgeführt werden. Nicht mal im überreguliertem Europa war es derart kompliziert. Am Gasherd habe ich versucht ein Stück Isolation in Brand zu setzen. Keine Chance! 

Es kommt noch dicker: Nur schon dieser Vorfall ist bezeichnend für die absolute Entmündigung erwachsener Personen in diesem wunderschönen Land. Mitlerweile bekomme ich einen dicken Hals, höre ich das Wort Sicherheit. Die Bilge soll mit Bitumen ausgegossen werden. Das ist billiger guter altbewährter Rostschutz. Im Yachtbedarf wird dieses Produkt für 250 Kiwi Dollar für 12 Liter verkauft. Das ist nicht nur Wucher sondern bereits kriminell! 

So wende ich mich direkt an die Strassenbaufirma gegenüber der Werft. Eine halbe Stunde später will ich die schwarze Brühe mit dem Leiterwagen abholen. 20 Liter kosten 10 Dollar. Am Eingang des Geländes werde ich von den vielen Sicherheitsschilder fast erschlagen. Der Anblick löst akuten Brechreiz aus. Gerade eben, am Telefon war noch alles klar. Jetzt will mir niemand den Bitumen geben! Meine Brasilianischen Sicherheitsschuhe, die Flip Flop, haben ihnen wohl nicht behagt.

Rob, ein Neuseeländischer Freund, will sich um die Angelegenheit kümmern. Er ist Verantwortlicher für die Piplineschweissarbeiten und schämt sich für die Absurden Sicherheitsmassnahmen. Auch Rob taucht vergebens bei der Firma auf. Doch eine Woche später meldet sich ein Mann per Mail bei bei ihm. Er könne so viel Bitumen wie er wolle abholen. Alles in Liter Dosen abgefüllt und erst noch kostenlos!

So verplämpern wir viel Zeit wegen der ganzen Regeln, die nicht nur uns das Leben schwer machen. Sind es nicht die Regeln die uns an der Arbeit hindern, ist es der Regen!

Zur Auflockerung geniessen wir die Abende mit Miri, Lu, Chris, Jordy, Christian und Rob, die schon nach kurzer Zeit gute Freunde geworden sind. Wir nennen uns die „Adams Family“! Kochen gemeinsam und manchmal findet sich auch noch Zeit und Lust für eine Jamsession. Lu spielt Gitarre und singt fantastisch. Kommen noch Miri mit der Ukulele und Christian mit seiner Gitarre im Amistyle und Rob am Bass mit dazu, bekomme ich vor Entzückung Hühnerhaut. Ich habe nach Jahren wieder begonnen Djembe zu spielen. Das macht irre Spass und lässt die doofen Regeln vergessen.

Doch machen wir auch immer wieder nette Erfahrungen. Wer mit dem Kiwi plaudert und verhandelt, bekommt auch immer Reduktionen. Sogar für eine Kiste Bier habe ich schon so manchen wertvollen Service bekommen! Frauenbonus trotz fortgeschrittenem Alter? Cool, da gefällt mir Neuseeland doch wieder ganz gut!

Ab und zu verlassen wir auch die Werft und werden irgendwo eingeladen oder machen einen Ausflug. Dazu aber mehr im nächsten Blog!

Category: Neuseeland
January 3

Liebenswertes im Land der Kiwis

Die Norsand Werft liegt fünf Kilometer südlich von Whangarei in der Industriezone. Öffentliche Verkehrsmittel habe ich noch keine entdeckt. So versuche ich für uns zwei Fahrräder aufzutreiben. Ich klappere die Fahrradgeschäfte erfolglos nach gebrauchten Fahrräder ab. Nur neue unerschwingliche Modelle sind im Angebot. Whangarei scheint ein Paradies für Secondhandläden zu sein. Tolle Klamotten, Campingausrüstungen wie neu und so allerlei für das tägliche Leben – aber kein Fahrrad. Schon etwas verzweifelt frage ich auf der Strasse eine Frau wo ich ein gebrauchtes Fahrrad kaufen könne. Sie weiss keinen Rat. Zerrt mich jedoch in das nächste Geschäft, fragt dort nach Papier und Stift und notiert sich meine Mail. 

An die grossen Supermärkte habe ich mich noch nicht gewöhnt.  Kleine übersichtliche Lebensmittelgeschäfte gibt es in Neuseeland nicht. Ich hasse es so einzukaufen. Dann ist da der neuste Gag mit dem Selbsteintipp – Scann statt Kassenpersonal. Das ist doch nun echt der Brüller. Ich beobachte die Scene am Ausgang erstmal aus Distanz. Da drehen und wenden die Einkaufenden die Produkte umständlich um sie einzuscannen. Dauert alles eine Ewigkeit. Ich werde mich bis in alle Ewigkeit weigern, meinen Frass selber einzuscannen. Nicht weil ich zu faul dazu bin, sondern weil ich mir Gedanken über den Verlust vieler Arbeitsplätze mache. Also stelle ich mich an eine Kasse, die noch mit Personal besetzt ist. Ich vermisse die Gemüsemärkte von Fiji! Die exotischen Düfte, das Gewusel an den kleinen stets so lieblich angerichteten Ständen. 

In der Auktionshalle ersteigert Thomas drei Schleifmaschinen und andere Werkzeuge. Das funktioniert so: Samstag 11.30 Uhr geht’s los: In der Halle sind nummerierte Bananenkisten mit allerlei Inhalt aufgestellt. Natürlich auch grössere Artikel die nicht in einer Kiste Platz haben. Wer ersteigern will, muss sich registrieren und erhält ebenfalls eine Nummer. Der Auktionär nennt einen Preis, falls niemand höher geht, wird der Artikel günstiger bis sich jemand  meldet. Im Beispiel der Kiste mit den Schleifmaschinen und Werkzeugen wollte er Verkäufer 80 Dollar. Thomas hat als einziger 40 geboten. So musste der Verkäufer kontaktiert werden um über den Preis neu zu verhandeln. 50 Dollar wurden vereinbart. Dazu kommen dann noch 20 Prozent für das Auktionshaus. Ich strecke nochmals den Kopf in den nahe gelegenen Secondhand Shop.Da steht nun tatsächlich ein Fahrrad! Total verrostet, mit platten Reifen, ein Helm und eine Tüte mit Ersatzteilen gehören auch noch dazu. 20 Dollar. Ich nehme das verkrüppelte Teil mit, schiebe es zur Tankstelle, pumpe dort die Reifen die tatsächlich noch dicht sind und radle zurück in die Werft. Die Gänge sind blockiert und alles quiekt und schäppert. In der Werft bekommt “Rosti” eine 4WD-Behandlung. Nach einem halben Tag Einwirkzeit mutiert Rosti zu einem stattlich, funktionstüchtigem Fahrrad! 

Fahrradfahren in Neuseeland ist jedoch der absolute Gau! Der Linksverkehr ist total verwirrend. Hinter dem Steuer verwandelt sich der sonst so freundliche Kiwi in ein Monster. Auch als Fussgänger wirst du von den Autofahrern nicht beachtet. Mir scheint alles läuft nach dem Motto “wir in unseren grossen Karren sind die Stärksten”. Mühsam. 

Abends erhalte ich eine Mail. Der Absender ist mir unbekannt. Haidee schreibt, sie hätte mit ihrem Mann gesprochen und beschlossen, mir ein Fahrrad für die Zeit die ich in der Werft bin, auszuleihen. Ist das nicht super nett? Würdest du dein Fahrrad einer fremden Person ausleihen, die dich mitten auf der Strasse anquatscht? Das rückt den Kiwi doch sofort wieder in ein ganz anderes Licht. Die Neuseeländer sind echt Hilfsbereit. Auch Autostop klappt hier super. Ein Umweg wird nicht gescheut um dich direkt vor die Haustür zu befördern.

Und hier noch so eine Anekdote wie liebenswürdig der Kiwi ist wenn er nicht im Auto hockt: Die Bohrmaschine hat schlapp gemacht. Robustas vier Millimeter dicker Stahl hat ihr Leben ausgelöscht. So wird beschlossen, im Downtown Tools eine gebrauchte, währschafte Bohrmaschine zu kaufen. (dieser Laden ist echt empfehlenswert  für gebrauchte und neue Werkzeuge, tolles Personal).  Thomas kommt mit einem niegelnagel neuem rot leuchtendem Gerät zurück welches er im Warehouse für 40 Dollar erstanden hat. Made in China. Ich motze und wette darauf, dass das Teil eine Lebensdauer von maximal einer Stunde haben wird. Nach 54 Minuten steigt aus dem rotem Ding schwarzer Rauch. Der Laden verspricht auf seine Produkte ein Jahr Garantie. Also nichts wie hin. Doch der Kassenzettel ist nicht auffindbar. Thomas radelt so dreckig wie er ist nochmal zum Warehouse, wühlt dort im Müll um die Schachtel und den Kassenzettel wieder zu finden.

Da streckt ihm ein Kiwi, unaufgefordert drei Dollar entgegen!

 

 

 

Category: Neuseeland
December 25

Whangarei – Norsand Boatyard – Weihnachten

Wer denkt Segeln bedeutet immer eine Tolle Zeit zu haben, bei schönem Wetter über blaue endlose Ozeane zu gleiten, im Meer planschen,  in fremde Kulturen einzutauchen, nette Leute kennen  lernen, die Natur  geniessen, immer relaxt zu sein, liegt komplett zu hundert Prozent falsch! Die Realität sieht da etwas anders aus. Seit dem 18. Dezember steht die Robusta wieder einmal für diverse Reparaturen an Land . Die Tu-was-Liste ist unglaublich lang.

Nach der Weihnachtsfeier, die wir ausgiebig in der Werft feierten, sind wir wieder getröstet. Wir dachten wir sind die einzigen Segler die so enorm viele Reparaturen zu bewältigen haben. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatten wir die Ehre Segler kennen zu lernen, die schon vor der Inovation von GPS auf den Weltmeeren unterwegs waren. Die meisten von ihnen sind ebenfalls mit Stahlkisten unterwegs. Sie haben riesige Erfahrungen mit Reparaturen und waren schon unzählige Male mit irgendwelchen skurrilen Problemen konfrontiert. Ich würde sagen, das sind die wahren Improvisationskünstler unter den Seglern. Diese erfahrenen Menschen haben uns schon sehr viele wertvolle Ratschläge gegeben.

Die Robusta ist in ihrem Leben von fast 30 Jahren, nur schon in den letzten 3 1/2 Jahren, weit mehr als die Strecke vom Erdumfang am Äquator gesegelt. (Erdumfang = 40075  Kilometer oder 21000 Seemeilen.) Das hat logischerweise auch grossen Verschleiss zur Folge. 

Doch jetzt ist für heute erst mal Arbeitspause angesagt. 

Unseren Familien und Freunden wünschen wir eine schöne Weihnachtszeit. 

Wir vermissen euch alle so sehr! Auch wenn wir auf der anderen Seite der Welt sind, bitte vergesst uns nicht!

Category: Neuseeland
December 4

Whangarei

Kommen sie nun endlich? Wir würden gerne an Land! Die ersten Eindrücke von Neuseeland erfahren, Landluft schnuppern. An jedem neuen Ort riecht es immer wieder speziell. Die Nase ist nach einer Seepassage immer speziell aufnahmefähig. Die Neugier auf die neuen Gegebenheiten ist riesig. 

Die vergitterte Stahltüre öffnet sich und ein Beamter vom „Custom“  (Zoll)  nähert sich der Robusta. Er sieht nicht all zu böse aus, er war sogar echt freundlich. Die Prozedur geht einfach und schnell. Robusta darf zwei Jahre zollfrei in Neuseeland bleiben. Wir dürfen nur drei Monate in Neuseeland bleiben, jedoch mit der Möglichkeit das Visum um weitere drei Monate zu verlängern. Nun schreitet auch schon der Mann von der „Biosecurity“ mit einer Rolle extra large Mülltüten unter den Arm geklemmt daher. Mit in diesen Tagen modernem buschig langen Bart, sieht er etwas grimmig aus.

Um es kurz zu machen, etwa 10 Kilo Fressalien landeten in einem seiner Müllsäcke!

So genau wurden wir in den letzten 19 Länder niemals kontrolliert. Artenschutz ist ein Grund für die scharfe Kontrolle. Sämtliche Lebensmittel und alles was mit Erde Kontakt hatte, muss vorgeführt werden. Die Schuhe zum Beispiel: Mit den Flipflops gab er sich nicht zufrieden. Der schlaue Kerl wusste genau, dass Wanderschuhe mitreisen. Die sind aber irgendwo unter der Koje tief unten vergraben. Die habe ich aber tatsächlich von allem Dreck und den blöden Selbstklebesamen befreit. Ich muss sie nicht ausgraben. Er glaubt mir. Als Alternative führe ich ihm den Staubsauger vor.

Link Einreisebestimmungen im Detail

Die ganze Prozedur dauerte geschlagene zwei Stunden.

So und nun kann`s losgehen. Bei Niedrigwasser, unter Motor den Fluss hoch, bis ins Zentrum von Whangarei. Da ist aber eine Moderne Klappbrücke im Weg. Doch sie öffnet sich nicht! Keiner antwortet von der Bridge Control! In letzter Sekunde schaffen wir es mit vollem Schub rückwärts gegen die Strömung die uns direkt auf die Brücke zuschiebt, an den Wartesteg anzulegen. Unsere Freundin Angela kommt gerade zufällig mit dem Paddleboard zur Hilfe geeilt. Perfektes Timing! Die Bridge Control ist auf Kanal 18 statt 64 zu erreichen. Kein Wunder antwortet da niemand. Die Brücke werde gerade gewartet – wir müssen sechs Stunden warten.

Am Abend liegt die Robusta am Gästesteg in der Town Basin Marina im Zentrum von Whangarei. Grosses Hallo. Viele Bekannte sind da. Das Wiedersehen wird mit einem Grillabend gefeiert.

Im überdimensional grossem Supermarkt Pack and Save wird sofort Bier und Fleisch eingekauft. Der Kulturschock trifft wie ein Faustschlag. Alles ist riesig, die Autos, der Lärm. Diese übersteigerte Betriebsamkeit macht mich ganz nervös! Die Läden sind vollgestopft mit lauter Dingen die eigentlich niemand braucht. Die Menschen sind weiss und oft auch schwabbelig wie Mozzarella. Doch eigentlich ist hier alles so schön sauber, nette Parkanlagen, Skulpturen und Kunstwerke zieren die Uferpromenade. Liebevoll angelegte Blumenbeete überall. Trotzdem sind wir traurig. Traurig denke ich an die liebenswürdigen freundlichen Fijipeople – ich vermisse ihr Lächeln und den so hübsch klingenden Gruss, Bula

„Mode Fiji“ – Ciao Fiji

 

Category: Neuseeland
December 3

Überfahrt von Fiji nach Neuseeland

Der Zahn ist noch drin. Jedoch mit einem schrillen Bohrer bis fast in die linke Hirnhälfte ausgefräst. Der Wurzelkanal wurde mit einem Medikament behandelt und wieder provisorisch verschlossen. Das halbe Gesicht hängt schief. Der Sabber läuft raus. Kein schöner Anblick. Nachts leidet Thomas unter Schmerzen. In dreieinhalb Wochen steht eine weitere Behandlung an.

Noch so lange warten bis die Reise nach Neuseeland angetreten werden kann? Das würde bedeuten, dass wir Weihnachten alleine auf See feiern würden. Es ist schon genug schlimm diese Zeit ohne meinen Sohn Sascha und der Familie und Freunden zu verbringen.

Vor zwei Tagen sind drei Yachten losgesegelt. Das Wetterfenster wäre für eine Überfahrt perfekt gewesen. Durchgehend Wind aus Ost. Das Hoch hat sich seit vorgestern keinen Millimeter verschoben.

Die Entscheidung fällt nicht ganz leicht, denn zwei Tage sind nun schon verstrichen. Das Wetter wird sich früher oder später verschlechtern. Wer nach Neuseeland runter fährt, muss mit mindestens 5 Knoten unterwegs sein um von Petrus keines auf die Mütze zu bekommen.

Eine Stunde später steht Thomas in Lautoka beim Ausklarieren. Ich mache derweil Klarschiff. Was für ein Stress. Das ist mir jetzt alles ein bisschen gar zu spontan. Was wenn der Zahn sich nicht beruhigt? Die Überfahrt wird etwa 10 Tage dauern. Eine lange Zeit um Zahnschmerzen auszuhalten.

Diesel und Wasser müssen noch gefüllt werden. In der Vuda Point Marina ist der optimale Ort um dies zu erledigen und das Dinghi muss auch noch gründlich von Bewuchs befreit werden. Eigentlich muss Fiji nach dem Ausklarieren sofort auf direktem Weg verlassen werden. Die Strafen sind horrend. Die Zahnbehandlung wäre die perfekte Ausrede!

Am nächsten Mittag geht es los. Die ersten Meilen mit Motorunterstützung. Ich sitze im Schatten vom Grosssegel um mich von der feucht tropischen Hitze der Marina abzukühlen und verbrate mir dabei den Rücken. Unerklärlich wie sowas möglich ist!

Kurz vor dem Pass, der Ausfahrt aus dem Riff, wehen heftige Fallböen von den Bergen. Das Grosssegel ist bereits im ersten Reff. Wir Anfänger hätten gemütlich in der Marina den grossen Klüver gegen den kleinen auswechseln können.

Eine halbe Stunde später legt sich die fette Robusta auf Amwindkurs dermassen auf die Backe, dass das Cockpit mit Wasser voll läuft. Noch mehr Reffen! 20 Knoten war doch die Ansage! Jetzt sind es 30. Das Bullauge im Bad ist auch nicht mehr dicht. Der Klogang erfolgt in Kombination einer erfrischenden Dusche. Aus einer Baumwollschnur drehe ich eine etwa zwei Millimeter dicke Kordel. Thomas muss raus und drückt eine Isomatte gegen das Fenster. Nun öffne ich es von innen, pople die Gummidichtung in Rekordzeit raus und lege die Kordel unter den Gummi ein.

Perfekt, alles wieder voll dicht – Thomas total nass! Der Zahn wurde auch nicht weggeschwemmt.

Kochen ist die ersten drei Tage unmöglich. Vor der Abreise hatte ich noch einen etwas überdimensional geratenen Zopf gebacken und einen grossen Linseneintopf zubereitet, da diese ja nicht nach Neuseeland eingeführt werden dürfen. Eigentlich wären wir gerne am liegen. Doch Thomas entdeckt Wasser in der Bilge! Viel Wasser. Wo kommt das her? Da war noch nie Wasser!!! Es ist rabenschwarz!? Wie denn das? Es ist Diesel der den Bitumen, mit der die Bilge ausgegossen ist, auflöst. Die Brühe schwappt wild umher. Das Klopapier ist da unten gelagert. Der Stressfaktor steigt nun in den roten Bereich. Erst wird das Leck gesucht, dann der Diesel in Kanister gepumpt. Dafür muss auch noch ein Trinkwasserbehälter herhalten. Vor der Abreise hat Thomas ein neues Spielzeug montiert. Eine neue Tankanzeige die dann leckte. Bei der alten war voll leer und leer voll. War doch eigentlich gar kein Problem.

Schlafen ist auch unmöglich. Die Schiffsbewegungen sind hart. Die See kracht über die ganze Robusta. Wasser findet den Weg bis zum Kartentisch und überschwemmt die Computertastatur. Die Maus ist auch sofort tot. Immer wieder regnet es heftig. Der Gang auf’s Klo wird möglichst lange rausgeschoben. Mit Pimmel sieht das alles viel einfacher aus. Dank Robustas Deckshaus ist das Oelzeug noch nicht zum Einsatz gekommen. Nachts wird es jedoch merklich kühler und zum schlafen brauchen wir nun wiedermal eine Kuscheldecke.

Krisensitzung bei einer Dose Bier:

Meine Nerven liegen echt blank. Seekrank sind wir zum Glück wie immer beide nicht. Thomas hat das Segeln auch schon mehr genossen. Der Kurs kann nicht gehalten werden. Dreht der Wind einen Zacken mehr nach Süd, segeln wir an Neuseeland vorbei. Zwei Optionen stehen offen: Wenden und versuchen nach Fiji zurück zu gelangen ohne daran vorbei zu segeln, oder die gemütlichere Variante, nach Neukaledonien ablaufen.

Nach dem Bier sind wir beide wieder etwas lockerer; Beissen auf die Zähne und ziehen es durch, mit dem Risiko kurz vor Neuseeland noch auf ein Tief zu stossen.

Angela und Reto, die uns mit der Grosswetterlage beratend zur Seite stehen, melden, dass sich ein Tief nur sehr langsam auf Neuseeland zubewegt. Die Prognosen versprechen, der Wind werde in ein paar Tagen auf Nord drehen. Da könnten wir einen gemütlicheren Kurs einschlagen und etwas abfallen. Doch wir bleiben auf Kurs. Wie sich später herausstellt war diese Entscheidung super, denn der Winddreher blieb aus! 

Das ist doch eine Ansage die uns freut! Ab dem fünften Tag wird es etwas gemütlicher. Sind nun auch wieder auf der direkten Kurslinie. Der Wind und somit auch die See, haben sich etwas gelegt. Segeln aber noch immer möglichst hart am Wind. Die nächsten vier Tage läuft die Robusta wie von selbst. Müssen weder an den Segel noch an der Windsteueranlage etwas fummeln. Kochen ist auf diesem Kurs nach wie vor reinste Akrobatik, aber immerhin möglich. Eigentlich werden beide Hände zum festhalten gebraucht. Das Gemüse rollt vom Küchenbrett. Nur im gut verschlossenem Dampfkochtopf bleibt das Essen auf sicher drin.

Nach neun Tagen gleitet die Robusta mit 1150 Seemeilen mehr unter dem Kiel, genau bei Ebbe gemächlich in die Flussmündung vom Whangarei.  Beim Segel bergen, stellen wir fest, dass die Halterung des Kutterstg am Mast gebrochen ist.

Die Küstenwache konnte per VHF Funk nicht erreicht werden. Erst kurz vor dem Port of Entry meldet sich jemand. Das Neuseeland Englisch ist kaum zu verstehen! Auf welchen Kanal wechseln kapieren wir beide nicht. Auch nach dem zehnten mal noch nicht. Der Mann repetiert immer ganz genau gleich doof. Egal, wir haben uns wie vorgeschrieben angemeldet. Hoffen er hat sich den Schiffsnamen gemerkt und leitet den Zollbehörden weiter, dass wir einklarieren wollen. Es ist bereits Abend, denken die werden erst morgen kommen um die Robusta durchzuwühlen!

Erst mal kräftig in Ruhe ohne Seegang ausschlafen. 

Angela und Reto, grossen Dank für die aufheiternden Mails und die täglichen Wetterinfos! Freuen uns euch bald wieder zu sehen!

Category: Neuseeland
November 21

Schleichender Abschied vom Barfussleben

Ein Wetterfenster für die Überfahrt nach Neuseeland zeichnet sich in den nächsten zehn Tagen auch nicht wirklich ab. Wir wollen Fiji möglichst spät verlassen. Beobachten jedoch aufmerksam das Wetter. Das im Osten sehr trockene Fiji, verändert sich nun rapide. Noch vor kurzem hat das trockene Steppengras oft gebrannt. Ein Grund dafür ist unter anderem, das Abfackeln der Zuckerrohrfelder, um die Ernte zu erleichtern. Diese Feuer geraten öfters ausser Kontrolle. Bereits nach den ersten Regenfällen nach der Trockenzeit erscheinen die Hügel in einem sanften grün.  Wäre doch schade schon in den Süden zu ziehen, gerade jetzt wo alles zu blühen beginnt!

Im Norden von Viti Levu soll es einen perfekten Ort zum Windsurfen geben. Am nächsten Tag dümpelt die Robusta mit sehr wenig Wind nach Nananu-i-Ra Island. Die Strecke ist von Riffen gespickt. Ich weiss nicht wie viele Yachten in Fiji Grundberührung hatten.  Aber es waren schon einige die das Ruder demoliert haben. Es heisst unter  Seglern; Aufgepasst, Fiji frisst Boote. Die Seekarten sind ungenau. So navigieren wir nur am Tag und bei guter Sicht. Google Maps als overlay in die Seekarte ist dabei eine grossartige Hilfe.

In der Safari Lodge leihe ich mir für eine Woche Windsurfmaterial aus. Mein eigenes habe ich in Buones Aires wegen Platzmangel verschenkt. Sause im türkis blauem Wasser bei 4 – 6 Bf hin und her und übe Manöver. Der Adrenalinkick beim Windsurfen ist halt schon geil! Der Ort ist auch perfekt zum Kitesurfen! Wir fühlen uns sehr wohl bei Warren,  Caroline und Sala. Die kleine einfache Lodge, mit dem hübsch angelegten Garten, ist eine tolle Abwechslung zum Seglerleben. Pennen tun wir immer noch auf der Robusta die im Südwesten von Nananu-I-Ra absolut geschützt vor Anker liegt.

Die lustige Zeit vergeht viel zu schnell. Die Zwiebelsocken gegen Warrens Erkältung, die er natürlich nicht anziehen wollte, wahrscheinlich da diese im Bett unsexy aussehen, wurden zum running gag.

Doch dann erwischte es Thomas. Akute Zahnschmerzen. Genau jetzt wo ein  Zahnarzt am weitesten entfernt ist. Auch er wollte die sexy Socken nicht anziehen. (Ehrlich gesagt bin ich auch froh, dass kein Stinker neben mir im Bett liegt).  Zwiebel soll ja ein Wundermittel gegen allerlei Beschwerden sein. An den Fusssohlen angebracht, zieht sie krankmachende Giftstoffe aus dem Körper.

 

Thomas kann mit Warren nach Lautoka zum Zahnarzt fahren. „Zahnschmerzen? O.k, in dem Fall kommst du zum Zahnziehen“ meint die Assistentin. NEIN! Bitte reparieren… Fluchtartig sucht Thomas einen anderen Zahnarzt auf. Diagnose: Entzündung am Wurzelkanal. Das könne er nicht reparieren. Er verschreibt Antibiotika und Schmerzmittel. Für die Behandlung muss Thomas zu einem Zahnarzt in Suva auf der anderen Seite des Festlandes. Bravo. Mit dem Bus dauert die Reise dort hin knapp sechs Stunden. Doch da sind auch noch die kleinen Busse. Meist Toyotas mit 15 Sitzplätzen. Sehen recht gut aus. Alle voll aufgepimpt. Doch die Einheimischen meinen, wir sollen nicht mit denen reisen. Die sind oft in Unfälle verwickelt. Kein Wunder, die müssen im Schnitt mit 100 km/h an der Küstenstrasse entlang brausen. Nur so kann die versprochene Fahrzeit von 3 Stunden eingehalten werden. Auf dem Weg zum Busbahnhof ereignete sich ein Unfall in dem ein grosser Reisebus verwickelt ist. Wir entscheiden uns für die Minibusse. Gleicher Preis – doppelt so schnell. Der Fahrer sieht vielversprechend aus. Doch die rote Schrift „Lautoka – Suva – Lautoka“ im Zombie – Blutstyle, lässt Zweifel aufkommen.  Irgendwie kommt Thomas eine Stunde zu spät beim Zahnarzt an. Nein nicht weil der Fahrer anständig gefahren ist. Sondern weil der Bus erst losfährt wenn er voll ist. Thomas regt sich auf. Hey, mach dich locker. Hier geht alles nach „Fijitime“. Der Zahnarzt hat jedenfalls nicht gemotzt. Er hat trotzdem echt perfekt gearbeitet. Super moderne Praxis. War teuer aber gut. In einem Monat, Mitte Dezember, steht der zweite Teil der Behandlung an. Das ist jetzt aber blöd. 

Die offizielle Zyklonsaison dauert von 1. November bis 30. April. Die meisten Stürme sind jedoch im Februar zu verzeichnen. Eigentlich wollten wir mit dem nächsten Wetterfenster los. Jedenfalls wäre es schön, Weihnachten in Neuseeland mit Freunden zu feiern.

Die Route nach Neuseeland ist etwas spezieller und kann eine echte Herausforderung darstellen. Winde aus verschiedenen Richtungen, Stürme und Flauten sind keine Seltenheit. Zu früh lossegeln ist auch nicht gut. Im Südpazifischen Frühling ist es in Neuseeland noch empfindlich kalt und stürmisch. Also so gilt es den exakt besten Zeitpunkt zu wählen. Da ist der Wetterbob ein Experte. In seinem Bob Blog  kommt jeden Sonntag eine ausführliche Analyse zum Wetter im Südpazifik raus. Bob informiert die Segler welches Wetter zu vermeiden ist.  Er bietet auch Hilfe während einer Passage gegen Bezahlung an. Bis anhin haben wir das Wetter jeweils selber analysiert. Beide bilden für sich eine Meinung zur Lage. Danach vergleichen wir die Routenplanung und treffen gemeinsam eine Entscheidung.  So kann niemand beschuldigt werden, falls trotz moderner Wettervorhersage alles anders kommt. Bob’s Devise zur Wetterprognose:

“Wetter ist ein Gemisch aus Muster und Chaos; diese Ideen stammen aus einer strukturierten Welt”.

 

 

Category: Fidschi
October 16

Gerüchteküche

So nun heisst es wieder mal von Freunden Abschied nehmen. Das stimmt mich immer sehr traurig. Franziska und Pesche wünschen wir alles Gute für den Neustart in der Schweiz! Grossen Dank nochmals für alles was ihr uns vermacht habt!! Vlad und Nicole sind nach Australien gesegelt. Aline ist in Fiji hängen geblieben. Der lustige Etienne segelt irgendwie gegen den Wind nach Tahiti…… Ob wir sie alle jemals wieder sehen? Vermissen euch schon jetzt! Jedenfalls denke ich in alle Ewigkeit an all die intensiven Erlebnisse! Dank Internet ist ein weiterer Kontakt nicht unmöglich.

Fiji ist eben wieder mal so ein Ort wo sich die Routen der Segler teilen. Für die einen endet hier das Abenteuer und sie verkaufen ihre Yacht. Andere segeln vor der Zyklonsaison nach Neuseeland oder Australien. Wenige weichen in den Norden aus und da sind sogar einige Verrückte die in Fiji bleiben! Sie stellen ihre Yacht in der Vuda Point Marina an Land, in ausgebuddelte Löcher, oder lassen sie im runden Hafenbecken liegen. Nähert sich ein Zyklon, werden zusätzlich alle Anker in der Mitte des Beckens an einer zentralen Boje fixiert.

In einem Fluss, in den Mangroven bei den Moskitos wäre eine weitere Möglichkeit einen Zyklon mehr oder weniger heil zu überstehen. So tun es die Leute mit ihren Fischkuttern.
Das grösste Problem bei einem Zyklon sind die Gegenstände die durch die Gegend fliegen, die Sturmflut und die Wellen.

Die Robusta wird für die Zyklonsaison nach Neuseeland gesegelt.

Die heiss aufgebrühten Gerüchte der Segler über die ganzen Stürme auf der Strecke nach Neuseeland und die so problematische Einreise treiben uns auf die Palme.
„Das Unterwasser müsse Blitz blank glänzen, keine Muschel oder kein Kraut darf am Rumpf kleben. Die Behörden können einem zwingen direkt in eine Werft zur Unterwasserreinigung zu gehen. Dann werde es aber sehr teuer!“ Blablabla….
Da wir die Robusta ja eh in Neuseeland warten wollen, möchten wir sie hier nicht aus dem Wasser heben nur um das Unterwasser zu reinigen. Die Gebühren für den Kran sind immer sehr kostspielig. Bei dieser drückenden Hitze zu arbeiten, ist doch nicht auszuhalten. So versucht Thomas mit Schnorchel und Taucherbrille den Rumpf selber zu schrubben. Doch das ist bei einem Langkieler mit 1.80 Meter Tiefgang ein Akt der Unmöglichkeit. So suchen wir erfolglos einen Ort zum Trockenfallen. Überall ist der Grund mit Korallenblöcken versetzt.

 

Auch die Regelungen zur Einfuhr von Lebensmittel lässt einem schwindlig werden. Den Vortrag vom Biosecurity Beamten aus Neuseeland haben wir verpasst. Der Mann ist aber noch da und ist bereit uns zu beraten. Wir wollen nicht nur sparen, uns liegt auch viel dran die Umwelt sauber zu halten.

Alles nur halb so wild.

Das neue scharfe Gesetzt betreffend Unterwasser tritt erst ab 1. Mai 2018 in Kraft. Wie das dann durchgesetzt werden soll ist mir ein Rätsel.

Jedenfalls sind in den Marinas in Tonga und Fiji Mappen mit all den Informationen (andere Quelle) kostenlos erhältlich.

 

Kriech- und Flatterviecher mögen sie auch nicht. So räume ich alle Schränke aus, kontrolliere die Lebensmittel nach Ungeziefer. Sortiere sie nach Risikogruppe in einem Schapp. Bis zur Einreise in Neuseeland müssen X Kilo Linsen, Bohnen, Mais Reis und Gerste aufgefuttert werden! Der eine Satz der Zollbestimmungen verpasst mir einen weiteren Schweissausbruch. „Nur Lebensmittel in Originalpackungen dürfen eingeführt werden“. Präventiv habe ich alles in PET-Flaschen umgefüllt! A: damit nichts feucht wird, B: falls irgendwo Käfer drin sind und diese sich nicht ausbreiten können.

Zudem putze die ganze Robusta super gründlich. Dabei dringe ich bis in die Bilge vor. Sämtliche Schuhe werden vom Strassendreck befreit. Zwischen den Winterkleider finde ich sogar noch 8 Liter Cachaca aus Brasilien! Das ist im ersten Moment wenigstens ein angenehmer Trost. Doch nur zwei Liter Schnaps pro Person sind erlaubt.

So nun wäre die Robusta halbwegs reisebereit. Die Zeit vor der Überfahrt, wollen wir im berühmten Yachtclub Musket Cove  verbringen. Doch dort bekommen wir einen Schock. An die 25 Yachten liegen in der Bucht. Club- und Hotelanlage sind echt hübsch. Mit Swimmingpool, Restaurant, Bar, Grillmöglichkeiten und Supermarkt. Die Preise sind schon fast mehr als Unverschämt. Das ist nicht Fiji. Diese künstliche Welt mögen wir nicht. Jedoch geniessen wir es, wieder alte Bekannte und neue Leute zu treffen.

 

Category: Fidschi
October 4

BULA

Hier noch letzte Eindrücke von der Stadt bevor wir die kleinen abgelegenen Dörfer besuchen:

In Fidji ist alles noch mal etwas spezieller als bis anhin. Da sind drei verschiedene Möglichkeiten mit der Yacht irgendwo zu ankern. Entweder  findest du eine unbewohnte einsame Bucht, oder du ankerst bei einer Ferienanlage, oder in der Nähe eines Dorfes. Im letzteren Fall ist es Pflicht als erstes dem dem Chief of the Village, dem Dorfältesten, einen Besuch abzustatten um um Erlaubnis für dein Vorhaben zu bitten.  Und wage es nicht ohne ein halbes Kilo Kava, als Mitbringsel aufzukreuzen! Kava ist ein Pfeffergewächs aus deren Wurzel ein Zeremonialgetränk zubereitet wird. Kava kann auch in Pulverform gekauft werden. Das mögen sie in den Dörfern nicht.

Das erste kleine Dorf haben wir gemeinsam mit Pesche und Franziska von der Segelyacht Pandora besucht. Es ist schon spät als der Anker in der von Mangroven überwucherten Bucht fällt. Ein kleines Fischerboot, mit zwei Männer und zwei kleinen Kindern besetzt, kommt zur Robusta. Wir werden angefragt, ob wir ins Dorf kommen wollen. Heute nicht mehr, aber morgen gerne! Der eine Mann will doch tatsächlich den Crusing permit sehen (Amtliche Fahrtenbewilligung für Fiji). Hätte ich nie erwartet! Da er natürlich keinen Schreiber und auch keinen Fotokopierer auf seinem Fischerboot dabei hat, notiere ich ihm den Bootsnamen und die Nummer der Fahrtenbewilligung auf einen Fresszettel. Nun tuckern sie zufrieden davon.

Am nächsten Tag paddeln wir zu viert mit dem Dinghi durch das flache Wasser bis zum Dorf. Alle sind wir fast erwartungsgemäss gekleidet. Wir Frauen mit bedeckten Schultern, geschlossenem Dekoltee und Hosen bis über die Knie reichend, die Männer mit T-Shirt und langer Hose. Hut und Sonnenbrille tragen sind in einem Dorf Tabu! Egal wie intensiv die Sonne gerade auf die Birne brennt. Am Strand, im Schatten einer Palme, hockt ein junger Mann der uns gleich erklärt, wo wir den Chief finden. Der fein säuberlich angelegt Weg führt steil an kleinen, bunten Holzhütten mit Wellblechdächer, die auf Stelzen an den Hang gebaut sind vorbei. Nun dringt die so fröhlich klingende Begrüssung „Bula“ aus jeder Hütte die wir passieren! Dieses wohlwollende Wort verzaubert mich jedes mal!

Vor Chief’s Hütte angelangt, die nicht grösser als 20 Quadratmeter ist, legen wir die Schuhe ab. Seine Frau stellt sich mit einem Namen vor, den ich sofort wieder vergesse. Immerhin kann ich mir den Namen ihres Mannes merken! Nun sitzen wir vier Schweizer in Fiji auf einer geflochtenen Matte auf dem Boden, vor dem wichtigsten Mann des Dorfes. Ich bin schon ein wenig nervös. Zu den Benimmregeln gehört nun, dass die Männer im Schneidersitz mit bedeckten Knien am Boden vor dem Chief hocken und wir Frauen mit geschlossenen Beinen, diese auf eine Seite gefaltet. Nichts darf auf dem Kopf sein. Sehbrillen glaub schon, aber keine Sonnenbrillen. Nun überreichen wir die Geschenke. Pro Yacht einen Bündel Kava der immerhin etwa 15 US Dollar kostet, erscheint uns angemessen. So tun es die anderen Yachties auch. Die Übergabe soll auf den Knien erfolgen. Nun klatscht der Chief drei mal in die Hände, was bedeutet, er will reden und alle müssen still sein. Nun rezitiert er eine Art monotones Gebet und fuchtelt mit den Händen über dem Kava, bedankt sich und klatscht schliesslich wieder drei mal in die Hände. Dies ist nun das Zeichen um uns vorzustellen, über die Reise zu berichten und warum wir hierher gekommen sind. Nun holt der Chief eine grosse bunte mit allerlei Tieren verzierte Weltkarte und breitet diese auf dem Boden vor uns aus. Ihn und vor allem die Kinderschar die sich in der Zwischenzeit in der Stube versammelt hat, wollen sehen wo wir hergekommen sind. Alle Kinder sprechen schon super gut Englisch, das sie bereits in der ersten Klasse lernen.

Das Kava trinken  bleibt uns erspart. Schade! Wir sind nun etwas enttäuscht. Immerhin sind wir nun willkommen und dürfen uns im Dorf frei bewegen. Lag es daran dass wir Frauen in Hosen aufkreuzten? Später erfahre ich in einem Dokumentarfilm, dass normalerweise jeder Gast ein Bündel Kava mitbringt. Die Frauen sollten in einem Dorf statt Hosen ein Tuch das bis über die Knie reicht um die Hüften tragen.

Doch ganz so frei bewegen geht auch wieder nicht. Eine Eskorte von Kinder begleitet uns! Eines von ihnen trägt meinen Hut, eines meine Tasche und ein weiteres hält meine Sonnenbrille ganz vorsichtig in seinen Händen.

Da liegt mitten im Dorf ein Gebäude völlig platt am Boden. Das war die Schule, erzählen die Kinder. Die wurde im Februar 2016 von Winston, dem stärksten Zyklon aller Zeiten, mit samt den anderen 25 Häusern des Dorfes zerstört. Nur die Kirche und das Gemeinschaftshaus haben den Zyklon mehr oder weniger unbeschädigt überlebt. Die kleine Vitiana und Nasil führen uns an den Ort wo alle 90 Dorfbewohner über Stunden gemeinsam ausgeharrt haben. Der Lärm den Winston mit seiner tobenden Kraft verursacht hat, muss immens gewesen sein. Viele hätten geweint und gebetet.

Schlimm hätte es danach ausgesehen. Alles war an einem anderen Ort. Alles war nass. Auch die Lebensmittel die nicht rechtzeitig in einen Plastikcontainer gerettet werden konnten. Alles und auch die Gemüsegärten waren zerstört berichtet Sahira mit erstickter Stimme.

Die Neuseeländische Regierung hat schnell reagiert. Innert drei Tagen seien Lebensmittel und Baumaterial ins Dorf gebracht worden. Ganz Fiji wurde in Mitleidenschaft gezogen. Winston zog mit Windstärken von bis zu 325 Stundenkilometer über das Südseeparadies.

Hast du schon mal versucht den Kopf bei 150 Km/h aus dem fahrenden Auto zu halten? Alles unvorstellbar!

Am nächsten Tag segeln wir bei angenehmsten Passatwinden  zu der Yassava Group weiter. Eine Inselkette ganz im Westen Fijis.

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September 25

Navigation in Fiji

In Fiji ist wieder alles anders als bis anhin! Fiji ist ein Archipel im Südpazifik mit 322 Inseln auf einer Gesamtfläche von rund 18`000 Quadratkilometer. Navigatorisch ist Fiji eine echte Herausforderung. Durchwegs genaue Seekarten scheint es nicht zu geben! Einige Regionen sind nur sehr grob oder gar nicht kartographiert! Vor allem zwischen der Hauptinsel Viti Levu und der Yasawa Group wagen wir es nicht nachts oder in der Dämmerung zu segeln. Die Sonne muss hoch am Himmel stehen oder die Einstrahlung soll von hinten erfolgen. Polarisierende Brillen helfen echt gut die Untiefen zu erkennen. Wo das Wasser hellblau wird ist Vorsicht geboten und kommt dann noch braun dazu, dann ist da ein Riff! Manchmal sind auch brechende Wellen zu erkennen. Also dann wird es höchste Zeit um voll auf die Bremse zu treten!
Undenkbar hier mit dem Sextant rumfuchteln zu müssen.
Was sich  als Navigationshilfen bewährt hat, ist das Navionics in Kombination der OPEN CPN Seekarten mit einem Overlay von Google Maps. Doch auch hier wo im Google Maps der Himmel nicht wolkenlos ist und die Sonne somit einen Schatten auf die Erdoberfläche wirft, wird die Robusta sorgfältig um diese Flecken herum navigiert. Denn was sich unter einer Wolke verbirgt, ist schlicht nicht zu erkennen! Achte darauf, dass du wirklich ganz gezoomt hast!!!  Du wist staunen was da plötzlich noch alles aus dem Meer auftaucht!
Eine weitere wichtige Navigationshilfe sind nun einmal auch die Augen:
„Lappi tue d’Augä uf“!
“Narr, mach die Augen auf“ ein Spruch der 1935 ans Schaffhauser Schwabentor eingraviert wurde, ist hier in Fiji absolut wichtig.

Unsere Freunde die wir wieder treffen wollten, haben mit ihrer Yacht das Ruder an einem Korallenkopf beschädigt. Zum Glück ist das ganze in der Nähe der Vuda Marina geschehen. Pech war allerdings, dass es genau nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in der Werft geschah!

Category: Fidschi
September 20

Ankunft in Fiji, Savusavu

Die Überfahrt von Tonga nach Fiji dauerte fünf Tage. Schönes Segeln mit nur einem Tag Flaute. Wir schlafen und lesen viel. Durchforsten Reiseführer und Segelbücher.  Schade war halt schon, dass wir an all den schönen Inseln der Lau Group vorbei segeln mussten. Ohne Crusing Permit irgendwo zu ankern wird von Fiji Kennern abgeraten. Ein Port of Entry muss also zwingend angelaufen werden um erst den Crusing Permit zu beantragen. Hier wird der ganze Behördenkram sehr ernst genommen. Mal sehen.

Am dritten Tag der Überfahrt machen wir den absoluten Rekordfang: Der Fisch kämpft wie ein Wahnsinniger an der Leine. Schwimmt im vollem Tempo nach links um gleich darauf wieder in die andere Richtung zu sausen. Plötzlich schwimmt er sogar an der Backbordseite. Hoffentlich verdüddelt sich nun die Angelleine nicht in der Windsteueranlage. Hoffentlich hält die Leine das ganze Gezerre aus! Der Fisch scheint riesig zu sein. Thomas schafft es ihn ins Süll zu hieven.  Dort zappelt er mit seinem ganzen Körper und klopft mit der Schwanzflosse heftig auf den Stahl. Ich reiche Thomas das Messer, damit er ihn mit einem Kiemenschnitt killen kann. Nicht einfach da der Fisch nicht stillhalten will. Grauenhaft, nun spritzt das Blut in alle Richtungen. In solchen Momenten schwöre ich, dass ich ab morgen nur noch vegetarisch essen werde. Es ist ein Mahi Mahi! Thomas sieht aus, als komme er direkt vom Schlachtfeld. Nachdem der Mahi Mahi zerlegt ist, müssen wir beide erstmal ein Bad nehmen. Aber erst wenn das ganze Blut vom Deck gespült ist und die Robusta etwas weiter gesegelt ist. Wollen ja keine Haie, die zufällig nach uns schnappen weil wir gerade die Mahi Mahi Eingeweide ins Meer geschmissen haben.

Savusavu laufen wir gegen Mittag mit der gelben Quarantäneflagge gehisst an. Über Funk melde ich bei der  Marina Copra Shed, das wir einklarieren wollen. Sie werden uns benachrichtigen, wenn die Beamten da sind. Jemand muss sie abholen. Die haben kein Boot!

Unser Dinghi ist seit längerem immer wieder mal Patient.  Luft entweicht immer noch trotz der professionellen Reparatur in Nuku Hiva in den Marquesas. Die ganze Reparatur ist natürlich zwecklos, wenn ein Loch nicht geflickt wird weil es schwer zugänglich ist…. Seit geraumer Zeit dringt auch noch Wasser durch den Boden ein.  Nun, ausgerechnet wo Thomas die Beamten abholen muss, ist es besonders schlimm geworden. Innert Kürze stehen zwanzig Zentimeter Wasser im Dinghi! Der Motor bockt auch. Trotz neuem Impeller zirkuliert das Kühlwasser nicht zufriedenstellend. Erst holt Thomas die Beamten von der Health Inspection ab. Sie tragen’s mit Fassung, dass sie mit einer fahrenden Badewanne transportiert werden.

Über Coca Cola und die Pop-Corn mit Curry freuen sich die beiden Indisch stämmigen Beamten sehr.

Alle Papiere füllen sie selber aus. Angaben zum Gesundheitszustand, Menge an frischem Gemüse, Milchprodukte, Fisch und Fleisch oder Tiefkühlprodukte werden im Formular aufgelistet.  Dürfen aber alles behalten. Hatten auch nicht mehr viel. Nur noch etwas gefrorenen Fisch. Den haben wir aber nicht deklariert und die Kräuterpflanzen habe ich versteckt. Der Kefir hat auch in der Bilge warten müssen. Nach einer Stunde ist die Prozedur überstanden. Wo bleiben nun die anderen Beamten? Kurz vor fünf kündigt die Copra-Shed über Funk an, dass sie nun abgeholt werden könnten. Wenn die nun Überzeit verrechnen wehren wir uns aber.

Zehn Minuten später ist Thomas mit der noch halbwegs schwimmenden Badewanne, nun mit zwei Beamtinnen beladen, wieder bei der Robusta. Socken und Schuhe mussten sie am Steg deponieren und die Uniform ist bis zu den Knien hochgerollt. Da sie wegen dem schlappen Dinghi grosse Mühe hatten an Board zu klettern, zog ich von oben am Hemdkragen und Thomas hat von unten  geschoben…. „Sorry we are to big“ entschuldigt sich die eine. Beide hocken nun Tränen lachend im Cockpit. Ist uns überhaupt nicht recht. Ich reiche ihnen ein Badetuch, damit sie ihre Füsse trocken können. Nun biete ich Kekse und Coca Cola an. “Nein danke” ist nur eine Höflichkeitsfloskel die ich gleich mal ignoriere um nach ihrem Verständnis freundlich zu sein. Schenke Cola ein und stelle die Kekse vor ihnen auf den Tisch. Als sie sich nun von der Lachattacke erholt haben, gehen sie zum ernsten Teil über und füllen die Papiere ebenfalls für uns aus. Sehr nett. Doch  sie haben ein Formular vergessen mitzubringen. Somit muss ich am nächsten Tag Customs nochmals aufsuchen, um den Rest auszufüllen und ebenfalls um sämtliche Gebühren zu bezahlen. Health, Biosecurity und Customs. War gar nicht einfach, diese Stellen zu finden. Ich war sicher einen Nachmittag lang in der kleinen Stadt rumgelaufen. Waren insgesamt über 200 US$.

So und nun dauert es ein bis drei Arbeitstage bis der Crusing permit ausgestellt ist und wir dürfen an Land!

Der erste Landgang führt uns an sehr einfachen Indischen und Chinesischen Esslokalen und kleinen Läden vorbei. Im Zentrum liegt der grosse Gemüsemarkt. Die Düfte der Indischen Gewürze bringen den Magen zum knurren. Auffallend sind die vielen Secondhand Kleidergeschäfte. Alles Klamotten aus Hilfslieferungen von Australien. Neue Kleider kann sich offenbar hier niemand leisten. Fiji ist das meist Mulitkulturelle Land in der Südsee heisst es im Reiseführer. Hier leben nebst den Melanesierviele Inder, Chinesen und Europäer und weitere Nationen.

Savusavu gefällt uns sehr gut!

Am Abend treffen wir Freunde in der Bar der Copra Shed Marina. Sie hatten weniger Glück beim Einklarieren: Die beiden Ladies nahmen ihren Job sehr ernst. Öffneten Schränke und entdeckten dabei Schnaps und Wein. Der Schnaps war ihnen egal da die Flaschen noch zu sind. Aber für den Wein, der ja auch noch verkorkt war, kassierten sie 100% Alkoholsteuer! Der Wert wurde ausgehandelt. Doch weniger als 4 US Dollar pro Flasche konnte nicht runter gehandelt werden. Da kann sich schon eine Summe zusammenläppern…

Am Wochenende stand ein Besuch im lokalen Tanzschuppen an. Frauen bezahlen keinen Eintritt. Neben der Kasse, auf einem rostigen Oelfass, steht eine grosse Holzschüssel mit Kava, ein beruhigendes Getränk das aus den Wurzeln einer pfefferartigen Pflanze hergestellt wird. Alle durchlaufen nun das Sevusevu Ritual in Kurzform: Sich vor die Schüssel stellen, ein mal in die Hände klatschen, Kokosschale mit Kava ex austrinken und danach drei mal in die Hände klatschen. Das Kava-Kava ist um 11 Uhr bestimmt schon ein echter Bakteriencocktail, denn die Party hat bereits um sechs Uhr begonnen. Aline jedenfalls leidet die nächsten zwei Tage an heftigem Durchfall.

Drinnen ist es recht duster. Das Lokal ist etwa 40 Quadratmeter klein. Lauter Hip-Hop und Reggea dröhnt überlaut aus den Boxen. In einer Ecke ist eine gut vergitterte Bar eingerichtet. Das Publikum besteht zu 99 Prozent aus Männern. Einige von ihnen stürzen sich gleich auf uns Frauen und wollen tanzen. Nicht mal als unsere Partner uns eng umschlungen festhalten, hören sie auf. Echt mühsam. Sogar Thomi wird begrabscht. Dabei waren wir alle super gesittet gekleidet! Nach einer halben Stunde verlassen wir die Bude fluchtartig. Die verbliebenen Gäste veranstalten nun aus irgend einem Grund einen Boxkampf.

Wir dachten Kava hat eine beruhigende Wirkung………………….

 

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